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„Thank You for the Music“ – danke für die Musik: Zum Abschluss standen die Musiker beider Kapellen gemeinsam auf der Bühne. 

Klingende Freundschaft

Edelweißkapelle Einsbach und Blaskapelle Sittenbach geben fulminantes Gemeinschaftskonzert

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„Musik verbindet“: Das war das Motto des Gemeinschaftskonzertes der Edelweißkapelle Einsbach und der Blaskapelle Sittenbach in der Turnhalle in Sulzemoos.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Musikvereins Einsbach traten beide Kapellen miteinander auf – denn sie haben gemeinsame Wurzeln: Beide Gruppen wurden von Pfarrer Alfons Mühlhuber gegründet und spielten sogar zeitweise zusammen. „Heute sieht man an den beiden stattlichen Kapellen, was daraus geworden ist“, erklärte Johannes Kneidl, Vorsitzender des Musikvereins Einsbach, stolz.

Bereits im Oktober des Jahres 1983 gründete Mühlhuber in Einsbach eine Flötengruppe für Kinder und Jugendliche. Für diese Besetzung gab es jedoch kaum Noten. Da traf es sich gut, dass der Pfarrer zu seinem 60. Geburtstag von der Trachtenkapelle Ramsau, deren Gründer er ebenfalls war, eine Trompete geschenkt bekam. Doch: „Ich wusste nicht, was ich selber mit dieser Trompete anfangen sollte“, schrieb er später in der Chronik des Musikvereins. Er verschenkte das Instrument Andrea Jais, geborene Trinkl, und legte damit den Grundstein für die Edelweißkapelle.

Im April 1986 beschloss Mühlhuber, den Flötenchor in eine Bläsergruppe umzuwandeln. Jeden Tag übte er mit den Kindern und Jugendlichen, in den Ferien sogar schon um sechs Uhr morgens.

Auch in Sittenbach gründete Mühlhuber eine Bläsergruppe. Gerne hätte er beide Ensembles zu einem Jugendorchester vereint. Im Januar 1988 wäre fast ein gemeinsamer Musikverein gegründet worden. Weil man sich aber auf keinen Vereinsnamen einigen konnte, kam es letztlich doch nicht zum Zusammenschluss.

Im Juli 1989 organisierten sich die Musiker der Edelweißkapelle dann im Musikverein Einsbach. Heute hat der Musikverein rund 300 Mitglieder, darunter auch Nachwuchsmusiker.

Die Edelweißkapelle Einsbach und die Blaskapelle Sittenbach sind sich noch immer freundschaftlich verbunden. „Wir sind sehr froh, dass die Sittenbacher und bei dem Konzert unterstützen“, betonte deshalb auch Johannes Kneidl.

Die Blaskapelle Sittenbach unter der Leitung von Dirigent Martin Weindl übernahm die erste Hälfte des Programms – und zeigte, wie vielfältig Blasmusik sein kann. Die Musiker begrüßten das Publikum mit einem schmissigen Marsch: dem Regimentsgruß. Danach wechselten sie zur Filmmusik: Mit dem Stück „The Lion King“ begannen sie ein Medley aus dem Film „König der Löwen“ und riefen mit bekannten Liedern wie „Circle of Life“, „I Just Can’t Wait to Be King“, Hakuna Matata“ und „Can You Feel the Love Tonight“ den Zuhörern die Filmszenen in Erinnerung. Von der afrikanischen Savanne ging es weiter in die eurasische Grassteppe, in die Puszta. „Pusztazauber“ lautete der Titel der Polka von Rolf Schneerbiegel, die sich diesem Landschaftsgebiet widmet. „Effektvolle und temperamentvolle Teile, die an Hirten erinnern, die Peitschen knallend auf den Pferden reiten, aber auch melancholische Teile, die die Weite und Schönheit der Puszta spüren lassen“, versprach Moderatorin Kathrin Grau dem Publikum – und sie hatte recht.

Mit dem Stück „Halt mich fest“ kamen alle Walzerfreunde auf ihre Kosten, bevor sich die Sittenbacher mit dem „Maxglaner Zigeunermarsch“ verabschiedeten. Der Marsch ist vor allem bekannt, weil er bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland beim Einzug der Nationen gespielt wurde. Bei der Aufführung in Sulzemoos stachen besonders Simone Riepl und Simon Kiemer heraus. Sie begeisterten mit ihren Soli an der Es-Klarinette und der Trompete.

Die Edelweißkapelle Einsbach unter der Leitung von Evi Probst startete nach der Pause mit dem „Kaiserin Sissi-Marsch“, bevor es mit der Polka „Leichtes Blut“ von Johann Strauß Sohn spritzig, locker und sehr schnell weiterging.

Mit dem Stück „Cataluna“ entführte die Kapelle die Zuhörer nach Katalonien in Spanien. Leichte Melodien, die das lebhafte Getümmel in den Gassen darstellten, leidenschaftliche Tänze und stolze Fanfaren waren zu hören. Im Anschluss zeigten die Musiker mit dem Medley „Queen Greatest Hits“, das aus großen Hits wie „Bohemian Rhapsody“, „Crazy Little Thing Called Love“, „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“ bestand, wie gut Rockmusik und Blasmusik harmonieren können. Danach wurde es noch einmal ruhiger: Mit dem gefühlvollen Stück „Don’t Let The Sun Go Down On Me“ von Elton John beendete die Edelweißkapelle Einsbach den offiziellen Teil des Konzertes.

Doch natürlich hatten die beiden Kapellen noch Zugaben vorbereitet. Gemeinsam spielten sie den Marsch „Die Sonne geht auf“ sowie den Hit „Thank You For The Music“ von Abba. 50 Musiker standen eng gedrängt auf der Bühne – und sorgten für einen vollen, fulminanten Klang zum Finale.

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