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„Bixlmadam“: Die Laienspieler des Theaters am Stadtwald sind ein eingespieltes Team.

"Bixlmadam" am Stadtwald

Rosstäuscher und Frauenflüsterer

Dachau - Ein Volltreffer ist dem Theater am Stadtwald mit der Auswahl seines neuesten Stücks gelungen: Die Premiere der Komödie „Bixlmadam“ von Peter Landstorfer kam jedenfalls beim Publikum bestens an. Wer die ersten Vorstellungen verpasst hat: Es gibt noch fünf weitere.

Das Theater am Stadtwald Dachau ist erfolgreich in seine Herbstsaison gestartet. Mit der Komödie „Bixlmadam“ von Peter Landstorfer bescheren Regisseur Erich Meister und sein gutgelauntes Ensemble dem Publikum zwei kurzweilige und unterhaltsame Stunden.

Wenn drei derbe Rosstäuscher, denen mehr nach einer Mass Bier als nach Champagner oder Sherry ist, sich versehentlich in ein feines Hotel verirren, prallen zwangsläufig Welten aufeinander. Wenn diese drei Herren dann auch noch untereinander eine Wette abschließen, wer von ihnen der beste Frauenverführer ist, dann darf sich die Damenwelt um sie herum auf einiges gefasst machen.

Im „Springenden Bock“ ist es die vornehme Madam von Ogebarin, hofierter Stammgast des Hotels, die plötzlich die ungeteilte Aufmerksamkeit von Alois, Bertl und Xidi genießt und den bisweilen ungewöhnlichen Avancen der drei Rosstäuscher auch nicht abgeneigt zu sein scheint. Wird es bei dieser Wette einen strahlenden Sieger geben?

Einen Sieger gab es auf jeden Fall, nämlich das Publikum, das an dem spielfreudigen Ensemble durchgehend seinen Spaß hatte. Das Rosstäuscher-Trio liegt bei Ernst Konwitschny, Heinz Dietz und Herbert Thurner in besten Händen; die drei Routiniers sind wunderbar aufeinander eingespielt und haben sichtlich Spaß an der Sache.

Marion Peccolo als Madam von Ogebarin verdreht den Herren mit spielerischer Leichtigkeit den Kopf; ebenso wie Alexandra Obermeier als sympathische Unternehmerswitwe Flickedanz dem preußischen Hotelgast Hasselblad. Dass dieser stellenweise an Ludwig Thomas Kaufmann Stüve erinnert, liegt mehr an dem Autor (der ein Faible für „Erster Klasse“ zu haben scheint) als an Christopher Hollfelder, der die Figur zum Glück nicht auf das klassische Klischee des „dämlichen Preißn“ reduziert und ihr dadurch beim Publikum eher Sympathie statt Häme verschafft.

Auch das Hotelpersonal ist glänzend besetzt: Gustav Grüne gibt den Hotelier schlicht und erfreulich chargenfrei, Lisa Hingerl spielt die Bedienung Susi mit einem herrlichen Gespür für darstellerische Nuancen, und Bernd Leupold ist das unverwüstliche Mädchen für alles und erntet allein mit seinem „Kostüm für alle Fälle“ bereits mehrfach Szenenbeifall.

Auch das Bühnenbild war einen Extra-Applaus wert: Adi Morgott, Jürgen Sigrüner und Brigitte Günzel-Sigrüner haben eine helle, luftige Hotelhalle gebaut, mit durchsichtigen Schwingtüren und einem eleganten offenen Kamin. Bei Kostümen und Maske, Requisiten und der Technik stimmte ebenfalls einmal mehr alles – hinter den Kulissen ist das Theater am Stadtwald ebenso ein eingespieltes Team wie auf der Bühne.

Noch fünf weitere Vorstellungen stehen im Theatersaal des ASV Dachau auf dem Programm: am 12., 18., 19., 25. und 26. November jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Dachauer Rundschau, Restkarten jeweils an der Abendkasse.

iz

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