Gemeindewappen Sulzemoos

Flügel, Abtstab und silbernes Kreuz

Vor 35 Jahren erhielt die Gemeinde Sulzemoos von der Regierung von Oberbayern die Erlaubnis, ein Wappen und eine Fahne zu führen – ein markanter Punkt in der jungen Geschichte der 1978 im Zuge der Gebietsreform gebildeten Einheitsgemeinde, die bisher kein Wappen hatte.

Sulzemoos – Gemeindewappen sind Hoheitszeichen, die in Bayern nur mit Genehmigung der Gemeinden benutzt werden dürfen. Viele Kommunen und insbesondere die Städte besitzen zum Teil sehr alte Wappen. Es ist jedoch nach Gemeindeordnung auch möglich, ein neues Wappen anzunehmen.

Anfang der 80er Jahre kam in der neu gebildeten Einheitsgemeinde Sulzemoos der Wunsch nach einem eigenen Wappen auf, das dann zum Beispiel auch anstatt des sogenannten kleinen bayerischen Staatswappens im Siegel zu führen wäre. Ein eigenes Wappen ist also auch für Gemeinden ein Stück lokaler Identität, das ein anderes Gewicht besitzt als die heutzutage verbreiteten und immer wieder Änderungen unterworfenen Logos der Kommunalverwaltungen. Heute gibt es bayernweit nur noch etwa zehn Gemeinden, die kein eigenes Wappen besitzen.

Damals war relativ bald klar, dass das neue Wappen einen Bezug zur Geschichte der drei Ursprungsgemeinden Einsbach, Sulzemoos und Wiedenzhausen haben sollte. Und so fasste der Gemeinderat im April 1982 den Beschluss, ein Wappen mit folgender Gestaltung zu führen: „In Rot zwischen einem offenem silbernen Flug, der mit einem schwarzen Balken belegt ist, ein links gewendeter silberner Abtstab, der mit einem silbernen Tatzenkreuz belegt ist.“ Der Inhalt des Hoheitszeichens versinnbildlicht die drei Ortsteile Sulzemoos, Einsbach und Wiedenzhausen.

Für die Geschichte des Gemeindegebiets war vor allem die Hofmark Sulzemoos als Niedergerichtsbezirk bestimmend. Berühmtester Inhaber dieser Hofmark war seit 1546 der Geschichtsschreiber Dr. Wiguläus Hundt. Dass Wappen der Familie Hundt mit den zwei Flügeln wurde daher auch in das Gemeindewappen übernommen.

Der Abtstab steht für die ehemals selbstständige Gemeinde Einsbach, die von 1402 bis zur Säkularisation 1802/03 dem Kloster Fürstenfeld gehörte. Das silberne Kreuz als Attribut des heiligen Florian symbolisiert die im Gemeindeteil Wiedenzhausen stehende Florianskirche. Die neue Fahne der Gemeinde zeigt drei Streifen in der Farbenfolge Rot-Weiß-Rot.

Ende Januar 1983, ein knappes Jahr nach dem Gemeinderatsbeschluss, konnte Landrat Hansjörg Christmann die Verleihungsurkunde der Regierung von Oberbayern an den damaligen Bürgermeister Johann Strobl überreichen.

Christian Stangl

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