1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau

Fast alle Geflüchteten in Dachau privat untergebracht - erste Turnhalle wird für Notfälle vorbereitet

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Turnhalle der Mittelschule Adalbert Stifter Straße Geretsried
Auch in Dachau wird eine Turnhalle vorbereitet- wie hier in Geretsried: © Landratsamt

Die meisten der geflüchteten Menschen aus der Ukraine sind im Landkreis Dachau bisher privat untergekommen. Trotzdem wurde nun die Turnhalle an der Steinstraße als Unterkunft vorbereitet – für Notfälle.

Dachau – 90 Prozent der mittlerweile gut 1000 Flüchtlinge aus der Ukraine sind privat untergebracht. Das teilte das Landratsamt Dachau gestern mit. Und es stehen immer noch Privatunterkünfte zur Verfügung, wie Sina Török, Pressesprecherin des Landratsamtes, gestern mitteilte. Das ist gut so, denn die nächsten Zuteilungen werden nicht lange auf sich warten lassen. Für den morgigen Samstag und für den kommenden Mittwoch seien von der Stadt München Zuteilungen angekündigt worden. Wie viele Geflüchtete wirklich kommen, sei schwer vorherzusagen – „aber jeweils maximal 100“. Ob dann alle auch hier im Landkreis bleiben wollen oder weiterreisen, sei ebenfalls nicht zu prognostizieren.

Hilfe für Menschen aus der Ukraine

Um für diese Personen sowie bei kurzfristigen Notzuweisungen und der Unterkunftssuche die Zeit zu überbrücken, wurde die Turnhalle in der Steinstraße in Dachau als Notunterkunft vorbereitet. 85 ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr, BRK und THW bauten die Turnhalle der ehemaligen Realschule in der Steinstraße zu einer Notunterkunft um. Insgesamt wurden am Wochenende 140 Betten und die notwendigen Sanitäranlagen installiert.

Turnhalle ist für den Sportunterricht und Vereinssport aktuell nicht nutzbar

Landrat Stefan Löwl erklärt den derzeitigen Ablauf: „Zuweisungen aus dem Ankunftszentrum in München – leider aber auch immer wieder unkoordiniert von anderen Stellen aus ganz Deutschland – kommen bei uns in Schönbrunn an. Dort können sie sich dann entweder für die Weiterreise ausruhen und stärken oder werden an private Unterkünfte im Landkreis vermittelt.“ Personen, die nur kurz bleiben wollen, kommen in Schönbrunn unter. Wenn diese Unterkunft voll ist, werden wir auf die Turnhalle in der Steinstraße ausweichen müssen. Die Turnhalle ist für den Sportunterricht und Vereinssport aktuell nicht nutzbar.

Menschen aus der Ukraine sind gleichmäßig im Landkreis untergebacht

Staatliche Unterkünfte, die derzeit für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden, sind das Hotel Amedia in Dachau, eine Pension in Indersdorf, die Asylbewerberunterkunft in Erdweg sowie in Vierkirchen – für Fälle der Corona-Isolation. Gut 30 Prozent der Ukrainer leben derzeit in der Stadt Dachau, weitere 15 Prozent in Karlsfeld. Alle anderen verteilen sich gleichmäßig im Landkreis (siehe Kasten).

Knapp 40 Prozent der Geflüchteten sind unter 18 Jahre alt – und wollen zur Schule gehen. Derzeit entwirft ein Steuerkreis unter Leitung des Staatlichen Schulamts Dachau ein Konzept, wie die Beschulung der Kinder und Jugendlichen aussehen wird, wie Schulamtsdirektor Albert Sikora mitteilte. Es sollen Willkommensklassen gebildet werden, die Anfang April starten sollen. Einige Schulen haben bereits rund 80 Schüler aufgenommen, „da sind die Schulen sehr findig“. Auch diese Konstrukte können weiterbestehen, so Sikora. Mitte nächster Woche werde der Steuerkreis sein Konzept vorstellen.

Bürger-Dialog

In einem Bürgerdialog wollen die Dachauer Nachrichten am Freitag, 25. März, um 18.30 Uhr mit Landrat Stefan Löwl und anderen Akteuren im Landkreis Fragen rund um die Ukraine-Hilfe klären. An der Videokonferenz nehmen neben Stefan Löwl teil: Oksana Bonauer, die Hilfskontingente zusammengestellt und Flüchtlinge zu uns in den Landkreis gebracht hat, Martina Tschirge, Koordinatorin der Stabstelle EBI (Ehrenamt, Bildung Integration), sowie ein Vertreter des Schulamts. Der Bürgerdialog beginnt um 18.30 Uhr und ist unter folgendem Link zu erreichen: https://us06web.zoom.us/j/87385539716, Meeting-ID: 873 8553 9716

Auch interessant

Kommentare