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Bürgermeister Johannes Kneidl (l.) und die neuen Gemeinderäte (v.l.): Matthias Aßenmacher, Christian Huber, Rudolf Rupp, Alexander Brunner, Andreas Fieber, Martin Fieber, Martina Trout und Thomas Stumpferl.  

Konstituierende Sitzung in Sulzemoos

Kompetenz statt Sitzverteilung

Der Gemeinderat Sulzemoos hat in seiner konstituierenden Sitzung die Ausschüsse nicht nach Sitzverteilung besetzt, sondern nach Kompetenzen der einzelnen Mitglieder.

VON CHRISTIAN STANGL

Sulzemoos – Alles neu macht der Mai – und das auch im Sulzemooser Gemeinderat, der jetzt zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen ist. Erstmals sitzen 16 Frauen und Männer im Gremium. Weil die Gemeinde Sulzemoos vor wenigen Jahren die 3000-Einwohnergrenze überschritten hat, hat sich der Gemeinderat um zwei Sitze vergrößert.

Zu den sieben „Altgedienten“ sind neun neue Mitglieder hinzugekommen, sodass durchaus von einem Generationswechsel gesprochen werden kann.

In seiner Eröffnungsrede begrüßte ein gut vorbereiteter Bürgermeister Johannes Kneidl alle Gemeinderäte und ließ dabei die ausgeschiedenen Mitglieder nicht unerwähnt. „Viel Erfahrung hat uns verlassen. Der Gemeinderat hat sich deutlich verjüngt, aber es sind auch noch ‚alte Hasen’ mit dabei, von deren Erfahrungsschatz die Neuen profitieren werden. Das ist eine gute Mischung“, sagte er.

Die Räte hätten eine große Verantwortung übernommen und von der Bevölkerung einen Vertrauensvorschuss erhalten. Künftig gelte es, Rückgrat zu zeigen, seine Meinung zu vertreten und zu den Beschlüssen zu stehen, gab er den neuen Gemeinderäten mit auf den Weg. „Für uns steht der Leitsatz ‚Gemeinwohl geht vor Einzelwohl’ über allem. Er soll uns durch alle Beschlüsse tragen“, sagte Kneidl. „Damit werden wir in den kommenden sechs Jahren richtig fahren.“

Nach dem Diensteid von Johannes Kneidl (wir haben berichtet) folgte die Vereidigung der neugewählten Gemeinderatsmitglieder, die vor dem Rathauschef feierlich die Hand hoben und das Gelöbnis auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Freistaates Bayern nachsprachen. Im Anschluss erzählte jeder Gemeinderat bei einer Vorstellungsrunde kurz etwas über sich.

Harmonie und Einigkeit zeigte sich bei der Vergabe der verschiedenen Posten (siehe Kasten). Hier folgten die Räte einstimmig und ohne Diskussion allen Vorschlägen ihres neuen Bürgermeisters. Er sprach sich dafür aus, die einzelnen Gremien nicht gemäß der Sitzverteilung im Gemeinderat zu besetzen, sondern nach Kompetenzen. Bis auf den obligatorischen Rechnungsprüfungsausschuss wird es wie bisher keine weiteren Ausschüsse geben. „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass alle neuen Räte Erfahrung sammeln und Know-how aufbauen“, so Kneidl.

Die Gemeindeteilreferenten gibt es ebenfalls nicht mehr. „Es handelt sich dabei im Wesentlichen um ein Amt auf dem Papier“, weiß Johannes Kneidl aus eigener Erfahrung. Die Bürger würden sich mit ihrem Anliegen entweder direkt an die Gemeindeleitung oder an einen Gemeinderat richten, der es in die Sitzung einbringen könne. Der neue Bürgermeister sieht den Gemeinderat als „breit aufgestelltes 17er-Team“, das gemeinsam Verantwortung übernimmt.

Das Amt des Seniorenreferenten, der zukünftig Referent für Soziales heißt, wird hingegen ausgeweitet. Neben der Seniorenarbeit stellt er das Bindeglied zur Nachbarschaftshilfe und zur Bürgerstiftung dar. Die Arbeit des Jugendreferenten soll ebenso ausgebaut werden. „Sulzemoos ist eine Familiengemeinde. Ich bin mir sicher, dass wir da mehr auf die Beine stellen können“, sagte der Bürgermeister. Als Beispiel nannte er einen Jugendaustausch.

Der Rathauschef möchte die Bürgerstiftung Sulzemoos, die ein „Schattendasein führt“, stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen. Unter anderem soll der Stiftungsrat neben zwei Gemeinderäten mit zwei Vertretern aus der Bürgerschaft besetzt werden.

Hinsichtlich Information und Transparenz soll es ebenfalls Neuerungen geben. „Wir entscheiden am Ende des nichtöffentlichen Teils einer Sitzung, bei welchen Punkten die Geheimhaltung entfallen kann“, erklärte Kneidl. Bei der darauffolgenden Sitzung werde er sie öffentlich bekannt geben. Zudem möchte er dabei über Angelegenheiten informieren, über die er als Bürgermeister in eigener Zuständigkeit entscheiden kann.

Das sind die neuen Vertreter:

Schulzweckverband (Gemeinden Odelzhausen, Pfaffenhofen und Sulzemoos): Hier hat die Gemeinde pro 100 Schüler einen Sitz. Bürgermeister Johannes Kneidl, Andreas Wallner, Thomas Stumpferl. Stellvertreter: Michael Schmid, Andreas Fieber. Wasserzweckverband Sulzemoos-Arnbach: Hier hat die Gemeinde pro 70 000 Kubikmeter jährlich abgenommener Wassermenge einen Sitz. Bürgermeister Johannes Kneidl, Michael Schmid, Christian Huber. Stellvertreter: Andreas Wallner, Klaus Schäffler. Rechnungsprüfungsausschuss: Markus Winter (Vorsitzender), Andreas Fieber, Alexander Brunner. Stellvertreter: Rudolf Rupp, Martin Fieber, Elfriede Heinzinger Jugendreferent: Matthias Aßenmacher Referentin für Soziales: Elfriede Heinzinger Büchereikuratorium (zuständig für die Bibliothek in der Schule Odelzhausen): Martina Trout. Stellvertreterin: Dr. Annegret Braun Stiftungsrat der „Bürgerstiftung Sulzemoos“: Bürgermeister Johannes Kneidl, ein Vertreter der Sparkasse Dachau, Klaus Schäffler, Martin Fieber sowie zwei Vertreter aus der Bürgerschaft.

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