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Am Schluss gab’s stehende Ovationen: Heinz Neumaier (links) mit der Gröbenbach Musi und den Moosdorfegger Sängerinnen sowie Sprecher Claus Weber (rechts).

Heilige Nacht von Ludwig Thoma

Bewegend und aktueller denn je

Sigmertshausen - Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ ist in ihrer vertonten Form nicht nur für Musikliebhaber ein Genuss. Und vielleicht aktueller denn je.

Brauchtumspflege und weihnachtliche Klänge für einen guten Zweck: Vor 100 Jahren hat Ludwig Thoma (1867-1921) die Heilige Nacht geschrieben, und vor 70 Jahren ist sie von dem Dachauer Heinrich Neumaier im französischen Gefangenlager Mulsanne vertont worden. Die zunächst für Männerstimmen geschriebene Version hat sein Sohn Heinz Neumaier neu bearbeitet und sie nun für Frauenstimmen vertont.

Die Uraufführung in der Sigmertshausener Kirche St. Vitalis zugunsten der renovierungsbedürftigen Heilig-Kreuz-Kirche in Schönbrunn wurde mit stehenden Ovationen bedacht. Die Zuhörer in der voll besetzten Kirche kamen bei diesem vorweihnachtlichen Konzert in den Genuss traditioneller alpenländischer Volksmusik und der in bairischer Mundart vorgetragenen Weihnachtsgeschichte, die berührt und wegen der deutlich zutage tretenden Sozialkritik immer noch aktuell ist.

Joseph und Maria machen sich auf den durch Kälte und Schnee erschwerten stundenlangen Weg von Nazareth zum Rentamt nach Bethlehem. Eine Mitnahme im Schlitten wird Maria verweigert, aber ein Handwerksbursche, „ein Mensch oder ein Engel“, hilft, sie ans Ziel zu bringen. Von der erhofften Nächstenliebe bei den Verwandten keine Spur. „Oh, Joseph, wie kennst du die Leut’!“, sagt Maria.

Schließlich kümmern sich die armen Leute, und wahrscheinlich haben auch nur diese, so mutmaßt Ludwig Thoma, die frohe Botschaft wahrgenommen: „Drin ist der Heiland geboren.“

Claus Weber ist ein versierter Sprecher, der das Erlebnis der Heiligen Nacht in seiner bairischen Mundart schnörkellos, klar und deutlich vor Augen führt. Er versetzt sich sprachlich einfühlsam in die handelnden Personen.

Den gesanglichen Teil hatten mit ihren hellen, schönen Sopranstimmen die drei Moosdorfegger Sängerinnen übernommen, die Gröbenbach Musi mit Heinz Neumaier spielte dazu. Das Quartett mit zwei Gitarren, Zither und Bass erlaubt eine raffinierte Klangführung. Kreisheimatpflegerin Dr. Birgitta Unger-Richter hatte das Konzert organisiert.

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