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„Wer daheim bleiben muss, ist richtig enttäuscht“: Daniela Fiedler hält mit ihrer Familie in Ziegelstadel sechs Alpakas und bietet Spaziergänge mit ihnen an.

Daniela Fiedler aus Ziegelstadel bietet etwas andere Spaziergänge an

Mit den Alpakas auf Wanderschaft gehen

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In Ziegelstadel bei Sulzemoos gibt es eine Herde der friedlichen, neugierigen Alpakas. Daniela Fiedler bietet Wanderungen mit den Tieren an. Nur Füttern ist verboten.

Ziegelstadel – Große, schwarze Kulleraugen, ein kuscheliges Fell und eine wuschelige Frisur: Da schmilzt jedes Herz dahin. Kein Wunder, dass sich Alpakas in den vergangenen Monaten zu den Trendtieren schlechthin entwickelt haben. Daniela Fiedler aus Ziegelstadel bei Sulzemoos hat sich schon vor ein paar Jahren in die Tiere, die ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammen, verliebt.

Inzwischen hält die 37-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann Stefan und den beiden Kindern Tim (12) und Leon (6) sechs Alpakas und bietet sogar Wanderungen mit ihnen an. Fiedlers Großvater hatte einen Bauernhof, den Umgang mit Tieren ist sie von klein auf gewohnt. Mit ihrer eigenen Familie besitzt sie seit langem Hasen und Hennen, irgendwann entstand der Wunsch nach einem größeren Tier. Dann kam ein Urlaub in Inzell: „Dort haben wir zufällig Alpakas gesehen und waren sofort begeistert“, erzählt sie. „Zuerst hat uns das Aussehen fasziniert und dann ihr ruhiges Wesen.“

Daniela Fiedler, die hauptberuflich als Kinderpflegerin arbeitet, entschloss sich, einen Kurs über die Alpakahaltung zu machen. Vor drei Jahren war es dann so weit: Mit Herdenführer Ben und den beiden Jungtieren Santos und Jason kamen die ersten drei Alpakas nach Ziegelstadel.

Heute tummeln sich Ben, Santos, Jason, Pedro, Jil und Figo auf der Weide direkt hinter dem Haus der Fiedlers. Viel Platz haben die Tiere dort, den ganzen Tag können sie herumtollen und im Sommer auch mal durch den Wassersprenger laufen.

Und manchmal geht es auf Wanderschaft. Die Alpakas sind neugierig und haben Spaß an den Spaziergängen: „Wenn ich einmal nicht alle mitnehmen kann, sind die, die daheim bleiben müssen, richtig enttäuscht“, sagt Fiedler. Manche der Tiere waren es schon gewohnt, am Halfter und der Leine zu gehen. Jason, Santos und Pedro musste es Daniela Fiedler erst beibringen. Ihr Rezept: Viele Leckerlis, Geduld und Zeit. „Am Anfang sind wir jeden Tag nur ein paar Minuten gegangen, dann immer länger.“

Inzwischen ist Fiedler bei den Wanderungen meist rund eineinhalb Stunden unterwegs. Es geht durch den Wald und über die Wiesen des Hinterlandes. Jede Führung und jede Gruppe ist anders. Familien mit Kindern sind genauso dabei wie Rentner und gestresste Stadtbewohner, die in der Natur ausspannen wollen. „Ganz besonders beliebt sind die Wanderungen auch bei jungen Pärchen zwischen 20 und 30“, so die Erfahrung von Daniela Fiedler.

Warum die Teilnehmer so eine Alpaka-Wanderung machen? „Es ist super entspannend“, sagt Franziska Schröer (35), die mit ihrer Mutter und ein paar Freunden den Spaziergang macht. „Man wird ganz ruhig und ist ganz bei sich und bei dem Tier.“ Ihr Lieblings-Alpaka ist Jason, ein ausgeglichenes Tier, das manchmal vor sich hin pfeift.

„Mensch und Tier müssen zusammenpassen“, erklärt Daniela Fiedler. Denn jedes Alpaka hat seinen eigenen Charakter. Ben, der Anführer, läuft gerne voraus, muss aber wissen, wer der Chef ist. Er hat seinen eigenen Kopf: „Da kann es schon mal passieren, dass er sich in den Wald legt und eine Pause einlegt. Und er stibitzt gerne Bommelmützen.“ Pedro verteilt gerne mal ein Küsschen, Figo mag lieber weiter vorne laufen, und Jil, einer der jüngsten, „ist manchmal ein kleiner Kasperl“, so Fiedler. „Und er liebt es, am Hals gestreichelt zu werden.“ Der weiße Santos wiederum hat eine ganz große Vorliebe für Wasser. Jede Pfütze und jeden Bach entdeckt er sofort – und würde am liebsten gleich darin plantschen.

Alle Tiere fassen schnell Vertrauen zu den Menschen, auch die Spaziergänger, die an ihrer Weide vorbeigehen, interessieren sie. An sie hat Fiedler eine große Bitte: „Die Alpakas dürfen nicht gefüttert werden“, betont sie. „Wenn sie etwa Obst, Gemüse oder Getreide fressen, kriegen sie Koliken und können im schlimmsten Falle sogar sterben.“ 

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