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Maler Heinrich von Zügel starb heute vor 75 Jahren im Alter von 90 Jahren

75. Todestag von Maler Heinrich von Zügel

Ein Meister der Tier- und Landschaftsmalerei

Dachau – Heute vor 75 Jahren starb der Maler Prof. Heinrich von Zügel in München im Alter von 90 Jahren. Von Zügel hatte die Dachauer Kunstszene nachhaltig geprägt.

Von 1879 bis 1892 wohnte und arbeitete Heinrich von Zügel vorwiegend in den Sommermonaten in der Rothschwaige. Einen wesentlichen Abschnitt seiner künstlerischen Entwicklung durchlief er hier.

Zügel wurde 1850 im württembergischen Murrhardt geboren. Als Sohn eines Schäfereibesitzers ist er mit Natur und Tieren aufgewachsen. Seine künstlerische Begabung fiel früh auf. Deshalb durfte er die Lateinschule und die Stuttgarter Kunstgewerbeschule besuchen.

Nach einigen Studienfahrten ins Ausland übersiedelte Zügel 1869 nach München. An der Münchner Akademie der Bildenden Künste lehrte zu dieser Zeit Carl Theodor von Piloty. Piloty widmete sich vor allem der Historienmalerei mit einer möglichst detailgetreuen Wiedergabe von historischen Szenen. Dafür konnte sich Heinrich von Zügel wenig begeistern.

Er bildete sich stattdessen mit Hilfe seines Landmanns Anton Braith, ein Tier- und Landschaftsmaler, weiter. So brachte er es zur Meisterschaft in der Tier- und Landschaftsmalerei und konnte seine Bilder gut verkaufen. 1873 erhielt er bei der Wiener Weltausstellung eine Silbermedaille.

Die Freilichtmalerei zog Zügel 1879 nach Dachau. Hier erlebte er eine besonders glückliche und fruchtbare Epoche. In Dachau bahnte sich auch die Wendung zum Impressionismus an. 1892 gehörte Zügel zu den Gründungsmitgliedern der Münchner Sezession, einer Vereinigung bildender Künstler, die sich gegen die Bevormundung durch den staatlichen Kunstbetrieb wehrte.

1894 wurde er als Lehrer an die Karlsruher Akademie berufen. Doch schon ein Jahr später kam der ersehnte Ruf der Akademie von München. Dort lehrte er 27 Jahre.

1907 wurde Heinrich von Zügel der Adelstitel verliehen. Persönlich kam er zwar nur noch selten nach Dachau. Dennoch prägte er das Künstlerleben dort weiter. Er war Ziehvater einer Vielzahl von Malern, die im Dachauer Land noch eine große Rolle spielen sollten. Seine Schüler waren zum Beispiel Max Bergmann, Erich Otto Engel, Hans von Hayek, Max Hein-Neufeldt oder Wilhelm Neuhäuser. „Sie alle haben in der Bezeichnung Zügelschüler“, erklärt Dr. Horst Heres in der Dachauer Gemäldegalerie, ein besonderes Prädikat für allerbeste Ausbildung gesehen“.

br

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