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Einweihung der Museumshütte mit viel Prominenz: v.l. Dr. Annegret Braun, Vizebürgermeister Wolfgang Huber, Bürgermeister Johannes Kneidl, Gröbenzells Bürgermeister Martin Schäfer, Altbürgermeister Gerhard Hainzinger, der frühere dritte Bürgermeister Paul Schmid und Bergkirchens Bürgermeister Robert Axtner.  

Sulzemoos weiht Kneißl-Museumshütte ein

Auf den Spuren des Räuber Kneißl

Seit drei Wochen gibt es den Räuber-Kneißl-Radweg nun. An verschiedenen Stellen können sich die Radler über Mathias Kneißl informieren. Unter anderem in der Museumshütte – die jetzt eröffnet wurde.

Sulzemoos – Drei Wochen nach der Eröffnung des Räuber-Kneißl-Radwegs ist jetzt die Museumshütte an der Station in Sulzemoos im Beisein aller Beteiligten und vieler Ehrengäste offiziell eröffnet worden. Bürgermeister Johannes Kneidl zeigte sich über die Resonanz, die der Radweg in den vergangenen Wochen erfahren hat, sehr erfreut. „Das ist eine ganz tolle Geschichte. Man sieht einen Radfahrer nach dem anderen“, so Kneidl.

Der Radweg mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern teilt sich auf vier separate Rundtouren auf und führt durch die sieben Gemeinden der Westallianz – Bergkirchen, Gröbenzell, Karlsfeld, Maisach, Odelzhausen, Pfaffenhofen und Sulzemoos. Entlang der Wegstrecke gibt es neun Rastplätze, die mit Bänken, Infotafeln und Fahrrad-Servicestationen ausgestattet sind.

Dort können sich die Radler über die Historie von Mathias Kneißl, der 1902 mit gerade einmal 26 Jahren auf dem Schafott starb, informieren. „Der Räuber-Kneißl-Radweg verbindet unsere Gemeinden. Wenn man auf Kneißls Spuren wandelt, dann auf jeden Fall in Sulzemoos“, ist der Rathauschef überzeugt.

Kneißl zog im Alter von elf Jahren mit seiner Familie in die Schachenmühle bei Sulzemoos und besuchte dort die Dorfschule. Deshalb geht es bei der Station am Kirchplatz in Sulzemoos um die Kindheit und Jugend des Räubers. „Wir möchten allerdings nicht einen Verbrecher verherrlichen, sondern kritisch hinterfragen, wie es möglich ist, dass ein junger Mensch so auf die schiefe Bahn gerät“, sagte Kneidl. Mathias Kneißl sei sicherlich nicht das, was man sich unter einem typischen Räuber vorstellt.

Daher behandelt die Station in Sulzemoos das Thema Chancenlosigkeit. Die Historikerin Dr. Annegret Braun, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, stellte das Konzept der Museumshütte vor und betonte dabei, dass es auf Familien und insbesondere auf Kinder ausgerichtet ist. In der Hütte gibt es neben Scherenschnitten der einzelnen Familienmitglieder und Lebensbeschreibungen zwei rekonstruierte Schulbänke zum Anfassen und Hinsetzen. An Schiefertafeln können Kinder das Schreiben mit dem Griffel ausprobieren. Zudem dürfen sie Bilder malen und an einer Pinnwand aushängen.

An einer Hörstation können Texte aus Original-Quellen abgehört werden, wie beispielsweise Zitate der Gendarmen, die Kneißl wegen Schulschwänzen abgeholt haben, oder Beurteilungen seines Lehrers. Die Lebensgeschichte Kneißls wird dabei in sieben Kapiteln von zwei Kindern erzählt. Gezeigt werden außerdem eine Reihe von Informationstafeln und Plakaten.

„Es lohnt sich, dort öfter hinzugehen“, findet Annegret Braun. Sie freut sich besonders darüber, dass es bereits erste Anfragen von Vorschulkindergruppen gibt, die die Hütte besuchen möchten.

Bürgermeister Johannes Kneidl bedankte sich bei allen, die an der Hütte mitgewirkt haben und überreichte an Dr. Annegret Braun als symbolisches Dankeschön eine Topfblume. Im Anschluss waren alle Beteiligten im Gasthof Hainzinger in Einsbach zu einer zünftigen Brotzeit eingeladen.

Weitere Informationen zum Radweg, zu den GPS-Daten und zu einer kostenfreien Audioguide-App gibt es im Internet unter räuber-kneissl-radweg.de

cst

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