Markant: Das „Steinerne Wehr“ über die Amper liegt den Ottershausern am Herz. foto: sh

Das Steinere Wehr bleibt

Haimhausen - Das „Steinerne Wehr“ in Ottershausen wird nicht abgerissen, sagt der Haimhauser Gemeinderat. Damit bleibt eines der markantesten Bauwerke des kleinen Ortes den Einwohnern erhalten.

Seit 1933 verbindet die Brücke aus Beton und Stein mit der darunter liegenden Wehranlage den Ort Ottershausen mit dem gegenüberliegenden Amperufer. Dort befinden sich neben landwirtschaftlichen Flächen auch vier Siedlungshäuser, die nur über diese Brücke erreichbar sind. Bei einer routinemäßigen Traglastprüfung im Jahr 2010 ergab sich für das 80 Jahre alte Bauwerk nur eine Traglast von sechs Tonnen. In einem Schnellverfahren wurde diese provisorisch erhöht. Die Statik der gesamten Wehranlage ist jedoch so schwierig, dass keine Sicherheit für Fahrzeuge über 16 Tonnen gewährleistet ist.

Um die provisorische Lösung zu Ende zu bringen, stand das Thema „Steinernes Wehr“ in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung. In Gesprächen wurden im Vorfeld unter anderem auch mit dem Wasserwirtschaftsamt verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Die teuerste und gleichzeitig für das Landschaftsbild unerfreulichste Variante wäre ein Abriss der Steinernen Brücke mit einem Neuaufbau und gleichzeitiger Verstärkung der Wehrbefestigung im Untergrund. Weil sich die Amper an der Wehranlage gabelt, führt direkt von der Dachauer Straße eine weitere Brücke mit 16 Tonnen Traglast auf die Insel zwischen Amperkanal und der unter dem Wehr durchrauschenden Amper.

Würde die „Steinerne Brücke“ auf die Anforderungen moderner Brückentraglast verstärkt werden, so wäre auch eine Verstärkung auf die gleiche Traglast bei der Zubringerbrücke über den Amperkanal unumgänglich. Vom Gemeinderat favorisiert wurde daher kostensinnvoll ein Brückenneubau mit 30 Tonnen Traglast nördlich des „Steinernen Wehres“ und direkter Zufahrt zur Dachauer Straße. Das „Steinerne Wehr“ würde anschließend nur noch für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden. Für die Autos des E-Werkes reicht die auf 16 Tonnen ausgelegte Amperkanalbrücke weiterhin aus. „Eine einzige neu gebaute tragfähige Brücke über die Amper würde den Bewohnern der Siedlungshöfe die Sicherheit geben, dass ihre Häuser jederzeit erreichbar sind“, erklärte Bürgermeister Felbermeier dazu.

Empört zeigte man sich im Gemeinderat über die Haltung des Wasserwirtschaftsamtes. Dieses wollte aus Spargründen die provisorische alte Brücke lassen und verschwendete dabei keinen Gedanken an eventuelle Notfälle der dortigen Anwohner. Auf einem der dortigen landwirtschaftlichen Anwesen ist im September 2010 ein Gebäude abgebrannt. Der Brandschutt konnte aufgrund der fehlenden Brückentraglast noch immer nicht abtransportiert werden. Auch größere landwirtschaftliche Fahrzeuge könnten dann auf sicherem Weg die Felder jenseits der Amper erreichen.

Ein Brückenneubau, wie ihn der Gemeinderat befürwortet, wäre mit 350 000 Euro die kostengünstigste Möglichkeit, eine sichere Verbindung über die Amper zu schaffen. Voraussetzung dafür ist jedoch nach Auskunft des Rathauses eine akzeptable staatliche Beteiligung oder Förderung der Baukosten.

(sh)

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