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So bergen Retter eingeklemmte Menschen

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Feuerwehrler Gruppenfoto
Rund 30 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst haben im Sulzemooser Gewerbegebiet für den Ernstfall geübt. © Stangl

Echte Schreie, aber zum Glück nur falsches Blut. Die Freiwillige Feuerwehr Sulzemoos hat gemeinsam mit dem BRK-Kreisverband Dachau im Gewerbegebiet von Sulzemoos für den Ernstfall geübt.

Sulzemoos – „Schwerer Verkehrsunfall, zwei Personen eingeklemmt“, so lautete die Einsatzmeldung für die Kräfte der Feuerwehr Sulzemoos und der BRK-Bereitschaften aus Odelzhausen, Indersdorf und Karlsfeld. Sie haben gemeinsam für den Ernstfall geübt. „Ziel der Übung war, dass unsere Neueinsteiger Erfahrungen sammeln können und die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst an der Einsatzstelle noch enger wird“, erklärt der Sulzemooser Feuerwehrkommandant Marcus Huber.

„Es ist wichtig, miteinander zu reden und die Befehls- und Kommandostruktur muss klar sein“, fügt Dr. Frederic William hinzu, der den rettungsdienstlichen Teil der Übung bewertete.

Wie wichtig das ist, zeigt sich an aktuellen Zahlen: Im vergangenen Jahr wurde die Sulzemooser Wehr zu 27 Verkehrsunfällen alarmiert, darunter acht mit eingeklemmten Personen. Der Großteil der Einsätze ereignet sich dabei auf der Autobahn A8, die durch das Gemeindegebiet verläuft.

An der Übungsstelle angekommen, galt es, das in der Ausbildung Erlernte in die Praxis umzusetzen. Gruppenführer Benjamin Kraus musste sich zuerst einen Überblick verschaffen und die Kräfte entsprechend einteilen. Zu den Aufgaben der Feuerwehr gehört dabei eine vollständige Verkehrsabsicherung, Sicherung gegen Brandgefahr, Bereitstellung von hydraulischem Rettungsgerät sowie die Verletztenbetreuung. Beide Unfallopfer wurden vom BRK gestellt, waren professionell geschminkt und gaben auch noch entsprechende Angst- und Schmerzensschreie von sich.

Übung der Feuerwehr an Fahrzeug
Zur Rettung der Eingeklemmten kam hydraulisches Rettungsgerät – hier Spreizer und Schere – zum Einsatz. © Stangl

Die Rettungskräfte versorgten die Verletzten und legten bei der Übung gemeinsam mit dem Gruppenführer die weitere Vorgehensweise fest. Im wichtigsten Teil, der Rettung der beiden eingeklemmten Personen mit Spreizer und Schere, wurde die teils anspruchsvolle Fahrzeugöffnung und -sicherung gut gemeistert, und es zeigte sich, wie unabdingbar eine enge Absprache zwischen dem Rettungsdienst und der Feuerwehr ist.

Bei der folgenden Manöverkritik wurden kritisch auch Fehler und Verbesserungsvorschläge angesprochen.

Im zweiten Teil der Übung lag ein ähnliches Szenario wie beim ersten Mal vor: Wieder waren zwei Personen eingeklemmt, doch das Fahrzeug war diesmal in den Graben gerutscht, und zur Rettung musste das Dach des Fahrzeugs entfernt werden. Dabei zeigte sich, dass alle Teilnehmer die Punkte aus der Nachbesprechung konsequent umsetzten oder wie Dr. Frederic William es ausdrückte: „Beim ersten Mal habt Ihr gut gearbeitet, und beim zweiten Mal war es noch besser.“

Kreisbrandinspektor Thomas Burgmair, der die Übung ebenfalls mitverfolgt hatte, bedankte sich im Namen der Kreisbrandinspektion Dachau bei allen Teilnehmern: „Es freut mich, dass auch in Corona-Zeiten noch solche Übungen stattfinden und dass viele Neueinsteiger mitgemacht haben.“

Im Anschluss gab es für alle im Feuerwehrhaus Sulzemoos noch eine deftige Brotzeit.

cst

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