Die alten Stockbahnen müssen weichen: Hier soll bald das neue Hallenbad entstehen. foto: cc

Stockschützen bekommen neue Bahnen

Dachau - Die Stockbahnen am Familienbad müssen dem neuen Hallenbad weichen. Der Hauptausschuss hat nun beschlossen, dass an der Kufsteiner Straße Ersatz-Stockbahnen gebaut werden. Und zwar vier Bahnen - eine davon für die Öffentlichkeit. Kostenpunkt: eine gute halbe Million Euro.

Der Neubau des Hallenbads ist längst beschlossen, die Planung schreitet voran. Es soll neben dem jetzigen Bad errichtet werden, genau dort, wo sich jetzt die Sommerstockbahnen des Eisstockclubs Dachau (ESC) befinden. Den ESC-Mitgliedern hatte die Stadt Ersatz-Stockbahnen versprochen. Diese sollen auf dem Gelände an der Kufsteiner Straße neben der Skater-Anlage errichtet werden. Mit Vereinsheim, Lagerschuppen, und Toiletten.

Der Hauptausschuss beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch, dass eine Variante mit vier Stockbahnen gebaut werden soll, wie Sportreferent Günther Dietz empfahl. „Bei fünf Bahnen müssten zwei Bäume weg“, und über den Schatten der Bäume seien die Stockschützen ganz froh.

Einzig Jürgen Seidl (FDP) äußerte seine Zweifel, „warum wir hier in die Vollen gehen müssen“, und die Bahnen verdoppelt werden. Allerdings lag er falsch. Denn auch jetzt haben die Stockschützen des ESC drei Bahnen. Und eine der neuen vier Sommerstockbahnen soll künftig der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Außerdem werden die Stockschützen des MD-SC, deren Bahnen laut Sportrefent Günther Dietz (CSU) „marode“ sind, in naher Zukunft auch die Bahnen der neuen Anlage mitnutzen.

Einen Wunsch äußerte Christa Keimerl (SPD): dass die Stockschützen sich auch „in Eigenleistung“ an den Arbeiten beteiligen. Sportreferent Günther Dietz (CSU) versicherte das: „Die Mitglieder werden sicher mithelfen.“

So stimmten fast alle Mitglieder des Hauptausschusses dem Neubau der Anlage zu, der für 2017 vorgesehen ist. Die Kosten für die vier Bahnen und zwölf Stellplätze mit Beleuchtung und Zaun betragen laut Vorlage der Stadtverwaltung 220 000 Euro. Dazu kommt der Ab- und Wiederaufbau von vereinsheim, Lagerschuppen inklusive Fundamenten, Neubau einer öffentlichen Toilette, die auch von den Skatern mitbenutzt werden kann, Wasser- und Abwasserleitung für 300 000 Euro, schätzt die Abteilung Hochbau. Macht insgesamt 520 000 Euro.

Mit einer Gegenstimme wurde der Umzug beschlossen. Nur Edgar Forster (Freie Wähler Dachau), Gegner des Hallenbadneubaus aufgrund der hohen Kosten, legte sein Veto ein, weil der „Umzug nur nötig ist wegen des Hallenbadneubaus“. Aber grundsätzlich stehe er den Belangen der Stockschützen wohlwollend gegenüber, wie er versicherte - und was die vier Stockschützen auf der Zuschauerbank mit einem Lächeln zur Kenntnis nahmen. OB Florian Hartmann (SPD) erklärte, dass der Umzug der Stockschützen eben vorausschauend auf die Tagesordnung gebracht worden sei - „sonst blockieren wir selbst unser eigenes Projekt“, den Hallenbadneubau.

(no)

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