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Schwierigkeiten bei der Nachverdichtung - ob Haus einer Bauwerberin aufgestockt wird, ist völlig ungewiss

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Mehr Wohnraum durch Nachverdichtung: Eine Bauwerberin möchte dieses Haus in der Rohrbachstraße von Wiedenzhausen aufstocken und auf der Südseite im Dachgeschoss einen Erker errichten. Doch so einfach geht das nicht. cst
Mehr Wohnraum durch Nachverdichtung: Eine Bauwerberin möchte dieses Haus in der Rohrbachstraße von Wiedenzhausen aufstocken und auf der Südseite im Dachgeschoss einen Erker errichten. Doch so einfach geht das nicht. © Christian Stangl

Der Gemeinderat von Sulzemoos hat sich bei seiner jüngsten Sitzung mit zwei Bauangelegenheiten befasst. Dabei zeigte sich, dass die Schaffung von neuem Wohnraum durch Nachverdichtung nicht ganz einfach ist.

Sulzemoos – In der Rohrbachstraße von Wiedenzhausen möchte eine Bauwerberin ein bestehendes Einzelhaus aufstocken und auf der Südseite im Dach einen eingeschossigen Erker mit Pultdach errichten. Eine Idee, die von Bürgermeister Johannes Kneidl grundsätzlich begrüßt wurde: „Nachverdichtung auf großen geeigneten Gebäuden ist etwas sehr Sinnvolles“, findet er. Doch es gibt ein Problem:

„Es ist aufgrund von Festsetzungen im Bebauungsplan so nicht möglich“, erklärte Kneidl. Daher wurden im Rahmen einer Bauvoranfrage diverse Befreiungen abgefragt, darunter von der Wandhöhe, von der Begrenzung auf ein Vollgeschoss und eine Genehmigung für den Erker. „Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt Dachau. Und mit diesen Befreiungen wird das Vorhaben garantiert abgelehnt“, ist sich der Rathauschef nach Vorgesprächen mit dem Landratsamt sicher.

Hinzu kommt, dass der Gemeinderat im Januar 2021 eine Bauvoranfrage, die ein Haus auf dem gegenüberliegenden Grundstück betrifft, und bei der ebenfalls eine Überschreitung der Wandhöhe beantragt wurde, abgelehnt hatte. Die Gemeinderäte begründeten dies damit, dass im Baugebiet die Struktur mit Erdgeschoss- und Dachgeschoss-Gebäuden beibehalten werden soll. Dennoch wollte Johannes Kneidl der Bauwerberin entgegenkommen und hatte im Beschlussvorschlag Befreiungen, „mit denen wir leben können und die das Landratsamt möglicherweise genehmigt“, aufgeführt.

Ähnliche Befreiungen hat die Gemeinde in diesem Gebiet in der Vergangenheit bereits erteilt. Eine Befreiung hinsichtlich der Wandhöhe kann demnach nicht in Aussicht gestellt werden. Stattdessen wird empfohlen, die Dachneigung auf 45 Grad zu erhöhen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Der Errichtung eines zweiten Vollgeschosses wird zugestimmt. Auch der Erker kann errichtet werden, er darf jedoch anstatt der beantragten Größe maximal nur ein Drittel der Gebäudelänge lang sein.

Die Gemeinderäte schlossen sich einstimmig diesen Vorschlägen an. Dass das Vorhaben vom Landratsamt genehmigt wird, ist jedoch noch nicht sicher. „Die Chancen stehen Fifty-fifty“, so Kneidl. Der Rathauschef fügte noch hinzu, dass die Bauwerberin alternativ ihren Antrag auch zurückziehen könnte und auf eine Novelle im Baurecht, die demnächst kommen soll, warten könnte.

„Damit können bei Kommunen mit angespannter Wohnungssituation, zu der auch die Gemeinde Sulzemoos gehört, eventuell bestimmte Befreiungen leichter erteilt werden“, so Kneidl. Etwas Konkretes konnte er allerdings noch nicht dazu sagen.

Viel unkomplizierter war hingegen ein Bauantrag zum Neubau einer Doppelgarage auf einem Grundstück im Birkenweg von Wiedenzhausen. „Das Bauvorhaben liegt in einem Bereich ohne Bebauungsplan und richtet sich somit nach der Umgebungsbebauung, in die es sich einfügt“, erläuterte Johannes Kneidl. Die Gemeinderäte stimmten dem Vorhaben ohne weitere Diskussion einstimmig zu.

Christian Stangl

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