Neubau der Georg-Scherer-Halle Dachau

Die Streuobstwiese ist im Weg

Dachau - Bis eine neue Georg-Scherer-Halle gebaut wird, wird es wohl noch etwas dauern: Zwar wird der Antrag dazu geprüft – doch das Opfer der Streuobstwiese ist vielen ein Dorn im Auge.

Dem Antrag auf Prüfung des Antrags des ASV wurde zwar in der Hauptausschusssitzung stattgegeben, bis der Sachverhalt jedoch vollständig geklärt werden kann, wird es aber wohl noch eine Weile dauern.

Es geht um die in die Jahre gekommene Dachauer Sporthalle. Der Ersatzbau soll nach aktuellem Stand auf dem jetzigen Gelände der Tennisplätze entstehen. Durch den dadurch resultierenden Wegfall der 13 Plätze sollen sechs auf dem Gelände südlich der Tennisfreunde neu gebaut werden (wir haben berichtet). 

„Wir sehen einer Kooperation der beiden Sportvereine entgegen“, sagte Sportreferent Günter Dietz (CSU). „Der Flächennutzungsplan steht bereits. Daher wäre der Bau in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde schnell möglich.“ Dietz wies auf die fast 1000 Tennis-Mitglieder hin, und appellierte, vorauszuschauend zu planen. „Das Thema betrifft nicht nur den ASV, sondern auch die Stadt. Wenn die Halle nicht mehr benutzbar ist, können wir auch keinen Schulsport mehr abhalten“, unterstützte ihn dabei auch Ingrid Sedlbauer (ÜB). 

Doch der Umzug der Tennisabteilung würde auf die Streuobstwiese erfolgen. „Da blutet mir das Herz. Die Wiese ist ein hochwertiges Biotop, an hohem Besatz von verschiedenen Insekten, einer reichhaltigen Pflanzenvielfalt“, erklärte Liegenschaftsreferat August Haas (CSU). Bis eine solche Streuobstwiese ihr ganzes Potenzial entfalte, dauere es 20 Jahre. „Und diese Wiese ist gerade in ihrem besten Alter“, sagte auch die Umweltreferentin Sabine Geißler (Bündnis für Dachau). Prüfen könne man den Antrag, „aber mit dem Ziel, nur wenig oder im Idealfall gar nichts von der Wiese zu opfern.“ 

Auch Edgar Forster (FW) sah dem Antrag eher skeptisch entgegen: „Wer finanziert den Bau? Wie soll der Zeitplan aussehen? Es sind noch so viele Fragen ungeklärt“, beschwerte er sich. Oberbürgermeister Florian Hartmann wies darauf hin, dass man es dem ASV nicht zumuten könne, einen Planer für mehrere tausend Euro zu beauftragen, „wenn wir noch nicht einmal geklärt haben, ob wir die Streuobstwiese zur Verfügung stellen können.“ Im weiteren Schritt soll nun erst einmal geklärt werden, zum Beispiel die dortigen Containerplätze zu verlegen, um so möglichst wenig Fläche der Streuobstwiese zu opfern. „Oder aber ob wir für die Wiese Ersatz schaffen können“, so Geißler. 

Der Antrag auf Prüfung wurde einstimmig angenommen.

Regina Peter

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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