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Tolle Maske, tolle Schauspieler – Auf der Bühne stehen Bernie Brandl, Andy Bogner und Conny Schätzl (v.l.). 

Theater Indersdorf zeigt. Foulspui

Katastrophen, Wurst, Fußball und Liebe

Indersdorf - Drei Vorstellungen, dreimal voll besetzter Saal. Heuer überzeugten die Indersdorfer Theaterer nicht nur mit ihrer charakteristischen Spielweise, auch das Bühnenbild war einmalig.

 Der Vorhang der Bühne im Barocksaal der Indersdorfer Realschule öffnet sich, und die Zuschauer kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Es ist bereits die dritte Vorstellung des Theaters Indersdorf, und erneut sind alle Plätze bis in die hinterste Reihe restlos besetzt.

Nicht nur die Hauptbühne ist mit jeder Menge toller Requisiten bestückt. In den Regalen stehen viele Pokale. Ein FC Bayern-Schal, Fußballmannschaftsbilder, eine Uhr und weitere Bilder schmücken die Wand des Arbeitszimmers von Metzgermeister Emmeran Dirmhirn (Bernie Brandl). Doch es ist nicht der einzige Schauplatz, den die Indersdorfer für ihr Theaterstück „Foulspui“ so sensationell realistisch inszeniert haben. Links von der Bühne steht ein Schreibtisch, der Laptop, ja sogar ein Wandkalender und ein paar Wimpel hängen an der Wand. Und auch rechts neben der Bühne ist das grandiose Kulissenbild noch lange nicht zu Ende. Dort steht die Metzgerei-Theke der Familie Dirmhirn. Sogar die Glasvitrine fehlt nicht, hier werden echte Würste von Erika, der Metzger-Azubine (Julia Lachmann), aufgeschnitten und eingepackt.

Der ganze Saal wandelt sich in eine riesige Bühne, wenn zum Beispiel die Kundin Frau Sonnleitner (Christiane Gumbart) mit ihrem Hund Lumpi an den Zuschauerreihen vorbei geht, um in der Metzgerei einzukaufen. Der kleine Dackel Lumpi steht seinen menschlichen Schauspielkollegen in nichts nach, auf Kommando bellt er, während er durch den Raum wackelt. An der Wursttheke angekommen, macht er brav Sitz und wartet auf sein verdientes Stück Weißwurst.

Das Leben der Familie Dirmhirn könnte nicht schöner sein: Sie sind berühmt für ihre tollen Weißwürste, Tochter Susi (Anika Hirschfeld) hat sich gerade verlobt, und dem Vater, Präsident des örtlichen Fußballvereins, ist es gelungen, ein Benefizspiel gegen den großen FC Bayern an Land zu ziehen.

Doch bereits in den ersten „Spielminuten“ des Stücks zeichnen sich erste Katastrophen ab. Der Tochter ist das Hochzeitskleid viel zu eng geworden, ihr Verlobter Eros (Andy Bogner) richtet seine komplette Aufmerksamkeit auf das Bayern-Spiel und nicht etwa auf seine bevorstehende Hochzeit. Und dann ist da ja auch noch Otto (Markus Niedersteiner), der wohl ebenfalls ein Auge auf Töchterlein Susi geworfen hat. Als dann auch noch Eros Exfrau Esmeralda (Andrea Bogner) mit ihrem Bodyguard Guiseppe (Hendrik Höink) auftaucht, und Gerüchte streut, Eros hätte eine Affäre mit einem Bayernspieler gehabt, ist der Schlamassel perfekt.

Am Tag des Spiels überschlagen sich die Ereignisse. Ist Eros etwa ein Betrüger? Und was hat Ottos Onkel aus Kasachstan mit der ganzen Sache zu tun? Mutter Irma (Conny Schätzl) jedenfalls hat alle Hände voll zu tun, ihre Familie wieder auf den richtigen Kurs zu führen. Das macht sie sowohl souverän als auch locker, nie um einen Spruch verlegen. Conny Schätzl ist die Rolle des weiblichen Familienhelden wie auf den Leib geschneidert. Lässig wie ihre Figur selbst spielt sie authentisch, ist textsicher, keineswegs übertrieben, sondern mit der richtigen Dosis an Sarkasmus in ihrer Stimme die perfekte Besetzung. Mit dem Stück Foulspui ist Spielleiter Werner Popfinger eine lustige, bayerische Komödie gelungen.

Regina Peter

Weitere Aufführungen

Zu sehen ist das Stück noch an folgenden Tagen:   am heutigen Dienestag, ab 19.30 Uhr. Freitag und Samstag, 18. und 19. November, ebenfalls um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 20. November, diesmal bereits um 17.30 Uhr.

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