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Weist auf viele Mängel hin: Talip Yüksel.

„Dachau ist eine Behindertenwüste“

Behindertenbeauftragter prangert an

Dachau - In Dachau läuft einiges schief im Hinblick auf die Belange von Menschen mit Behinderung. Das behauptet jedenfalls Talip Yüksel, der Behindertenbeauftragte der Stadt.

Talip Yüksel ist der Behindertenbeauftragte der Stadt. Seit eineinhalb Jahren will er in dieser Eigenschaft den Behinderten das Leben in Dachau leichter machen – aber oft würden ihm Steine in den Weg gelegt. Christine Unzeitig, Vorsitzende des Vereins Behinderte und Freunde Stadt und Landkreis Dachau, stimmt Yüksel zu: „Es fehlt noch an vielen Stellen.“

Eigentlich hat sich Deutschland verpflichtet, mehr für die Rechte von Behinderten einzustehen, und zwar in der Behindertenrechtskonvention der UN. Deutschland wurde vom zuständigen UN-Ausschuss bereits kritisiert, weil die Konvention nicht ausreichend umgesetzt werde. Die Münchner Straße in Dachau mit ihren Barrieren für Menschen mit Behinderung bestätigt laut Yüksel diese Kritik. „Die Rüge der UN ist zurecht. Andere Länder sind da schon viel weiter.“

Das Staatsministerium für Arbeit und Soziales hat einen bayernweiten Aktionsplan zur Umsetzung der Konvention aufgestellt. Einen derartigen Plan wünscht sich Talip Yüksel nun auch für Dachau. Laut Staatsministerium biete sich ein Aktionsplan für die Kommunen als geeignetes Planungsinstrument an. Viele Kommunen haben bereits eine solche Abmachung. Doch Dachau zieht nicht mit. Laut Josef Hermann, Geschäftsleiter der Stadt, gibt es aktuell keine Pläne.

„Ich bin enttäuscht von der Stadt“, sagt Yüksel. Er sei mit der Forderung nach einem Aktionsplan „voll auf die Schnauze gefallen“. Er glaubt: „Die wollen nicht überprüfbar sein.“

Wolfgang Rettinger, der Behindertenbeauftragte des Landkreises, hält einen Aktionsplan ebenfalls nicht für notwendig. „Ich mache das lieber im Stillen“, erklärt er seine Arbeitsweise. Yüksel ist da anderer Meinung. Alleine habe er wenig Einfluss. Immerhin habe er mittlerweile ein Telefon im Büro. Über ein Budget verfügt er jedoch nicht. Dabei liegt es eigentlich bei den Kommunen, dafür zu sorgen, dass ihre Behindertenbeauftragten ihre Aufgaben wahrnehmen können.

Aber es gibt in Dachau noch andere Probleme. Zwischenmenschlich kriselt es laut Talip Yüksel heftig, was einer effizienten Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure zunehmend im Wege stehe. Hermann hingegen meint, es finde ein „regelmäßiger Austausch“ statt. Probleme gibt es auch mit der Prioritätenliste des Bauamts, nach der Vorhaben realisiert werden. Christine Unzeitig sagt: „Mit der Prioritätenliste sind wir nicht so glücklich.“

„Ich fordere denen wohl zu viel“, sagt Talip Yüksel zu den gewünschten Maßnahmen. Da er keinerlei Verbesserung für Menschen mit Behinderung in Dachau sieht, überlegt Yüksel sogar hinzuschmeißen. Bis zum 31. Juli ist er noch im Amt. Danach möchte er aufhören, falls die Zusammenarbeit mit der Stadt weiterhin so schlecht bleibt und Maßnahmen nur sehr schleppend ergriffen werden.

lan

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