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Fotomontage der Stadt: So wird die Münchner Straße demnächst nach Süden in Richtung stadtauswärts aussehen.

Reif für die Mittelinsel

Umgestaltung der Münchner Straße

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Schon seit Jahren wird über die Zukunft der Münchner Straße diskutiert. Jetzt hat der Verkehrsausschuss einen Entschluss gefasst: Die Fahrradschutzstreifen kommen. Und die Mehrzweckspur in der Mitte. Davon überzeugt sind aber nicht alle.

Fußgänger, die in den Geschäften einkaufen, Einzelhändler, Radfahrer und Autofahrer: An der Münchner Straße in Dachau treffen viele Interessen aufeinander. Sie ist eine der meistfrequentierten Straßen in Dachau, schon seit Jahren wird darüber diskutiert, wie sie sicherer werden kann. Jetzt hat der Verkehrsausschuss eine probeweise Umgestaltung beschlossen. Die wichtigsten Änderungen: Es gibt Schutzstreifen für Radfahrer auf beiden Straßenseiten, die Fahrbahn ist nicht mehr vierspurig, sondern dreispurig, und es werden mehrere mobile Querungshilfen für Fußgänger aufgestellt.

Geplant ist, dass die Fahrradstreifen vom Knotenpunkt Bahnhofstraße/Schillerstraße bis zur Candisserie gehen. Dadurch soll verhindert werden, dass weiterhin viele Radfahrer verbotenerweise den Gehweg nutzen. Kritisch sah diese Sache August Haas (CSU), der sich entgegen der Meinung seiner Fraktion gegen Umgestaltung der Münchner Straße aussprach. „Auf der Münchner Straße gibt es zwei Sorten an Radfahrern“, erklärte er. „Das eine sind Geschäftshopper, die werden wir nicht umpolen können und die muss man auch nicht unbedingt vertreiben.“ Vor allem ältere Leute seien das, die das Fahrrad dringend benötigen würden, da sie sonst Probleme beim Einkaufen hätten. „Das andere sind die Durchfahrer“, sagte er. Ob diese die Schutzstreifen annehmen, wisse man nicht.

Nicht nur für Radler, auch für Autofahrer wird sich einiges ändern: Für sie gibt es nur noch eine Spur in jede Richtung: „Die mittlere Spur ist eine Mehrzweckspur, da kann man nicht einfach durchfahren“, erklärt Stefan Januschkowetz vom Ordnungsamt. Stattdessen dient sie zum Beispiel als Abbiegespur, und als Raum, auf dem insgesamt fünf mobile Mittelinseln aufgestellt werden. Dadurch hoffen Stadt und Polizei, dass stetiger und langsamer gefahren wird, weil es keine schnellen Überholmanöver auf der zweiten Fahrbahn mehr gibt.

Die Räte diskutierten in der Sitzung, ob es andererseits deswegen nicht zu längerem Staus kommen wird. „Die Linksabbiegespur in die Bahnhofstraße ist dann relativ kurz. Kann es dadurch einen Rückstau geben?“, fragte zum Beispiel Peter Strauch (CSU). Sicher beantworten lässt das vorab nicht, die Verkehrsexperten gehen aber davon aus, dass das nicht passieren wird. Die Neuregelung läuft sowieso erst einmal ein Jahr auf Probe – und es soll Evaluationen geben.

Dabei wird sich auch herausstellen, wie die Einzelhändler die Änderungen beurteilen. „Am Anfang waren alle komplett dagegen“, sagt Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD). „Jetzt hat es sich zur vorsichtigen Akzeptanz gewandelt.“ Wohl auch, weil die Stadt verspricht, dass durch die Umgestaltung kaum Parkplätze wegfallen. Die Geschäftsleute sollen außerdem, genauso wie die Kunden, ihr Feedback abgeben können.

Die Stadt hat zudem bereits Videoaufzeichnungen gemacht, um einen Vorher-Nachher-Vergleich aufstellen zu können. Feste Kriterien, nach denen der Erfolg der Maßnahme beurteilt wird, gibt es aber noch nicht. Das störte einige Stadträte, sie plädierten dafür, vorab bei den einzelnen Punkten wie Zufriedenheit oder subjektives Sicherheitsgefühl den Ist-Stand zu ermitteln. Nicht nötig, fand Koch: „Seit 20 Jahren wird schon darüber diskutiert – wir wissen ja, dass es in der Münchner Straße unsicher ist“, sagte er. Auch Andreas Meyer vom Tiefbau riet davon ab: „Es kann schon sinnvoll sein, vorher eine Befragung zu machen. Aber wenn wir es machen, werden wir die Straße heuer nicht mehr ummarkieren.“

Das wollten die Räte doch nicht riskieren. Sie beschlossen, dass der Probebetrieb im Sommer starten soll. Nur Haas war dagegen: „Ich bin generell gegen Änderungen an der Münchner Straße.“

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