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Bei einer kurzweiligen Führung mit Dr. Annegret Braun (links) konnten sich die Besucher in die 50er Jahre zurückversetzen lassen.

Wanderausstellung „Die 50er Jahre im Landkreis Dachau“ in Sulzemoos

Jedes Stück erzählt eine Geschichte

Die Ausstellung „Die 50er Jahre im Landkreis Dachau“ ist jetzt in Sulzemoos zu sehen.

Sulzemoos– Die Wanderausstellung „Die 50er Jahre im Landkreis Dachau – Wirtschaftswunder und Verdrängung“ macht jetzt auch Station in Sulzemoos. Die Heimatforscher der „Geschichtswerkstatt im Landkreis Dachau“ unter der Leitung der Kulturwissenschaftlerin Dr. Annegret Braun zeigen dabei, wie die Menschen in der Gemeinde Sulzemoos und im restlichen Landkreis die 50er Jahre erlebten. Zum Auftakt kamen zahlreiche große und auch kleine Besucher ins Sulzemooser Rathaus, um die Ausstellung bei einer Führung mit Dr. Annegret Braun näher unter die Lupe zu nehmen.

Dabei steht hinter all den Exponaten eine Geschichte. Einen großen abgenutzten Teddybären hatten Hamsterer aus München in der Nachkriegszeit gegen Mehl getauscht. In den Fünfziger Jahren war er das Lieblingsspielzeug von Christine Hupf aus Sulzemoos. Zu sehen sind auch die Nähmaschine und die Kleider von Genoveva Ketterl aus Einsbach. Damit stattete die Schneiderin modebewusste Damen aus der ganzen Gegend aus. Sie und ihre Schwester hatten auch den ersten Fernseher im Dorf. Nachmittags war die Wohnstube voll mit Kindern, und abends kamen dann die Erwachsenen, sogar vom Nachbardorf, zum Fernsehen. Ein nachgebautes Wohnzimmer lässt die Einrichtungsideen des Jahrzehnts noch einmal in voller Blüte erscheinen.

Zudem zeigen viele Fotos das Leben in den 50er Jahren in der Gemeinde Sulzemoos, so zum Beispiel der ADAC auf dem Motorrad, der bei der Bäckerei Hupf seine Pausen einlegte. Anhand einiger Luftaufnahmen wird deutlich, wie massiv sich die Orte zum Teil verändert haben.

An einer Hörstation kommen auch einige Bürger zu Wort. Unter anderem erzählt Christiane Lutter, wie sie aus Kostengründen in „Ami-Schlitten“ per Anhalter reiste und wie ihr erster amerikanischer Hamburger geschmeckt hat. Und Hildegard Keller berichtet über die Anfänge der Firma Kneidl.

Leugnung und Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit zeigt die Ausstellung an verschiedenen Beispielen: So wird Dachau auf einer Landkreiskarte, die auch im Schulunterricht verwendet wurde, als idyllische Häuseransammlung dargestellt. Das Flüchtlingslager „Wohnsiedlung Dachau-Ost“ mit knapp 2000 Bewohnern auf dem ehemaligen KZ-Gelände wird nicht einmal angedeutet.

Die sehenswerte Ausstellung gastiert noch bis zum 19. Mai in Sulzemoos und ist zu den Geschäftszeiten des Rathauses geöffnet. Die Anmeldung für die Veranstaltungen und zusätzliche Führungen sind auf Anfrage bei Dr. Annegret Braun (0 81 35/93 88 54) oder per E-Mail an annegret_braun@t-online.de möglich.

 CHRISTIAN STANGL

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