Symposien zur Zeitgeschichte in Dachau werden fortgesetzt

Dachau - Der Kulturausschuss des Dachuer Stadtrats hat seinen Willen für eine aktive Erinnerungsarbeit ausdrücklich bekundet und den Fortgang des Dachauer Zeitgeschichtssymposium beschlossen.

Nachdem sich Dr. Bernhard Schoßig aus der Leitung der wissenschaftlich ausgerichteten alljährlichen Veranstaltung zurückzieht, wurde Prof. Sybille Steinbacher als Nachfolgerin benannt. Wie schon im laufenden Jahr stellt die Stadt auch künftig 20 000 Euro für die Symposien bereit.

Steinbacher will bei der Fortführung die Tradition der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Dritten Reiches in Deutschland, die Dachau den Ruf eines Lern- und Erinnerungsortes eingebracht hat, in ihr Konzept aufnehmen. Für die künftige Gestaltung legt sie zwei Prämissen zu Grunde: Zum einen sollen sich nicht ausschließlich Spezialisten in Dachau zusammenfinden, sondern das Symposium soll einer breiten interessierten Öffentlichkeit ein Forum der Information und Diskussion über Themen der NS-Geschichte bieten. Zum anderen soll die Veranstaltung ein Spiegel der aktuellen Erinnerungskultur in Bezug auf den Umgang mit der NS-Geschichte sein. Sybille Steinbacher sieht in den Kontakten zu Orten einstiger deutscher Gewaltherrschaft wie Oradour eine neue Entwicklung, die vielfältige Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte und ihren Gegenwartsbezügen bietet.

Günter Heinritz (SPD), Zeitgeschichtsreferent im Stadtrat, und Bürgermeister Claus Weber (FW) wünschten sich, dass neben der Wissenschaft auch wieder mehr Bürger zur Veranstaltung kommen. OB Peter Bürgel stellte dazu fest, dass die Erwartungen nicht ganz realistisch seien. Die Reihe des Dachauer Symposiums zur Zeitgeschichte habe großen Anklang gefunden. Bürgel: „Verlassen wir das Konzept, ist die Frage, was daraus wird.“

In der Diskussion regte der Kulturreferent Dr. Dominik Härtl (CSU) an, ergänzend zu diesem wissenschaftlichen Forum eine Veranstaltungsform zu finden, mit der man die Bevölkerung stärker erreichen kann. (don)

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