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Sieben Autos waren in drei Unfälle am Donnerstagabend auf der A 8 verwickelt – die glimpflich endeten. Zum Glück – denn die Rettungsgasse wurde von Lkw blockiert.  

“Wenigstens nicht beschimpft worden“

Chaos auf A8: Einsatzkräfte müssen zu Fuß gehen - Fahrer blockieren Rettungsgasse

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Ein Unfall hat auf der A8 zu einem Verkehrschaos geführt. Größtes Problem:  Lkw- und Autofahrer blockierten die Rettungsgasse, Einsatzkräfte mussten zu Fuß zur Unfallstelle.

  • Nach einem Unfall ging es auf der A8 chaotisch zu.
  • Grund dafür waren Lkw- und Autofahrer, die die Rettungsgasse blockierten.
  • Die Einsatzkräfte mussten zu Fuß gehen.

Update vom 27. Januar: Wieder hat einen schweren Unfall auf der A8 gegeben - ein Pick-up ist in einen Lkw gerast mit Totalsperre und Großeinsatz als Folge.

Ursprünglicher Artikel vom 24. Januar, 9.23 Uhr: Sulzemoos – 95 von 100 Autofahrer halten sich an die Verkehrsregeln und bilden eine Rettungsgasse. „Das hilft aber nix, wenn fünf nicht mitmachen. Dann geht nämlich nix mehr.“ Und diese fünf, weiß ein Sprecher der Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck, „gibt’s immer“.

Am Donnerstag (23.1.) waren es leider mehr als fünf Fahrer, die sich nicht an die Spielregeln hielten. Gegen 16.15 Uhr krachte es in Richtung München dreimal kurz hintereinander. Einem Unfall beim Spurwechsel folgte ein Auffahrunfall und dem wieder ein Zusammenstoß beim Spurwechsel. Sieben Autos, so vermerkte die Verkehrspolizei später in ihrem Unfallbericht, verteilten sich auf allen drei Fahrstreifen. Der Rückstau war mehr als sechs Kilometer lang, die Umleitungsstrecken allesamt „stark belastet“. Der Sachschaden belaufe sich auf insgesamt 70.000 Euro und die Fahrer seien allesamt nur leicht verletzt.

Chaos auf A8: Fahrer blockieren Rettungsgasse - Einsatzkräfte kommen nicht voran

Doch dass die Zusammenstöße so glimpflich ausgingen, war zu Beginn nicht abzusehen. Es wurden mehrere Feuerwehren und Rettungswagen zur Bergung und Absicherung der Autobahn angefordert, anfangs war auch die Rede von eingeklemmten Personen. „Wenn ein Mensch verletzt in seinem Auto liegt und nicht aussteigen kann, dann zählt jede Minute“, sagt der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Odelzhausen, Benjamin Küpper. Aus diesem Grund hätten er und seine Kollegen am Donnerstag auch versucht, so schnell wie möglich an die verunfallten Autos zu gelangen.

Auf A8: Rettungsgasse ist nach Unfall blockiert - Feuerwehrautos kommen nicht durch

Doch das sollte sich als schwierig erweisen. Denn: Die Feuerwehrautos konnten nicht durch. Zum Teil, so berichtet Küpper, hätten sich Lkw noch kurz vor dem Stau versucht zu überholen – und damit am Ende drei Spuren nebeneinander blockiert. Die Einsatzkräfte, so Küpper, seien daher gezwungen gewesen, „auszusteigen und 150 Meter zu Fuß“ zur Unfallstelle zu gehen. Andere Kollegen hätten derweil versucht, „die Autos wegzubringen“. Bei kleineren Pkw sei dieses Rangieren grundsätzlich kein Problem, bei Lkw jedoch „hast du keine Chance. Da kommen wir nicht durch“. 

Chaos auf A8: „Die stehen dann vor ihrem Lkw und rauchen oder essen ein Brot“

Hinzu komme bei vielen Brummifahrern ein absolut mangelndes Problembewusstsein: „Die stehen dann vor ihrem Lkw und rauchen oder essen ein Brot“, ärgert sich Küpper. Generell gelte: Je weiter weg die Autos oder Lkw von der Unfallstelle im Stau stünden, desto weniger würden sie sich um die Rettungsgasse kümmern. Und am Donnerstag, „da war wieder einer dieser Tage, wo’s gar nicht funktioniert hat, wo wir gar nicht durchkamen“. Wenn die Unfallfahrer daher tatsächlich schwerer verletzt gewesen und auf schnelle Hilfe angewiesen gewesen wären, „dann hätte es eng werden können“.

Die Verkehrspolizei bittet daher Fahrer, gleich ob am Steuer eines Pkw oder Lkw, „schon Platz zu machen, wenn der Verkehr langsamer wird. Denn wenn man steht, ist es zu spät“. Klar, auf einer dreispurigen Autobahn könnten Einsatzkräfte noch am ehesten Wege durch einen Stau finden, auch die kleineren Polizei- und Krankenwagen kämen noch vergleichsweise einfach durch. „Aber ein 2,50 Meter breites Feuerwehrauto ist blockiert, da geht nichts mehr“, so der Polizeisprecher.

Feuerwehr: Lkw-Fahrer sollen besser und öfter an Rettungsgasse erinnert werden 

Feuerwehrmann Küpper würde sich für die Zukunft wünschen, dass gerade Lkw besser und öfter an die Rettungsgasse erinnert würden, etwa über elektronische Anzeigen oder Verkehrsleitsysteme. Die Polizei betont, dass es „zuletzt eh besser funktioniert hat, aber immer noch nicht gut“. Und immerhin, wenn man das Positive an dem Zusammenstoß vom Donnerstag sehen wolle, sind die Feuerwehrleute bei ihrem Zu-Fuß-Einsatz laut Küpper „wenigstens nicht beschimpft worden“.

Erklärung im Video: So wird die Rettungsgasse nach einem Unfall richtig gebildet

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In Bayern ist ein 21 Jahre alter Autofahrer aus Fürstenfeldbruck  am Donnerstagmorgen zwischen Unterbrunn und Oberbrunn ums Leben gekommen. Er prallte gegen einen Baum.

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