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Rasanter Auftritt auf der Schwabhauser Kleinkunstbühne im Post-Saal: Die Raithschwestern mit Giovanni (links) und am Blaimer (nicht auf dem Foto). Foto: HAB
Rasanter Auftritt auf der Schwabhauser Kleinkunstbühne im Post-Saal: Die Raithschwestern mit Giovanni (links) und am Blaimer (nicht auf dem Foto). Foto: HAB

Schwabhausen - Schwer vermittelbar sind die Raith-Schwestern und da Blaimer. Nicht nur in ihrem Programm. Und dazu stehen sie auch: "I mog mi net opassn", bekennt Tanja und hat das Publikum auf ihrer Seite.

,,Heid kannt's a bissl krachad und laut wern“, so wurde das Publikum auf den Auftritt der Raith-Schwestern Tanja und Susi vorbereitet. Doch zunächst treten nur da Blaimer, Ehemann von Tanja, und Tuba Spieler Giovanni auf und stimmen eine rockige Bayernhymne an. Dann kommen die stämmigen Oberpfälzerinnen auf die Bühne - wie gewohnt in kurzen Lederhosen mit Netzstrumpfhosen.

Zunächst versucht sich Tanja ein Bild vom männlichem Publikum im vollbesetzen Post-Saal zu machen. Unglücklicherweise sind aber schon alle Männer vergeben. Aber die beiden Schwestern würden sich sowieso nur auf einen Metzger einlassen: ,,A Drittel vo unsam Fleisch kimmt eh aus China. Do bist echt im Vorteil, wennst selba no a Sau schlachten konnst.“ In ihrem Lied ,,A Herz für Bibihenderl“ kritisieren sie die schlechten Bedingungen für Legebatterien Hennen und da Blaimer wird mit hoher Quietschstimme zu einem jammernden Küken.

Das wiederum macht ihn zur Zielscheibe der frechen Raith-Schwestern, die ihn während des Abends immer wieder zurechtweisen und piesacken. Doch das hat er bald satt und wehrt sich mit einem Solo ,,Keiner ist so schön wie da Blaimer“ oder dem Recyclingsong, in dem er ,,seine Alte“ einfach austauscht.

Danach klären die zwei Oberpfälzerinnen über ihre Heimat auf: ,,Da Oberpfälzer, der is eher net so offen, wortkarg und a traurige Erscheinung“. Dagegen loben sie die Oberbayern, sind sich aber nicht ganz sicher ob Schwabhausen nicht schon Grenzgebiet zu Schwaben ist. Das lautes Murren der Zuschauer, belehrt sie eines Besseren. Auf einer musikalischen Reise nach Tschechien, Shanghai, zum Ballermann und auf die Wiesn sind die Leute aber voll dabei und singen kräftig mit.

Die Powerfrauen erläutern den Titel ihres Kabarettsprogramms: Sie haben zum Beispiel eine schiefe Nase, gehen nicht ins Solarium oder zum Friseur und sind deswegen schon seit Kindesalter ,,schwer vermittelbar“. Doch sie haben gelernt, damit zu leben: ,,I mog mi net opassn. Wems net passt, der soi si schleicha!“ betont Tanja Raith. Und auch da Blaimer gibt seinem Freiheitsdrang nach: Er öffnet seinen Pferdeschwanz und schwingt seine platinblonde Mähne wie ein Rocker. Der Saal tobt, die Zuschauer sind begeistert.

Zum Höhepunkt des Abends verwandeln die Raith-Schwestern den PostSaal in den Musikantenstadl: ,,Da Blaimer hat uns mit dem Lied beim Grand Prix der Volksmusik ogmoidt, aber uns homs net gnomma“, erzählt die Raith-Schwester mit der feuerroten Mähne. Sogar Walter und Sepp aus der ersten Reihe müssen kurzum auf die Bühne und die Trompeten wie Florian Silbereisen hin und her schwenken. Währenddessen stellen sich die beiden Schwestern auf zwei Stühle im Publikum und animieren die Zuschauer zum Mitsingen: ,,Oa Knedl geht ollawei“.

Zum Schluss des Programms werden die zwei Schwestern mit den kräftigen Stimmen dann aber ein wenig nachdenklich und zeigen ihre doch sehr unbekannte ruhige Seite. In ihrer Hymne ans Gartendürl bekennen sie sich zu ihrer Heimat ,,I ghear in bayerischen Woid, weils mia do so guad gfoit“. (as)

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