Eine freie Fläche neben einer Halle
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Schlechter Standort: Ein Landwirt möchte links neben dieser Halle am Ortsausgang von Wiedenzhausen eine weitere Halle errichten. Der Gemeinderat befürwortet das Vorhaben, wenn sie hinter der bestehenden Halle gebaut wird. cst

Zwei Vorhaben im Gemeinderat Sulzemoos behandelt

Lager- und Maschinenhallen hoch im Kurs

Um den Neubau von zwei Lager- und Maschinenhallen ging es in der jüngsten Sitzung des Sulzemooser Gemeinderats.

Sulzemoos – Mit dem Neubau von zwei Lager- und Maschinenhallen hat sich der Sulzemooser Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung befasst. In einem Fall stimmten die Räte unter bestimmten Bedingungen einhellig zu, im anderen Fall wurde das Vorhaben zwangsläufig einstimmig abgelehnt.

Am westlichen Ortsausgang von Wiedenzhausen möchte ein Landwirt aus dem Ort eine 20 auf 40 Meter große landwirtschaftliche Lager- und Maschinenhalle errichten und hatte dazu eine entsprechende Bauvoranfrage gestellt. Die Halle soll westlich einer bereits bestehenden landwirtschaftlichen Maschinenhalle des Landwirts gebaut werden. „Der Bauherr argumentiert, dass die alte Hofstelle im Ort abgerissen wurde und der Platz nun nicht mehr ausreicht“, erklärte Bürgermeister Johannes Kneidl. Da sich das Bauvorhaben im Ortsaußenbereich befindet, sei maßgeblich, dass eine Privilegierung vorliege. Ob dies der Fall sei, müsse die Baubehörde im Landratsamt Dachau prüfen.

Der Rathauschef regte an, die Halle nördlich und nicht westlich der bestehenden Halle zu situieren. „Das ist kompakter und beeinträchtigt das Ortsbild nicht so stark. Andernfalls hätten wir am Ortseingang drei Hallen, die wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht sind“, findet er. Und eine Sache ist ihm besonders wichtig: „Ich sehe die neue Halle ganz klar als landwirtschaftliche Halle. Falls in einigen Jahren ein Antrag auf Umnutzung gestellt wird, sollten wir uns einig sein, dass wir ihn dann ablehnen. Wer dagegen ist, kann sich jetzt äußern.“ Denn die bestehende Halle aus dem Jahr 1991 wurde bereits 1995 zu 50 Prozent als gewerbliche Lagerhalle umgenutzt. Mittlerweile wird sie aber wieder vollständig landwirtschaftlich genutzt.

Seitens der Gemeinderäte gab es keine Einwände, sie stimmten der Bauvoranfrage unter der Bedingung, dass eine Privilegierung vorliegt und die Halle nördlich der bestehenden Halle situiert wird, einhellig zu.

Ein Bauantrag wird abgelehnt

Abgelehnt wurde hingegen ein Antrag auf den Neubau einer Lager- und Maschinenhalle an der Südost-Ecke eines Grundstücks am Schlossgut Sulzemoos. Die gewerblich genutzte Halle soll aus Holz errichtet werden, hat eine Größe von 30 auf 15 Meter und ist knapp acht Meter hoch. Für das Grundstück gab es bis Ende 2013 einen zeitlich begrenzten vorhabenbezogenen Bebauungsplan, damit dort die Büro-Container der Firma Phönix Solar aufgestellt werden konnten.

„Nun ist dieser Bebauungsplan nicht mehr gültig, und es handelt sich somit um ein Bauvorhaben im Außenbereich, und wir müssten in die Bauleitplanung gehen und Baurecht schaffen, wenn wir den Antragsteller unterstützen möchten“, erläuterte Kneidl. Er rechnet sicher damit, dass das Landratsamt das Vorhaben ansonsten ablehnt. „Das würde den Bauwerber nur Zeit kosten“, findet er.

Bei seiner Frage, ob man den Antragsteller unterstützen soll, zeigten sich einige Gemeinderäte eher skeptisch. „Bei Bauvorhaben im Süden von Sulzemoos wird häufig mit der Sichtlinie auf das Schloss Sulzemoos argumentiert. Wird sie durch dieses Vorhaben nicht beeinträchtigt?“, fragte etwa Martin Fieber. „Der Bauherr zeigt sich bei Bauvorhaben der Gemeinde auch nicht besonders flexibel“, gab Martina Trout zu bedenken. „Das hat damit nichts zu tun. Wir betrachten ausschließlich diesen Antrag, und über den entscheiden wir“, widersprach der Rathauschef.

Am Ende der Diskussion beschlossen die Räte einstimmig, den Antrag abzulehnen. „Ich werde mit dem Bauwerber Kontakt aufnehmen und ihn nach seinen Vorstellungen fragen. Dann entscheiden wir weiter“, erklärte Johannes Kneidl die weitere Vorgehensweise.

Christian Stangl

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