Toller Start, böses Ende

Ampermoching - In seinem täglichen Blog bei der Heimatzeitung berichtet der Ampermochinger Tennisprofi Matthias Bachinger täglich von seinen Erlebnissen bei den US Open in New York.

Heute ist es soweit, ich bestreite bei den US Open Tennis Championships 2011 in New York mein Erstrundenspiel gegen Igor Kunitsyn (ATP 62) aus Russland. Das Wetter ist schön, beste Voraussetzungen also für einen tollen Tennistag. Für 8 Uhr hatte mein Coach den offiziellen Fahrdienst zum Hotel bestellt. Es kam ein Auto vom Turnier, dass uns auf die Anlage der US Open im New Yorker Stadtteil Queens brachte. Um 9.15 Uhr habe ich mit dann mit meinen Coach rund 30 Minuten eingespielt, um meinen optimalen Rhythmus für das Match zu finden. Um 10 Uhr haben wir die Taktik besprochen und anschließend bin ich in die Umkleidekabine gegangen, um mich dort mit Konzentrationsübungen auf die Partie vorzubereiten. Um 11 Uhr ging es endlich los. Ich fühlte mich fit, war hochkonzentriert und spielte anfangs unglaublich. Ich schlug sehr gut auf, war aggressiv in meiner Spielweise und gewann die ersten beiden Sätze im Eiltempo mit 6:2 und 6:1. Doch für mich unerklärlich und nicht nachvollziehbar, riss plötzlich der Faden. Ich wurde etwas passiver in meiner Spielweise und der Aufschlag funktionierte auch nicht mehr. Ich merkte, wie ich mich schlechter bewegte und mein Gegner Kunitsyn besser ins Spiel fand. Die Anspannung stieg, als ich dann den dritten Satz mit 1:6 abgeben musste. Ich versuchte im vierten Satz wieder in meinen Rhythmus zu kommen, aber ich spielte nicht mehr wie in der ersten beiden Durchgängen und verlor den vierten Satz mit 4:6. Im letzten Durchgang wollte ich den Sieg mit der Brechstange erzwingen, fand aber leider nicht zu meiner Form der erste beiden Sätze zurück und musste auch den entscheidenden fünften Satz mit 4:6 abgeben. Ein Match, das ich so sicher im Griff hatte, glitt mir förmlich aus den Händen. Es war unglaublich und die Enttäuschung war endlos. Ich wollte am liebsten im Boden versinken… Ich konnte es einfach nicht fassen. Nach dem Match musste ich noch zur Dopingprobe und anschliessend zur Pressekonferenz der deutschen Medien. Nach der Massage und Behandlung durch den Physio ging es um 19 Uhr zurück ins Hotel. Ich war sehr, sehr, sehr enttäuscht und habe mir fest vorgenommen, mehr im mentalen Bereich zu arbeiten, um so etwas in Zukunft besser in den Griff zu kriegen. Naja, ich bin ja gerade erst beim zweiten Grand Slam in meiner Tennislaufbahn angekommen und muss wohl noch meine Erfahrungen machen. Ich bin noch lange nicht am Ziel angekommen! Das war’s, vielen Dank für Euer Interesse. Viele Grüße - Euer Matthias.

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