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Workshop mit den Gärtnerplatz-Damen Anna Calvo (rechts), Aina Klostermann (links) und ganz links Ingrid Karlitschek, die mit einem Schüler die Bewegungen probt.

Üben mit den Profis

Inklusives Theaterprojekt

Bergkirchen – Zum zweiten Mal hat sich die Theater-AG mit einem inklusiven Theaterprojekt vorgestellt. Es handelt sich bei der Arbeitsgemeinschaft um eine Kooperation zwischen der Offenen Ganztagsschule der Mittelschule Bergkirchen und der Johannes-Neuhäusler-Schule in Schönbrunn.

Jeden Mittwoch bringt seit Schuljahresbeginn ein Kleinbus sechs Schüler mit geistiger Behinderung von Schönbrunn nach Bergkirchen. Bevor die Entwicklung des eigenen Theaterstücks beginnen konnte, mussten sich die Jugendlichen erst einmal kennenlernen und Vertrauen aufbauen. „Dazu boten sich theaterpädagogische Übungen geradezu an“, sagt Katrin Siegl, die Leiterin der Offenen Ganztagsschule. Sie führt das Projekt, das den vielversprechenden Titel „Tausend Füße“ trägt, zusammen mit Ingrid Karlitschek (Leiterin des Förderzentrums) und Eva Colome (Förderlehrerin an der Bergkirchner Mittelschule) durch.

Auf spielerische Weise wurden Erfahrungen zu Körper und Gruppe sowie im Umgang mit Objekten und Sprechen gesammelt. „Außerdem konnten wir feststellen, dass die Gruppe besonderes Interesse und Freude an Märchen orientierten Themen hatte,“ so Siegl.

So kam das Angebot des Münchner Gärtnerplatztheaters/Abteilung Junges Gärtnerplatztheater gerade recht, eine Vorstellung des Balletts „Peter Pan“ (eine Figur, die nicht erwachsen werden will) zu besuchen. Vorab jedoch kamen zwei Profis des renommierten Theaters zum Workshop in die Schulturnhalle nach Bergkirchen. Besser geht es nicht, wenn mit Aina Klostermann eine Tanzpädagogin und mit Anna Calvo eine Balletttänzerin, die in „Peter Pan“ als Tinkerbell auftritt, mit den Jugendlichen arbeiten, Körpersprache und Bewegung einstudieren und auch mit Lob nicht sparen.

Die Theater-AG hat sich aber bereits festgelegt, dass das eigene Theaterstück losgelöst sein soll von bekannten Geschichten und Figuren. Es orientiert sich an den Interessen der Jugendlichen. Gruppendynamik steht im Vordergrund unter Einsatz schlichter, aber dennoch theatraler Mittel. Dazu gehören Körpersprache und Bewegung in Verbindung mit Sprache und Objekten.

In dem Stück geht es darum, dass die Kinder wegen ihrer Konflikte mit den Erwachsenen in eine Märchenwelt entfliehen. Auch dort fühlen sie sich bedroht, und sie müssen lernen, ihre Konflikte selbst zu lösen. Gestärkt bereiten sie sich auf das Erwachsenwerden vor.

Mit dem inklusiven Theaterprojekt bewirbt sich die Theater-AG wie im vergangenen Jahr für die Bayerischen Schultheatertage der Grund-, Mittel- und Förderschulen, die zum sechsten Mal in Bayreuth stattfinden.

ink

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