Vater und zwei Töchter verbrannten: Angeklagter wieder ein freier Mann

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Tiefrot leuchten digitale Zahlen dem Autofahrer entgegen, wenn er zu schnell fährt – mit solchen Geschwindigkeitsmessanlagen wie hier am Ortseingang von Sulzemoos sollen Raser aufgefordert werden, langsamer zu fahren. foto: stangl

Sulzemooser wünschen sich mehr Geschwindigkeitskontrollen

Keine Macht den Rasern

Seit über einem Jahr sollen Geschwindigkeitsanzeigen an Ortseingängen der Gemeinde Sulzemoos ein Bewusstsein dafür schaffen, ob Verkehrsteilnehmer zu schnell fahren. Doch einige Bürger sind mit der Standortauswahl unzufrieden und fordern, die Geschwindigkeit auch ortsauswärts zu messen.

Von Christian Stangl

Sulzemoos– Bei seiner jüngsten Sitzung hat sich der Gemeinderat von Sulzemoos mit einem entsprechenden Antrag, den 40 Einsbacher unterzeichnet hatten, befasst. Darin wird eine Optimierung der Standorte für die Geschwindigkeitsmessgeräte erbeten.

Aus Sicht der Antragsteller befinden sich die Anlagen an der Römerstraße (von Sulzemoos kommend) und der Windener Straße (von Hilpertsried kommend) zu weit im Ortsinnenbereich und sollten in Richtung der Ortsschilder verlegt werden. Im Falle der Windener Straße sehen Bürgermeister Gerhard Hainzinger und die Gemeinderäte keinen Handlungsbedarf. „Am aktuellen Standort ist ohnehin eine Tempo-30-Zone. Würde man die Anlage an das Ortsschild verlegen, könnte sie aber erst über Tempo 50 eine Geschwindigkeitsüberschreitung anzeigen, da dort 50 Kilometer pro Stunde zulässig sind“, so der Rathauschef.

Für eine Verlegung der Anlage an der Römerstraße zeigte Hainzinger zwar Verständnis, jedoch gibt es ein Problem: „Vor dem Ortsschild ist eine langgezogene Kurve mit viel Bewuchs, wodurch die Geschwindigkeitsmessung nicht mehr funktionieren würde“, erklärte er. Der Standort an der Römerstraße sei sicher nicht der optimalste, aber auch aus Sicht der Polizei der vertretbarste. Markus Winter schlug vor, den Geschwindigkeitsmesser auf der dem Ortsschild gegenüberliegenden Seite anzubringen, und Johann Stumpferl regte an, dafür zu sorgen, dass beim Ortsschild die Sträucher zugeschnitten werden. „Wir können versuchen, die Anlage auf die linke Seite hinzustellen, wenn seitens der Polizei nichts dagegen spricht“, versprach Hainzinger.

Viel Verständnis zeigten die Gemeinderäte beim zweiten Antrag. Bürger fordern, dass wechselweise auch die Geschwindigkeit ortsauswärts gemessen wird, da viele Verkehrsteilnehmer bereits noch weit im Ortsinnenbereich beschleunigten. Die Folgen sind aus Sicht der Antragsteller Lärmbelästigungen und Gefahren für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer. Siegfried Ketterl konnte das aus eigener Erfahrung bestätigen: „Wenn man draußen sitzt, kann man deutlich hören, wie noch weit vor dem Ortsausgang Gas gegeben wird“, so Ketterl. „Ich denke, dass es sich nicht um ein ortsspezifisches Problem handelt“, fügte Elfriede Heinzinger hinzu. Sie plädierte für ein mobiles Messgerät, das temporär nahe der Ortsausgänge aufgestellt werden kann. Auch Gerhard Hainzinger unterstützt das Anliegen. „Ein Messgerät vorübergehend aufzustellen macht Sinn. Am Ortsausgang Richtung Hopfenau beschleunigen insbesondere Motorradfahrer schon im Ort erheblich, das erlebe ich selbst oft genug“, sagte der Bürgermeister.

Am Ende der Diskussion wurde einstimmig beschlossen, dass ein mobiles Geschwindigkeitsmessgerät beschafft werden soll, das dann wechselweise an den Ortsausgängen in allen Ortsteilen aufgestellt werden kann. Klaus Schäffler, einer der Initiatoren des Antrags zeigte sich nach der Sitzung zufrieden: „Für uns ist die Sache gut gelaufen. Wichtig war uns außerdem, dass sich bei der Diskussion gezeigt hat, dass es sich nicht nur ein Einsbacher Problem handelt, sondern auch andere Gemeindeteile betroffen sind“, so Schäffler.

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