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Viele Anregungen auf Sulzemooser Bürgerversammlung: Schulweghelfer machen sich Sorgen

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Sorgen und Anregungen der Einsbacher Schulweghelfer trug Andreas Gehlhar vor.
Sorgen und Anregungen der Einsbacher Schulweghelfer trug Andreas Gehlhar vor. © cst

Bei seiner ersten Bürgerversammlung (wir berichteten) hat sich der Sulzemooser Bürgermeister Johannes Kneidl den Fragen der Bürger gestellt. Einige hatten dazu bereits im Vorfeld schriftlich ihre Fragen eingereicht oder holten das während der Versammlung per E-Mail nach. Einige waren auch persönlich in die Sulzemooser Turnhalle gekommen, um den Bürgermeister um eine Antwort zu bitten.

Verkehrsinsel, Gehweg und Beleuchtung

Siegfried Ketterl aus Einsbach bat darum, einen kaputten Baum in einer Verkehrsinsel in der Windener Straße zu ersetzen und er wies darauf hin, dass beim Gehweg in der Brucker Straße auf Höhe der Wallfahrtskirche der Belag sanierungsbedürftig sei. „Der Baum wird im Frühjahr ausgetauscht und um den Gehweg wird sich das Bauamt kümmern“, versprach Kneidl.

Zudem regte Ketterl an, die gemeindliche Straßenbeleuchtung energiesparend auf LED-Technik umzustellen und fragte, ob ein Zuschuss für eine Bank im gemeindlichen Friedhof möglich sei. „Das ist nichts Neues für uns. Wir haben unsere Straßenbeleuchtung bereits in zwei Tranchen energieoptimiert. Neubauten sind immer LED-Technik. Das haben wir laufend auf dem Schirm“, sagte der Rathauschef dazu. Falls Bedarf sei, ließe sich bezüglich eines Zuschusses für eine Friedhofsbank seitens der Gemeinde sicherlich etwas machen, ergänzte er.

Robert Wein aus Sulzemoos schlug vor, einen Vorlaufbesen für den Gemeindetraktor zu beschaffen, da die Geh- und Radwege zum Teil verschmutzt seien. Zudem wies er darauf hin, dass zwischen Ziegelstadel und dem Wertstoffhof Wasser über die Straße laufe und eine Firma im Gewerbegebiet Werkstoffe mittels Wasser schneide und dieses Wasser auf den Gehweg ablaufe.

Johannes Kneidl erklärte, dass die meisten Geh- und Radwege gar nicht von der Gemeinde unterhalten würden. Man werde aber über den Einsatz des Vorlaufbesens noch ergebnisoffen diskutieren.

Dass Wasser über die Straße laufe, sieht auch der Gemeindechef als Gefahrenquelle. Man sei dazu bereits in Kontakt mit dem Wasserverband Steindlbach-Kuchlbach. Das Ableiten von Wasser auf den Gehweg sei nicht zulässig, die Firma werde darauf hingewiesen.

Projekt Seniorenwohnheim

Ingrid Katterloher aus Sulzemoos regte den Bau eines Seniorenheimes an, mit Räumlichkeiten für Pflege, Ergotherapie, Physiotherapie und Gestaltungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche sowie einem Café. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Gemeinde so ein Riesenprojekt in Eigenregie umsetzt“, sagte Kneidl. Man werde dafür immer einen Betreiber finden müssen. Er versprach aber, das Thema im Gemeinderat zu diskutieren und verwies auf Angebote in der Umgebung.

Projekt Einheimischenmodell

Franz Kronschnabl wollte wissen, wann das nächste Projekt für ein Einheimischenmodell ansteht. „Es gibt eine Potenzialfläche im Gemeindeteil Wiedenzhausen“, antwortet Kneidl. Mehr wollte er dazu noch nicht verraten. Weitere Projekte stünden derzeit nicht an.

Problematik Wohnraum

Thomas Wagner aus Einsbach fragte, warum man wegen der hohen Wohnraumnachfrage nicht mehr Doppelhäuser statt Einzelhäuser baue. „Wir haben unsere Planungen aus Erfahrungen heraus immer so gemacht. Erst in den letzten fünf Jahren hat sich die Situation verschärft“, erklärte der Rathauschef. Man werde das Thema bei jeder neuen Planung aber diskutieren müssen. „Wir haben das im Auge“, so Kneidl.

Sorgen der Schulweghelfer

Andreas Gehlhar aus Einsbach wandte sich im Namen der Schulweghelfer an den Bürgermeister. Er mutmaßte, dass Lkw-Fahrer zur Vermeidung der Mautstellen auf der Autobahn die Abkürzung über Einsbach nutzten. „Wie kriegt man das untersucht? Riesige 40-Tonner, die morgens bei den Kindern vorbeifahren, sind wirklich nicht mehr feierlich“, findet er. „Es handelt sich um eine Zubringer- und Umleitungsstrecke“, stellte Kneidl fest. Es sei nicht zu erwarten, dass dort Sperren für Lkw möglich seien.

Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung für bestimmte Fahrzeuggruppen hält er für nicht umsetzbar. Er versprach, es an die beiden Bundestagsabgeordneten des Landkreises heranzutragen, ob die Mautstelle anders platziert werden könnte. „Was Geschwindigkeitskontrollen betrifft, ist die Polizeipräsenz in der Gemeinde zurzeit sehr hoch, aber das Ganze ist natürlich immer ressourcenabhängig“, fügte er hinzu. Wenn man das Gesamtpaket – Ampel, Geschwindigkeitsanzeigen, Tempo 30 vor dem Kindergarten, Banner am Schulanfang, Querungshilfen am Ortseingang, zwei Schulweghelferübergänge und nicht zuletzt die Schulweghelfer – betrachte, habe man „die beste Situation, die man überhaupt nur haben kann“, glaubt Kneidl. Zudem versuche man ständig, kleine Verbesserungen einzubringen. „Aber, dass das Kind sicher über die Straße kommt, ist dann im letzten Quäntchen Aufgabe der Eltern.“

Andreas Gelhar wollte zudem wissen, ob am Kinderhaus Einsbach ein weiterer Schulweghelferübergang eingerichtet werden kann. Dies lehnte der Rathauschef ab. „Etwa hundert Meter weiter wird die Ampel installiert, das muss ausreichen.“

Fehlende Gehwege

Gerhard Winter aus Sulzemoos wies darauf hin, dass eine Querstraße im Gewerbegebiet keinen Gehweg besitzt und so Fußgänger von den Firmen auf die Straße ausweichen müssten. „Das wurde damals so geplant, weil im Gewerbegebiet keine Wohnbebauung angedacht war“, erklärte Kneidl. Er sagte zu, das „Thema mitzunehmen“ und betonte, dass eine nachträgliche Änderung schwierig sei.

Gerhard Winter regte außerdem an, auf dem alten Viehtrieb am südlichen Ortsausgang von Sulzemoos einen Gehweg zum Eichenhof zu errichten. „Dort leben zahlreiche Familien mit Kindern, an der dortigen Bushaltestelle gilt Tempo 100 und es befindet sich an der Straße ein Lebensmittel-Automat“, sagte er als Begründung. Dies sah auch der Rathauschef so. „Der Viehtrieb gehört der Gemeinde. Diese Anregung nehmen wir gerne mit“, so Kneidl.

Am Ende der Versammlung, die etwas länger als vorgesehen dauerte, bedankte sich der Bürgermeister für das große Interesse und die zahlreichen Fragen, die er auch auf das „ausgetrocknete Bürgerversammlungs-Feeling“ nach dem Ausfall im vergangenen Jahr zurückführte. Christian Stangl

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