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Die Führungen mit Klärmeister Johann Naßl (im Bild hinten) waren auch für die jüngeren Besucher sehr interessant.

Neue Kläranlage in Sulzemoos

Millionenprojekt im Kostenrahmen

Es ist ein Millionenprojekt und die größte Baumaßnahme in Sulzemoos der letzten Jahre. Die Rede ist von der neuen Kläranlage. Jetzt ist die hochmoderne Anlage offiziell eingeweiht worden. Zahlreiche Besucher informierten sich beim Tag der offenen Tür.

Sulzemoos– In seiner Rede zur Eröffnung der neuen Kläranlage ließ Bürgermeister Gerhard Hainzinger den steinigen Weg bis zur Einweihung Revue passieren (siehe Infokasten). Er bezeichnete die Anlage als „Hightech-Unternehmen“ und hob hervor, dass die geschätzten Kosten in Höhe von rund 6 Millionen Euro – darunter fallen neben dem Bau der Kläranlage auch die Errichtung der Druckleitung nach Wiedenzhausen und Orthofen sowie der Rückbau der Kläranlage in Wiedenzhausen – um nur 0,54 Prozent überschritten wurden.

Dies sei einer umfangreicheren Ausstattung des Labors geschuldet. „Erreicht haben wir das durch die Gründung eines Kommunalunternehmens, Glück bei der Auswahl der Firmen, Nachverhandlungen und Festpreisverträgen“, so der Rathauschef, der glaubt, dass eine vergleichbare Anlage heute schon bis zu 9 Millionen Euro kosten würde.

Die neue Anlage deckt bis auf den Ortsteil Einsbach das gesamte Gemeindegebiet ab. Denn die Kläranlage in Einsbach wurde erst 2008 saniert. „Doch irgendwann in der Zukunft wäre es auch möglich, das Abwasser von Einsbach nach Sulzemoos zu pumpen“, erklärte Hainzinger. Zum Schluss hatte er noch eine gute Nachricht: „Wir werden bei den Verbesserungs- und Ergänzungsbeiträgen unterhalb der Schätzungen bleiben“, versprach er.

Die Glückwünsche des Landkreises überbrachte der stellvertretende Landrat Helmut Zech. „Es ist wichtig, die Rahmenbedingungen abzuklären und die Eigenständigkeit im Auge zu haben. Das Abwassersystem ist eins der wertvollsten Dinge, das in der öffentlichen Hand liegt“, sagte er im Hinblick auf die zunehmende Privatisierung. Auch der Staat könne vernünftig bauen und die Kosten einhalten. Als Geschenk überreichte er einen Gutschein für die Pflanzung eines Baumes an Bürgermeister Gerhard Hainzinger.

Planer Rupert Mayr vom gleichnamigen Ingenieurbüro betonte, dass die neue Kläranlage ein „vernünftiger und guter Weg“ sei und „Vorbildcharakter“ für andere Kommunen im Landkreis habe. „Es wurden alle Termine eingehalten und die Baukosten nicht überschritten“, so Mayr.

Den kirchlichen Segen erteilte Pfarrer Martin Njavro. Er bat Gott darum, dass die Anlage dem Wasser seine natürliche Kraft und Reinheit zurückgeben möge und die Natur vor Zerstörung bewahrt werden solle.

Im Anschluss hatten alle Bürger die Möglichkeit, die neue Kläranlage zu besichtigen und sich selbst ein Bild über die Abwasserbeseitigung zu machen. Bei Führungen über die Anlage erläuterte Klärmeister Johann Naßl die einzelnen Schritte der Abwasserreinigung und stand für Fragen zur Verfügung. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Christian Stangl 


Der lange Weg zur neuen Kläranlage

Bereits 2011 begann der Gemeinderat auf Druck des Wasserwirtschaftsamtes mit den ersten Überlegungen für eine neue Abwasserbeseitigung. Zunächst wurde in Betracht gezogen, das Wasser nach Dachau oder Geiselbullach (Amperverband) zu pumpen. Da dies nicht möglich war, wurde eine gemeinsame Kläranlage der Gemeinden Odelzhausen, Pfaffenhofen und Sulzemoos angestrebt. Pfaffenhofen stieg aus dem Vorhaben schon recht bald aus. Nach den Kommunalwahlen im Jahr 2014 gingen auch Odelzhausen und Sulzemoos getrennte Wege. Daher blieb nur noch der Bau einer eigenen Kläranlage. Aufgrund des besseren Vorfluters (Rohrbach) und der Nähe zur Glonn wurde zunächst ein Standort bei Orthofen favorisiert. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch am Widerstand der Bevölkerung, sodass Anfang 2015 trotz des schwächeren Vorfluters (Steindlbach) schließlich ein Neubau am bisherigen Standort in Sulzemoos geplant wurde. Ende Juni 2015 wurde zur Abwicklung des Bauvorhabens ein Kommunalunternehmen gegründet. Am 13. Mai 2016 fand der Spatenstich zum Neubau der Kläranlage statt. Im Frühjahr 2017 nahm die Anlage ihren Betrieb auf und heuer im Juli waren schließlich auch die Außenanlagen hergestellt. cst

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