Die Wasserversorgungsanlage muss saniert werden. ost

Teure Sanierung

Jetzendorf - Die Wasserversorgungsanlage in Jetzendorf ist in einem schlechten Zustand und muss saniert werden. Doch dafür wird die Gemeinde jetzt tiefer in die Tasche greifen müssen, als gedacht.

Dass die gemeindliche Wasserversorgungsanlage in Weingarten saniert werden muss, ist dem Jetzendorfer Gemeinderat längst bekannt. Die enorme Kostensteigerung innerhalb eines knappen Jahres aber schockierte das Rathausparlament in der letzten Sitzung. 2013 ging man noch von Netto-Gesamtkosten in Höhe von 466 500 Euro aus, doch die nun vom Ingenieurbüro Hausmann & Rieger ermittelten Kosten liegen mittlerweile bei mindestens 555 000 Euro. Das ist eine Kostensteigerung von 18,9 Prozent. Das liegt zum einen an der etwas teureren, vom Gemeinderat beschlossene Edelstahlauskleidung des Trinkwasser-Hochbehälters. Zum anderen muss der allgemeinen Kostensteigerung auf dem Bau Rechnung getragen werden. „Das ist eine sehr unschöne Entwicklung“, bedauerte Ulrich Dirscherl vom Ingenieurbüro.

Er ging näher auf den Umfang der Sanierung ein. Notwendig sei eine Erdbehälter-Deckenabdichtung. Niederschlagswasser müsse vom Gebäude abgeleitet werden und auch die Reduzierung von Kondensat durch Dämmung sei erforderlich. Man habe zum Teil Mängel entdeckt, die zu Feuchteschäden im Rohrkeller geführt hätten. Anpassen müsse man auch die Lüftungsanlagen. Bei den Wasserkammern seien Schäden am Beton festgestellt worden, doch durch eine Edelstahl-Auskleidung soll hygienisch einwandfreie Trinkwasserlagerung für mindestes fünfzig Jahre sichergestellt werden. Bei der Überarbeitung baulicher Defizite wird vor allem an die Verbesserung der Hygienezonen gedacht. Nasse und feuchte Mauerwerkszonen müsse man sanieren.

Bei der Sanierung nimmt man sich zuerst den Erdbehälter, dann an die Edelstahlauskleidung, die Hydraulik und die Lüftung und schließlich an die Elektronische Anlage, die rund 17000 Euro kostet, vor. Eine besonders hohe Kostensteigerung gibt es bei der Erdbehälterabdichtung und den Baumeisterarbeiten. Hier standen im Vorentwurf vor weniger als einem Jahr noch 177500 Euro zu Buche, nun geht das Ingenieurbüro aber bereits von 276000 Euro aus. Das verstand keiner der Ratsmitglieder, sie forderten eine Kostennachbesserung. Vize-Bürgermeister Leonhard Sedlmeier (Parteiunabhängige) sprach sich in aller Deutlichkeit auch für eine Kostensicherung aus, die vor weiteren Kostensteigerungen bewahren soll. „Eine grobe Entwicklungsprognose ist für uns sehr wichtig“, gab Gemeindechef Manfred Betzin zu verstehen. Er forderte bis zur nächsten Gemeinderatssitzung eine detaillierte Kostenaufstellung. Dirscherl schlug eine beschränkte Ausschreibung nach einem öffentlichen Teilnahmewettbewerb vor und versicherte, dass so nur qualifizierte Fachfirmen für die Vergabe der Arbeiten in Frage kämen. Der Terminschiene entsprechend sollen die Vergaben bis März 2015 feststehen. Sanierungsbeginn soll im Juni 2015 sein, mit der Fertigstellung werde im Mai 2016 gerechnet. Im Hinblick auf die insgesamt doch sehr hohen Sanierungskosten wurde von Gemeinderat Stefan Gottschalk (Bürgerliste Lampertshausen) ein Neubau der Anlage in Erwägung gezogen, doch das wäre, so Dirscherl, noch teurer. Dass es speziell im ersten Sanierungsabschnitt zu einer Kostensteigerung von rund 60 Prozent kommen werde, brachte Jochen Lojewski (CSU) „auf die Palme“. „Das soll uns erst einmal einer erklären“, ärgerte er sich. Einem Festpreis, wie ihn Stefan Gottschalk gerne hätte, räumt Dirscherl keine Chance ein. „Irgendwo werden sich die Firmen ihr Risiko auch bezahlen lassen.“

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