Ein Besuch beim Schaf im Stall: Die Kinder am Obergrashof erleben jeden Tag das Leben auf einem Bauernhof. Foto: hab

Tierisch günstige Kindergärten

Dachau - Die Dachauer Politiker quält derzeit ein Thema ganz besonders: die fehlenden Plätze in der Kinderbetreuung. Deshalb waren sie sich schnell einig, dass zwei neue, alternative Einrichtungen von der Stadt gefördert werden. Denn: Diese Plätze sind sehr günstig.

Sie bauen und bauen - und kommen einfach nicht hinterher. Denn das Problem bei der Kinderbetreuung sind nicht die fehlenden Kindergartenbauten, sondern die fehlenden Erzieherinnen. Wie diese Lücke gefüllt werden soll, darauf haben die Stadtpolitiker noch keine Antwort - und freuen sich deshalb über jeden zusätzlichen Kindergartenplatz.

Nun hat der Familienausschuss des Stadtrats Zuschüsse für den Waldkindergarten und für den Bauernhofkindergarten am Obergrashof (siehe Kasten) abgesegnet. „Wir sind immer stolz auf das plurale Angebot, das wir zur Verfügung stellen“, betonte Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses. „Und auf das Pädagogische müssen wir gar nicht erst eingehen - damit haben wir zwei alternative Einrichtungen.“

Doch Horst Ullmann äußerte sich zunächst kritisch: „Wir finden, das ist nicht zwingend notwendig“, sagte der SPD-Stadtrat: „Die Umstände sind zwar positiv, aber wir sollten noch auf die Kosten schauen.“

Doch dieser Punkt war schnell geklärt. Die beiden Gärten kommen die Stadt recht günstig. Die Stromheizkosten des Waldkindergartens will die Stadt mit etwa 800 Euro im Jahr unterstützen, für einen Neubau am Bauernhofkindergarten wird sie etwa 200 000 Euro beisteuern. „Für so wenig Geld bekommen wir hier in der Stadt keinen Platz“, betonte Alfred Stelzer (FDP). Auch der Einwand von Rainer Rösch (ÜB), dass beim Obergrashof die Gelder in eine andere Kommune fließen, wurde schnell beiseite gefegt: Schmidt-Podolsky betonte, dass abgesichert werde, dass die Einrichtung für Dachauer Kinder ist.

Schließlich holte Christa Kaimerl (SPD) das Totschlag-Argument heraus: „Der springende Punkt ist: Das Personal. Da ist es eben da.“ Dem hatten die Kollegen nichts mehr entgegenzusetzen.

(np)

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