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Blitzen unmöglich: Das Blitzgerät funktioniert erst ab 19 km/h, trotzdem gilt weiterhin das Tempolimit von 10 km/h.

Verkehrsausschuss im Stadtrat hält an der Regelung fest

Tempolimit am Schlossberg: Ungerecht und unkontrollierbar

Am Dachauer Schlossberg gilt seit Mai eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 10 km/h. Viele Autofahrer haben damit Probleme und selbst die Stadt gibt zu, aus technischen Gründen das Tempolimit gar nicht überwachen zu können. Dennoch hält der Verkehrsausschuss im Stadtrat an der Regelung fest.

Dachau – Das Tempolimit am Schlossberg hat viele Tücken: Autofahrer klagen, dass die Umsetzung der Geschwindigkeitsvorgabe von 10 km/h auf dem steilen Gelände schwer einzuhalten ist; viele Tacho-Anzeigen beginnen erst bei der Zahl 20; Tempomaten, die Autofahrer normalerweise helfen können, ein bestimmtes Tempo zu halten, funktionieren erst ab 30 km/h. Außerdem, das wurde nun bei der jüngsten Sitzung des Verkehrs- und Umweltausschusses bekannt, kann die Stadt die angekündigten Geschwindigkeitskontrollen nicht einmal umsetzen. Denn: Das von der städtischen Verkehrsüberwachung verwendete Blitzgerät funktioniert erst ab Tempo 19.

Oberbürgermeister Florian Hartmann und die SPD-Fraktion sprachen sich daher dafür aus, das Tempolimit von 10 auf 20 km/h zu erhöhen. Aktuell sei die Regelung laut Hartmann schlicht „nicht praktikabel“ und abgesehen davon auch ungerecht, denn: „Geblitzt wird ab 19 km/h. Wer 18 km/h fährt, hat Glück gehabt. Wer 21 km/h fährt, der zahlt.“

Darin stimmten ihm die anderen Räte eindeutig zu. Doch die Schlüsse, die sie daraus zogen, waren höchst unterschiedlich. Wolfgang Moll (parteifrei) erklärte etwa, man sei von der Sache her „auf dem richtigen Weg“. Unter Bezugnahme auf die Berichterstattung derDachauer Nachrichten meinte er, man solle nicht „wegen einem Leserbrief die Nerven verlieren“ und das Tempolimit auf 10 km/h daher beibehalten.

Auch August Haas (CSU) sprach sich für die Beibehaltung der strengen Regel aus. Als Autofahrer könnte man doch einfach hinter einem Radler herfahren? Der wäre ja schließlich sicher langsam genug unterwegs. Und auch für Autofahrer ohne Digital-Tacho hatte Haas einen Tipp parat: Wenn der Tacho ganz unten sei und „nix mehr anzeigt, dann weiß man, dass man richtig ist“.

Bernhard Sturm (Bündnis für Dachau) hielt sich allgemein: Es gehe darum, die Geschwindigkeit zu reduzieren und vor diesem Hintergrund am Schlossberg das Verkehrskonzept eines „Shared Space“, also der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, einzuführen. Die „Auto-Poser“ ließen sich seiner Meinung nach ohnehin am ehesten mit Hindernissen bremsen.

Diese Hindernisse aber, klärte Hartmann auf, seien in Form von versenkbaren Pollern auf Höhe der Hexengasse bereits angedacht. Allerdings stelle sich hier die Frage, inwiefern dann an der Stelle ein nächtlicher Wendeverkehr zu befürchten sei. Außerdem wolle man die technische Zuverlässigkeit der Poller nun erst einmal am Schrannenplatz testen.

Am Ende entschied sich das Gremium, am Tempolimit von 10 km/h festzuhalten. Auch wenn dessen Einhaltung nicht zu kontrollieren ist.

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