S-Bahn München: Polizeieinsatz am Flughafen - S1 und S8 wenden vorzeitig

S-Bahn München: Polizeieinsatz am Flughafen - S1 und S8 wenden vorzeitig
+
Notburga Schmid starb völlig unerwartet.

Trauer um Notburga Schmid

So leise, wie sie lebte, ist sie gegangen

Im Alter von 76 Jahren ist Notburga „Burgi“ Schmid in Sulzemoos gestorben. Die frühere Ortsbäuerin war der Mittelpunkt einer großen, geliebten Familie.

Sulzemoos – Im Gästeschlafzimmer des Schmidbauernhofes in Sulzemoos liegen sorgsam aufgereiht eine Menge liebevoll verpackter Weihnachtsgeschenke. Jedes der Päckchen ist mit einem Namen versehen. Notburga Schmid ist mit ihren letzten Vorbereitungen für den Heiligen Abend fertig, der Kalender in der gemütlichen Bauernstube zeigt den 23. Dezember an. Doch verteilen kann die geliebte Ehefrau, Mutter, Schwiegermutter und Oma ihre Geschenke nicht mehr. Sie stirbt einen Tag vor Heilig Abend. Ehemann Michael findet sie tot auf dem Fußboden liegend, als er nach einer halben Stunde vom Hof ins Haus zurückkehrt.

Keiner kann, keiner will begreifen, was geschehen ist, denn der Tod von Burgi kam plötzlich und völlig unerwartet. Einziger Trost ist für ihre Angehörigen der tiefe Glaube, den auch die Verstorbene überzeugend und praktizierend gelebt hat.

Notburga Schmid erblickte am 1. Juli 1941 in Hölking im Landkreis Rosenheim das Licht der Welt. Sie wuchs am elterlichen Bauernhof mit ihrem Bruder Matthias auf und verbrachte dort eine schöne Kindheit. Nach der Volksschule in Söchtenau erlernte sie die Hauswirtschaft in Altenhohenau. Der Zufall hat es wohl so gewollt, aber als Burgi 20 Jahre alt war, absolvierte Michael Schmid aus Sulzemoos in der Nähe von Hölking eine Landwirtschaftslehre. Die beiden verliebten sich und heirateten 1964.

Fortan war Sulzemoos die neue Heimat von Burgi. Ein Jahr später gebar die junge Ehefrau Zwillinge, die aber aufgrund ihrer Frühgeburt verstarben. 1966 konnten Burgi und Miche dann endlich ihre kleine Notburga in den Armen wiegen, und 1969 ein Bübchen namens Michael. Die Zeit verging, zusammen arbeitete man am Hof und auf den Feldern, Michael ging zusätzlich noch in die Arbeit, und die beiden Kinder wurden erwachsen. 1992 rissen die Schmids das alte Haus ab und bauten neu.

Und dann kamen die ersten Enkelkinder, und für Burgi, die sich 30 Jahre lang als Ortsbäuerin von Sulzemoos engagiert hatte, beim Musik-, Gartenbau- und Schützenverein Mitglied war, begann eine ganz neue Zeit. Bei ihr gab es den „Oma-Tag“. Der war immer am Freitag. Da kochte Burgi auf, und alle sechs Enkelkinder waren am Essenstisch herzlich willkommen. Auch bis zuletzt, obwohl der älteste Enkel schon 25 ist.

Da musste Opa Miche nur kurz eine WhatsApp verschicken, und wer Zeit hatte, der richtete es sich so ein, dass er mit den Großeltern essen konnte. Auch ihre Goldene Hochzeit vor dreieinhalb Jahren feierten Notburga und Michael Schmid mit ihren Kindern, wozu sie auch ihre Schwiegertochter und den Schwiegersohn zählen, und ihren Enkelkindern zusammen. Die Jacke, die Burgi damals in der kleinen Wallfahrtskirche zu Birkenstein an ihrer Goldenen Hochzeit trug, die hatte man jetzt ausgesucht, um die Verstorbene für ihren letzten Gang vorzubereiten. Auf Bitten der Kinder und Enkelkinder behielten sie Burgi noch einen ganzen Tag im Haus aufgebahrt und waren beim Einrichten in den Sarg mit dabei.

Notburga Schmid war eher ein leiser Mensch, und genauso leise ist sie auch gegangen. Sie hatte aber eine ganz besondere Liebe zu ihren Kindern und Enkelkindern, und war allezeit bis zur letzten Stunde immer für sie da. „Eine Oma“, wie sie selbst sagen, „wie man sie sich nur wünschen kann, sehr umsorgend, unterstützend und hilfsbereit für die ganze Familie“.

Da wunderte es niemand, dass die Kirche in Sulzemoos bei der Beerdigung brechend voll war. Sogar Pfarrer Paul Hauser kam aus dem über 600 Kilometer entfernten Grefrath, um gemeinsam mit Pfarrer Martin den Seelengottesdienst zu zelebrieren. „Das bin ich der Burgi schuldig“ sagte er zu Michael Schmid. Denn auch er war oft und gerne, als er noch Pfarrer in Einsbach und Sulzemoos gewesen war, zu Gast bei Burgi Schmid und deren Familie.

mw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Er ist der Herr der Reservierungen - und verrät einen speziellen Wunsch, den viele Promis haben
Er ist auf dem Dachauer Volksfest der Herr über die Reservierungen: Seit 13 Jahren kümmert sich Manfred Schendzielorz um das Festbüro im großen Zelt. Ein Job, bei dem er …
Er ist der Herr der Reservierungen - und verrät einen speziellen Wunsch, den viele Promis haben
Hoftheater geht in Sommerpause
Das Hoftheater Bergkirchen hat sich nach Ende des 4. Musikalischen Theatersommers in die Sommerpause verabschiedet. Mehr als 2 500 Zuschauer haben die 17 Vorstellungen …
Hoftheater geht in Sommerpause
Gemeinsam gegen die Sucht
Suchtkranke fahren mit ihren Motorrädern einmal quer durch Bayern. Der Freundeskreis Sulzemoos veranstaltete das Treffen in diesem Jahr.
Gemeinsam gegen die Sucht
Brainstorming im Bierzelt zum Thema Verkehr
Hochrangige CSU-Vertreter aus dem Landkreis Dachau und München haben sich auf dem auf dem Dachauer Volksfest zum Austausch über wichtige politische Themen getroffen. …
Brainstorming im Bierzelt zum Thema Verkehr

Kommentare