Eine klare Verbesserung sieht die Dachauer Polizei an der umgebauten und neu geregelten Kreuzung Münchnerstraße/Schillerstraße. Foto: flg

Nur ein Unfall in 100 Tagen

Dachau - Größere Verkehrssicherheit und wenig Stau - die 100-Tage-Bilanz der Dachauer Polizei für die umgebaute Kreuzung Münchner-, Schiller- und Bahnhofstraße fällt überraschend positiv aus.

Etwas zähflüssig hätten im wahrsten Sinne des Wortes zunächst die Maßnahmen gegriffen, räumt Michael Richter, der Pressesprecher der PI, ein. Insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten wollte es nicht so recht funktionieren, erinnert sich der Polizeioberkommissar.

Mit einigen schalttechnischen Änderungen seien in den folgenden Wochen aber schon kleinere Verbesserungen im Verkehrsfluss erreicht worden. „Der Durchbruch gelang jedoch erst Anfang Januar mit der Installierung der neuen Software für die Lichtzeichenanlagen inklusiv der Hermann-Stockmann-Straße“, informiert Richter.

Mit der sogenannten Videodetektion, dem modernsten Mittel der Lichtsignalschalttechnik, werde seit Anfang Januar eine fast völlig verkehrsabhängige Regelung gewährleistet. Die Wartezeiten hätten sich mittlerweile in allen Richtungen und auch im Berufsverkehr deutlich reduziert. Das haben laut Polizei unter anderem auch Busfahrer der Stadt- und MVV-Linien bestätigt.

Es gibt aber auch eine Schattenseite, räumt POK Michael Richter ein. Einzelne Verkehrsteilnehmer könnten sich insbesondere an die separaten Linksabbiegespuren aber auch an die wechselnden Ampelschaltungen einfach nicht gewöhnen.

Absolut positiv sei der radikale Rückgang an Unfällen. Nachdem an dieser Stelle in den vergangenen fünf Jahren 110 Verkehrsunfälle mit 29 Verletzten und sogar einem Toten passiert sind, wurde in den ersten 100 Tagen seit der Umgestaltung nur ein einziger Unfall ohne Verletzte registriert.

Statistisch gesehen, könnte man daraus einen Unfallrückgang von mehr als 80 Prozent errechnen, sagt Richter, auch wenn das natürlich nicht repräsentativ wäre.

„Hohe Verkehrssicherheit, klare Verkehrsbeziehungen, radfahrfördernde Schutzstreifen, sicheres Ein- und Ausparken und flüssigerer Fahrverkehr mit weniger Stauungen - so mancher Kritiker muss wohl seine anfängliche Ungeduld revidieren und sollte bei zukünftigen Verkehrsmaßnahmen auch eine gewisse Karenzzeit bis zur optimalen Funktion gewähren“, findet der Sprecher der Dachauer Polizei. (tor)

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