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Darf ich bitten! Ansgar Wilk und Yvonne Brosch.

HoftheaterBergkirchen

Ein schönes Paar

Bergkirchen - Tanzen macht glücklich. Das gilt neuerdings beim Bergkirchner Hoftheater sogar in zweifacher Hinsicht: Die beiden Darsteller einer Boulevardkomödie werden glücklich. Und die Zuschauer werden es auch.

Das Hoftheater Bergkirchen hat mit der ersten Premiere dieses Jahres sein Publikum wieder einmal glücklich gemacht. Herbert Müller, der die Boulevardkomödie „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ von Alfred Alfieri witzig und charmant inszeniert hat, trägt selbst zum Vergnügen der Zuschauer bei, indem er bei jedem Szenenwechsel mit beschwingten Einlagen die Tanzfläche erneut in eine wohnliche Atmosphäre umgestaltet. Denn es geht ja in dem Stück nicht nur ums Tanzen, sondern um das Leben mit seinen Enttäuschungen, Verlusten und der Sehnsucht nach Liebe. 

Die Münchner Schauspielerin Yvonne Brosch und Ansgar Wilk geben ein glänzendes Paar ab, das sich trotz aller Gegensätze freundschaftlich annähert und in schnellen, scharfzüngigen Dialogen durchs Leben tanzt. Alter und Einsamkeit haben die Lehrerin Lily Harrison geprägt. Sie ist eine kultivierte ältere Dame, die sich verlassen fühlt in ihrem sonnigen Heim in Florida mit Palmen, Strand und blauem Himmel: „Eine Woche reiht sich an die andere in dem Rentnerhimmel.“ Sie engagiert zur Abwechslung einen temperamentvollen jüngeren Tanzlehrer, dessen Humor allerdings gewöhnungsbedürftig ist. Er braucht den Job des Geldes wegen und will „der verknöcherten alten Schachtel“ klare Schrittfolgen und Figuren beibringen. „Tanzen dient der Seele und dem Zwiegespräch der Körper“, verspricht der ehemalige Revuetänzer Michael Minetti. 

Die unterschiedlichen Welten prallen bei Swing, Walzer und Foxtrott hart aufeinander, bis es nach einer Reihe von Lebenslügen zu ehrlichen Geständnissen kommt. Sie leidet darunter, dass eine „Frau ohne Mann“ nichts gilt, und der flotte Michael outet sich als Schwuler, der seinen Partner verloren hat. Eigentlich beherrscht sie die Tanzschritte längst und legt bei Rumba, Cha Cha Cha und Modern Dance „eine richtig starke Nummer“ hin. Bei der sich entwickelnden Freundschaft stellt sich heraus: Sie ist seine erste Schülerin überhaupt, „aber die beste“. Lily revanchiert sich: „Ich möchte keinen anderen Tanzlehrer“. Und so klingt die anrührende Geschichte mit ihren nachdenklichen Momenten bei Sonnenuntergang aus, wie sie unter dem Himmel Floridas begonnen hat – mit der unsterblichen Filmmelodie aus dem Jahre 1961 „Moon River and me“. Ulrike Beckers hat das liebevolle Ambiente geschaffen und die für jeden Tanz wechselnden Kostüme der beiden Darsteller kreiert. 

Kartenbestellungen gibt es unter 0 81 31/32 64 00 oder mail@hoftheater-bergkirchen.de. Zu sehen ist die Komödie am 8., 18. und 19. Februar jeweils um 20 Uhr.

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