Chaos auf der Bühne: Die Schlussszene im Hoftheater mit Ansgar Wilk, Herbert Müller, Julia Uttendorfer, Jürgen Füser (von links). Foto: INK

Theater wie es leibt und lebt

Bergkirchen - Beste Unterhaltung ist garantiert: Die Inszenierung der spannungsgeladenen „Theaterkrimi-Krimitheaterkömödie“ ist eine Meisterleistung des Bergkirchner Hoftheater-Ensembles.

„Theater, Theater!“ heißt die spannungsgeladene „Theaterkrimi-Krimitheaterkomödie“ von Sabine Misiorny und Tom Müller. Die vor Witz sprühende, prickelnde Inszenierung, die Herbert Müller und Ansgar Wilk im Hoftheater Bergkirchen auf die Bühne bringen, bereitet den Zuschauern allergrößtes Vergnüge, und die Schauspieler vollbringen eine Meisterleistung. Sie nehmen sich selbst ins Visier - auf den Brettern, die ihre Welt bedeuten. Sie verausgaben sich voll und ganz und zeigen, dass sie selbst viel Spaß haben an den offenbarten Eitelkeiten, Eifersüchteleien und Unzulänglichkeiten von „Provinzschauspielern“. Im Hinterkopf steckt selbstverständlich immer der Wunsch nach „Höherem“. - München wäre nicht schlecht. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert und kam vom ersten Augenblick an aus dem Lachen nicht heraus.

Dabei widerlegen der „mittelmäßige“ Regisseur Falk Wagner (Ansgar Wilk), die junge, nicht sonderlich begabte Schauspielerin Karin (Julia Uttendorfer), Stefan Schmidt (Jürgen Füser), der Zufallsschauspieler, und Herbert Müller als „alter Knattermime“ in der Rolle des Julius C. Brenner, dass es sich beim Hoftheater Bergkirchen um „ein drittklassiges Provinztheater“ handelt. Sie glänzen. Voran Herbert Müller, der als Komödiant ganz und gar in seinem Element ist.

Bei der Generalprobe, einen Tag vor der Premiere, gerät Regisseur Falk in Rage: Ein routinierter Darsteller fällt aus und alles läuft schief. Karin will mehr von Falk, als ihm lieb ist, und: „Ich fühle heute den Inspektor nicht“, klagt Julius, der den Mord an Lord Thitherthorough aufklären soll. Die Requisiten befinden sich nicht an der richtigen Stelle, die Mandelkekse lösen sich nicht im Mund auf. Es geht also drunter und drüber.

Durch ein Versehen gerät ein „durchschnittlicher Zuschauer“ in das Chaos auf der Bühne. Unglaublich, wie sich dieser vom ahnungslosen Besucher in der dramatischen Auseinandersetzung um den heimtückischen Mord an Lord Charles Thitherthorough in die wissende Haushälterin Mary in den roten Stöckelschuhen verwandelt. Mit ihrem kriminalistischen Instinkt bringt sie die Profis zum Staunen. Zum Schluss demonstrieren Regisseur Falk und Mime Julius auf ganz spezielle Art, bühnengerecht aus dem Leben zu scheiden.

Alles Theater. Das Telefon klingelt - es kann wieder losgehen. Bühnen- und Kostümbildnerin Ulrike Beckers hat mit der entsprechenden Ausstattung ihren Beitrag geleistet.

Vorhang auf: Die nächste Vorstellung von „Theater, Theater!“ findet am Pfingstsonntag, 19. Mai, um 20 Uhr im Hoftheater Bergkirchen in der Mühlstraße statt. (ink)

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