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Kommt der Hund aus dem Tierheim, zahlen die Besitzer in Vierkirchen ein Jahr lang keine Steuer.

Neue Wege in Vierkirchen

Tierheimhunde ein Jahr steuerfrei

Hundefreunde, die ihren Vierbeiner aus dem Dachauer Tierheim holen, werden in der Gemeinde Vierkirchen künftig im ersten Jahr von der Hundesteuer befreit. Ein Beispiel, das Schule machen könnte. Nicht allerdings in Schwabhausen, wo ein ähnlicher Antrag abgelehnt wurde.

Die Haltung von Hunden aus dem Tierheim Dachau wird in Vierkirchen im ersten Jahr steuerfrei, Kampfhunde bleiben davon unberührt. Das hat der Gemeinderat Vierkirchen in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. So will die Gemeinde das Tierheim zusätzlich zur Fundtierpauschale von 1,50 Euro unterstützen, sagte Bürgermeister Harald Dirlenbach. In Schwabhausen wurde ein weitergehender Antrag auf dauerhafte Steuerbefreiung dagegen abgelehnt. „Dem Tierheim sollen durch die Satzungsänderung weniger Kosten entstehen“, führte Dirlenbach in Vierkirchen aus. Der Bürgermeister hatte den Vorschlag im Gemeinderat vorgebracht. Die Gemeinde engagiert sich im Tierschutz: Als Kommune ist Vierkirchen Mitglied im Tierschutzverein Dachau. Johann Neubauer von den Freien Wählern wollte wissen, ob die Steuerermäßigung auch Kampfhunde betrifft. Bürgermeister Dirlenbach erklärte nach Rücksprache mit der Verwaltung, dass das Tierheim Kampfhunde der Klasse I sowieso nicht vermittelt, Kampfhunde der Klasse II nur mit einem entsprechenden Verhaltensnachweis. „In der Vermittlungspraxis kommt das so aber fast nie vor.“ Um auf Nummer sicher zu gehen, nahm der Gemeinderat in die Formulierung aber auf, dass Kampfhunde von einer Steuerbefreiung ausgeschlossen sind. Einige Befürworter, teilweise auch außerhalb seiner CSU-Fraktion, fand in Schwabhausen der Gemeinderat Florian Scherf. Doch letztlich gab es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats für keinen der Punkte, die er in Sachen Fundtiere und Tierheim in einem Antrag aufgelistet hatte, eine Mehrheit im Gremium. Am wenigsten Befürworter hatte Scherf in Sachen Steuerbefreiung für Hunde aus dem Tierheim: Nur vier von 20 Stimmen – allesamt aus der CSU-Fraktion – waren dafür, die Hunde generell von der Steuer auszunehmen, wenn sie aus dem Tierheim stammen. Durch die Befreiung wollte Scherf einen Anreiz schaffen, Hunde aus dem Dachauer Tierheim aufzunehmen. Doch Bürgermeister Baumgartner gab zu Bedenken, „dass eine dauerhafte Steuerbefreiung vom bayerischen Gemeindetag sehr kritisch gesehen wird“. Lediglich über eine befristete Befreiung lasse sich reden. Beinahe hätte der CSU-Ortsvorsitzende eine Mehrheit für seinen Vorstoß gefunden, die allgemeine Hundesteuer in der Gemeinde von 40 auf 70 Euro jährlich anzuheben – allerdings mit dem Hintergrund, die (vorher abgelehnte) Steuerbefreiung für Tierheimhunde gegenfinanzieren zu können. Mit 11:9 Stimmen wurde aber auch das abgelehnt. Weitere Punkte, die unter anderem der besseren Planungssicherheit oder sparsamen Betriebsführung des Tierheims galten, lehnten die Schwabhauser Gemeinderäte jeweils mit klaren Mehrheiten ab. So etwa eine vertragliche Bindung mit dem Tierschutzverein Dachau über fünf Jahre. Derzeit wird der Vertrag mit dem Tierheim jährlich verlängert. Die Gemeinde Schwabhausen zahlt nur einen Euro pro Einwohner Fundtierpauschale – im Gegensatz zu den meisten Gemeinden des Landkreises, die 1,50 Euro zugrundelegen.

Torge Wester

Maximilian Pichlmeier

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