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Die Gemeinderäte der Bürgerliste Tandern Christoph Hardt, Hans Glas und Norbert Reiter (v.l.) werden wohl auch in Zukunft mit einem Bürgermeister aus Hilgertshausen leben müssen.

Hans Kornprobst hört auf

Bürgermeisterwahl 2017: Hätte ein Tanderner Kandidat überhaupt Chancen?

Hilgertshausen-Tandern - Die Bürgermeisterwahl in Hilgertshausen-Tandern steht bald an. Bereits jetzt melden sich die ersten Bewerber für das Amt. Doch einen Kandidaten aus Tandern gibt es mal wieder nicht.

Wer wird neuer Bürgermeister der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern? Die Wahl ist am Sonntag, 19. März. Damit rückt diese Frage immer näher, nachdem feststeht, dass der amtierende Bürgermeister Hans Kornprobst Ende April 2017 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt scheidet. 

Einen Kandidaten aus Tandern gibt es bisher nicht

Momentan gibt es vier Bewerber auf der Liste der Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern. Dagegen sieht es bei der CSU in Tandern und der Tanderner Bürgerliste (BL) nicht so aus, als würden die Parteien einen Kandidaten ins Rennen schicken.

Doch die Bürgerliste Tandern würde gerne einen Tanderner unterstützen, der sich zutraut, neuer Gemeindechef zu werden. Das zeigte sich bei einer Info-Veranstaltung der Bürgerliste Tandern am Donnerstagabend im Sportheim. 

Warum bewirbt sich niemand aus Tandern für das Bürgermeisteramt? 

Doch es bewirbt sich keiner: Vor rund 30 Zuhörern erklärten die drei Gemeinderäte der BL, Hans Glas, Christoph Hardt und Norbert Reiter, dass sie keine Ambitionen fürs Bürgermeisteramt haben und auch kein anderer Tanderner bisher Bereitschaft gezeigt habe. 

Norbert Schneider will Bürgermeister werden.

Zuvor war durchgesickert, dass weder die Tanderner CSU noch der SPD-Ortsverband Hilgertshausen-Tandern einen Kandidaten stellen werden. Es wird wohl bei den vier Interessenten aus Hilgertshausen bleiben. Einer davon, Norbert Schneider, ist bereits zur Versammlung in Tandern gekommen. „Aber nur rein informativ“, versicherte Schneider den Tandernern. 

Daumiller: „Wer da aus Tandern kandidiert, lässt sich auf ein Himmelfahrtskommando ein“

Doch warum hat sich bisher niemand aus Tandern um das Bürgermeisteramt beworben? Das liegt wohl dass, dass sich mögliche Kandidaten bei der Wahl wegen der unterschiedlichen Größe der beiden Ortsteile wenig Chancen ausrechnen: Der Ortsteil Hilgertshausen zählt 2045 Bürger, in Tandern sind es nur 1279. 

Das betonte auch der Tanderner Jürgen Daumiller auf der Versammlung: „Wer da aus Tandern kandidiert, lässt sich auf ein Himmelfahrtskommando ein.“ Aber eines ärgert die drei Gemeinderäte der Tanderner Bürgerliste schon: das überaus schnelle Vorpretschen der vier Interessenten aus der Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern. 

Vier Bewerber aus Hilgertshausen

Neben Kandidat Schneider zeigten auch Max Demmelmair, Dr. Markus Hertlein und Hans Pröbstl schon Bereitschaft für das Bürgermeisteramt, als über Kornprobsts Rücktritt noch gar nicht entschieden war. „Es wäre besser gewesen, einen Schritt nach dem anderen zu machen und uns vorher im Gemeinderat mit der Nachfolger-Frage zu befassen. Aber da gibt es Gruppierungen, die dem Landratsamt etwas näher stehen“, bedauerte Christoph Hardt. 

Auch Hans Glas sprach von einem Interessenten-Marathon in Hilgertshausen, den es nicht gebraucht hätte. Er schließt auch nicht aus, dass eine bisher unbekannte Gruppe noch einen Kandidaten ins Rennen schickt, wenn sie alle notwendigen Unterschriften dafür zusammen hat. Eine Wahlempfehlung will die Tanderner Bürgerliste noch nicht geben. 

Dazu müssten sich die Kandidaten schon in Tandern vorstellen und ihre Ziele darlegen. „Wir wollen doch hören, was ein Hilgertshauser Bürgermeister auch für den Ortsteil Tandern tun würde“, sagte Hardt. In der Diskussion meldete sich auch der mögliche Bürgermeisterkandidat Norbert Schneider zu Wort und sprach sich für ein Ende des Ortsteildenkens aus, was bei den Tandernern natürlich gut ankam. 

Soll der zukünftige Bürgermeister haupt- oder ehrenamtlich arbeiten?

Zunächst geht es den drei BL-Gemeinderäten aber um die Frage, ob das neue Gemeindeoberhaupt wie bisher ehrenamtlich oder hauptamtlich regieren soll. Ehrenamtlich könnte der neue Bürgermeister nur für drei Jahre gewählt werden. Entscheidet sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Montag, 12. Dezember, aber für einen hauptamtlichen Bürgermeister, dauert seine Amtszeit sechs Jahre. 

Aber die BL-Gemeinderäte sprechen sich klar für weitere Ehrenamtlichkeit aus: Nicht nur, weil nach den Worten von Glas ein Ehrenamtlicher an der Spitze der Gemeinde in den nächsten drei Jahren 75 000 bis 100 000 Euro weniger kosten würde. 

Außerdem könne man beobachten, ob es in drei Jahren Sinn mache, auf Hauptamtlichkeit des Bürgermeisters umzustellen. Dass die BL mit der Verwaltung nicht glücklich ist, habe nichts mit der Entscheidung zu tun. „Im Übrigen dürften die Gemeinderäte der Wählergemeinschaft, die sonst so genau auf die Kosten achten, nicht für einen Hauptamtlichen sein“, sagte Hans Glas.

Josef Ostermair

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