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Zwei Otellos und drum herum jede Menge Aufregung: Monika Trejo-Lidl, Thomas Lehmeier, Marcel Jahn, Michi Blum, Ernst Konwitschny, Lisa Hingerl, Stephanie Thurner, Marion Peccolo (von links). 

Theater am Stadtwald Dachau

Turbulenzen rund um die beiden Otellos

Viel Beifall gab es für die Frühjahrspremiere des Theaters am Stadtwald: Das Publikum im ausverkauften ASV-Theatersaal hatte seine helle Freude an der turbulenten Verwechslungskomödie „Otello darf nicht platzen“ – und an dem aufgedrehten Ensemble, das mit sichtlich viel Spaß bei der Sache war.

DachauZum ersten Mal hat das Theater am Stadtwald eine Komödie aufs Programm gesetzt, deren Wurzeln am Broadway liegen. Dort kam das Stück von Ken Ludwig 1985 heraus, erhielt sofort den Tony Award als bestes Stück und machte danach weltweit Karriere. Zu Regisseurin Ingrid Zellner passt die turbulente Geschichte über einen Star-Tenor, der für ein Gastspiel als Verdis „Otello“anreist und dann permanent mit einem Doppelgänger verwechselt wird, natürlich perfekt – als ehemalige Dramaturgin an der Bayerischen Staatsoper kennt sie sich mit den Marotten von Star-Tenören und dem ganzen Heckmeck hinter den Opernkulissen vermutlich bestens aus.

Entsprechend inszenierte sie das Stück mit viel Witz und Charme und mit einem Ensemble, das man nahezu als Idealbesetzung bezeichnen könnte.

Im Mittelpunkt stehen mit Michi Blum als sympathischer Operndirektor-Assistent Max und Thomas Lehmeier als überkandidelter Star-Tenor Tito Merelli zwei grandiose Schauspieler, die sich als die beiden „Otellos“ gegenseitig zu Höchstleistungen animieren. Titos Ehefrau Maria, eine temperamentvolle italienische Furie, ist bei Marion Peccolo in besten Händen. Stephanie Thurner gestaltet die Opernsängerin Diana sehr gekonnt als selbstbewusste Frau, die ganz genau weiß, was sie will. Und Lisa Hingerl ist ein witzig-charmantes Energiebündel als Max’ Freundin Maggie. Deren Vater, der bedauernswerte Operndirektor Henry Saunders, steht bei Ernst Konwitschny mehrfach am Rande des Nervenzusammenbruchs, während Monika Trejo-Lidl als tenorsüchtige Operngilden-Vorsitzende Julia Leverette den großen „Lo Stupendo“ ebenso anhimmelt wie der fidele Hotelpage Marcel Jahn, der alles ist, nur nicht auf den Mund gefallen.

Schauplatz des turbulenten Verwechslungsspiels ist eine elegante Hotelsuite mit zwei Zimmern und vielen Türen, durch die man kommen und gehen und hinter denen man sich verstecken kann: Bühnenbildner Adi Morgott, Jürgen Sigrüner und Brigitte Günzel-Sigrüner haben einmal mehr Großartiges gezaubert. Aber auch die übrigen „Guten Geister“ des Stücks haben ganze Arbeit geleistet: Es gibt prächtige Kostüme (Fanny Lehmeier, Hermine Gruber, Christl Thurner), mehrere Musik- und Toneinspielungen (Philipp Schmid, Moritz Schwalbe, Ludwig Streller, David Husarek) und so wichtige wie gelungene Maskenbildner-Einsätze (Katherina Weber, Julia Gramenz). Inspizientin Fanny Lehmeier und Souffleuse Irene Peter-Konwitschny sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Stücks.  dn

Weitere Aufführungen

Noch sechsmal wird „Otello darf nicht platzen“ im Theatersaal des ASV Dachau gespielt: neben den Vorstellungen am 10., 16., 17., 23. und 24 März jeweils um 20 Uhr gibt es auch eine Sonntagnachmittags-Vorstellung am 11. März um 14 Uhr. Karten sind im Vorverkauf bei der Dachauer Rundschau erhältlich, Restkarten jeweils an der Abend- bzw. Tageskasse.

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