Unpraktisch: Alex Brachos ist mit dem Stellplatz unzufrieden – er hat diesmal weniger Umsatz gemacht. foto: betz

Taxifahrer wollen umziehen

Dachau - Am Montag ging ein Volksfest der Superlative zu Ende: Brauereien, Wirte und Schausteller verzeichneten heuer rekordverdächtige Umsätze. Einzig die Taxifahrer klagen.

Die Dachauer Taxifahrer wollen ja nicht alles schlecht reden: Der neue Standplatz an der Ludwig-Thoma-Straße sei schattiger als der alte und biete mehr Platz zum Aufstellen. Und weil er so weit weg von den Festzelten liegt, blieben den Taxifahrern zumindest die schlimmst betrunkenen Fahrgäste erspart: „Die haben’s bis zu uns gar nicht mehr geschafft.“

Doch allein die Tatsache, dass ihm der ein oder andere Fahrgast weniger in sein Auto kotzte, macht das abgelaufene Volksfest für Alex Brachos nicht besser. „Fakt ist“, so der erfahrene Taxifahrer, „dass der neue Standplatz einfach unpraktisch ist!“

In den Augen der Volkfest-Organisatoren war der Umzug der Taxis jedoch unausweichlich. Die Dr.-Engert-Straße war in den vergangenen Jahren einfach zu eng geworden - speziell für die Rettungsfahrzeuge, die sich immer schwerer einen Weg vorbei an den parkenden Taxis und Fahrrädern bahnen konnten.

„Wir haben das ja durchaus eingesehen“, sagt Helmut Fricke-Radvanyi, Vorsitzender der Dachauer Taxi-Vereinigung. Doch sein Vorschlag, den Parkplatz für die Fahrräder zu verlegen, sei leider unerhört geblieben.

Als neuen Standplatz entschied man sich für den Bereich am Anfang der Ludwig-Thoma-Straße auf Höhe des Kindergartens Nazareth - also am entgegengesetzten Ende des Festplatzes.

„Für viele war der Weg zu weit“, vermutet Fricke-Radvanyi. Speziell am Seniorennachmittag haben die Taxis in Zeltnähe einfach gefehlt. Darüber hinaus sei die Anfahrt für die Taxis an dieser Stelle, am Wiesn-Eingang nämlich, aufgrund der vielen Fußgänger und parkenden Autos äußerst zeitraubend.

Alex Brachos, selbst ehemaliger Vorsitzender der Taxi-Vereinigung, will sich daher dafür einsetzen, dass 2014 die Taxis wieder an ihren alten Platz dürfen - oder zumindest in die Schleißheimer Straße, um die Fußgänger auf dem Weg zur S-Bahn bedienen zu können. Heuer nämlich haben nach seiner Aussage die Dachauer Taxis brav an der Ludwig-Thoma-Straße gewartet, während die Münchener Kollegen die Kunden auf der anderen Seite der Festwiese „abgriffen“. Das Ergebnis, so Brachos, sei, „dass wir zehn bis 20 Prozent weniger Umsatz hatten.“

Michael Richter, Sprecher der Polizei Dachau, bedauert die Klagen der Taxifahrer. Gleichzeitig stellt er aber klar, dass es auch im kommenden Jahr keine Rückkehr der Taxis an die Dr.-Engert-Straße geben wird: „Wir haben jahrelang mit den Platzproblemen dort gekämpft. Heuer mussten wir endlich handeln.“ Allerdings schließt er nicht aus, dass für Fricke-Radvanyi, Brachos und Co. im kommenden Jahr ein besserer Platz gefunden wird. „Wenn die Lösung heuer noch nicht 100 Prozent perfekt war, werden wir uns zu gegebener Zeit zusammensetzen und schauen, was wir verbessern können.“

Taxler-Vorsitzender Fricke-Radvanyi wäre für 2014 schon damit zufrieden, wenn die Stadt auf ihrer Internetseite auf den richtigen Standplatz hinweist: „In diesem Jahr war noch die Dr.-Engert-Straße angegeben.“

(zip)

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