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Bis zu 17000 Tonnen Hundefutter im Jahr will Terra Canis in Petershausen herstellen. Doch zuvor muss wohl die Kläranlage in Schuss gebracht werden.

Hundefutterproduzent will in Petershausen ansiedeln

Hält die Kläranlage Terra Canis stand?

Bis zu 88 Lastwagen pro Tag könnten anrollen, wenn der Hundefutterproduzent Terra Canis in Petershausen ansiedelt. Das Landratsamt hat die Baugenehmigung noch nicht erteilt – womöglich hält die Kläranlage der Firma nicht stand.

Petershausen – Zu einer Sondersitzung in der Sommerpause kam Petershausens Bau- und Umweltausschuss wegen des Bauantrags des Hundefutterherstellers Terra Canis aus München, der in das Gewerbegebiet Eheäcker Petershausen ziehen will. Der Grund für die Sondersitzung: Die Firma soll so schnell wie möglich in Petershausen starten können. Schon Mitte Oktober soll der Grundstein dafür gelegt werden und die Produktion am 1. Januar 2019 anlaufen.

Doch da die Entsorgung des Abwassers laut Eigenbetrieb der Gemeinde Petershausen (EGP) derzeit nicht gesichert ist, erteilt das Landratsamt keine Baugenehmigung. Denn klar ist noch nicht, wie viel Abwasser die Firma produziert und ob die Petershauser Kläranlage dem standhält. 3000 Einwohnergleichwerte Spielraum habe die Anlage derzeit noch, erklärte Bürgermeister Marcel Fath (Freie Wähler). Ein Fachplanungsbüro muss die Abwasserdaten der Firma am derzeitigen Standort des Tierfutterproduzenten Terra Canis in München bis Ende September erheben.

Gerhard Weber (CSU) mahnte zu großer Vorsicht und verwies auf das Negativbeispiel aus Odelzhausen. Dort hat die überbelastete Kläranlage Ende Juli 2013 versagt (wir haben berichtet). Der Fall kam vor Gericht.

Für Fath wiederum stellt sich die Frage, ob Terra Canis seine Abwässer selbst vorklären muss oder ob sich die Firma an einer Ertüchtigung der Petershausener Kläranlage beteiligt. CSU-Fraktionschef Josef Gerer fürchtete, dass der Steuerzahler für die Erweiterung der Gemeindekläranlage aufkommen muss.

Terra Canis will sich in zwei Schritten in Petershausen ansiedeln. In einem ersten Bauabschnitt soll laut Bauamtsleiter Thomas Schleicher ein L-förmiges Gebäude im Gewerbegebiet Eheäcker entstehen, in dem 17 Mitarbeiter im Einschichtbetrieb ab 2019 eine Jahresmenge von 3500 Tonnen Tierfutter produzieren. In einem zweiten Bauabschnitt folgt ein weiterer Baukörper samt Verwaltungsbau.

Im Laufe der Zeit soll die Jahresproduktion auf 10 000 Tonnen Tierfutter im Jahr steigen, im Endausbau solen dann 34 Mitarbeiter 17 000 Tonnen Tierfutter im Jahr herstellen.

Strittig war die Menge der Stellplätze auf einem gesonderten Grundstück, welche die Firma zur Verfügung stellen soll: Der Ausschuss verlangte für den ersten Bauabschnitt 54 Stellplätze. Insgesamt sollen es 110 werden. Die CSU verlangte mindestens einen Platz pro Mitarbeiter. Der zweite Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD) und FW-Fraktionsvorsitzende Andrea Stang gingen davon aus, dass viele Mitarbeiter per Bahn zur Arbeit fahren oder in Petershausen wohnen und zu Fuß in die Arbeit gehen.

Weber und Gerer befürchteten, dass die ganze Gegend einschließlich des nahe gelegenen Park-and-Ride-Platzes am Bahnhof vollgeparkt werden, wenn 34 Mitarbeiter bei Terra Canis arbeiten. Deshalb sollte sich die Gemeinde eine Art Stellplatz-Nachforderungsrecht sichern. Auch 35 Fahrradabstellplatze sind vorgesehen.

Pro Woche wird an sechs Produktionstagen mit 88 Lastwagen gerechnet, die Waren anliefern und Müll entsorgen. Bei der Herstellung von 10 000 Tonnen Tierfutter verdopple sich die Zahl der Lastwagen. Fath sah die Zahl als zu hoch gegriffen. Schließlich billigte der Ausschuss die Pläne einstimmig.

Von R.-Dietmar Sponder

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