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Unfallschwerpunkt: An der Kreuzung Alte Römerstraße/Freisinger Straße (vorne) und dem Abzweig nach Prittlbach (hinten) soll eine Ampel hinkommen.

Eine Ampel für die Problemkreuzung

Die Unfall-Kreuzung wird entschärft

Es ist der Unfallschwerpunkt im Landkreis Dachau: die Kreuzung der Freisinger Straße mit der Alten Römerstraße. Nun wird dieses Problem gelöst: mit einer Ampel.

Die Kreuzung ist ein Problem. Das finden nicht nur die Hebertshauser, sondern auch die Stadt Dachau – und die Polizei. Deshalb hatten verschiedene Politiker geharnischte Briefe an das staatliche Bauamt Freising und dessen Obere geschrieben (wir haben berichtet), damit sich dort, an der Kreuzung Alte Römerstraße und Freisinger Straße, etwas ändert. Und zwar schnellstmöglich.

Eigentlich war die Idee gewesen, dort einen Kreisverkehr hinzubauen – das jedenfalls hatte die ÜB beantragt. Doch der Verkehrsexperte Richard Wacht von der Polizei Dachau hatte schon im Dezember 2014 erklärt, dass es an diesem Unfallschwerpunkt zwei Möglichkeiten gebe: ein Kreisverkehr oder Ampeln. „Um beurteilen zu können, ob ein Kreisverkehr das Richtige wäre, braucht es erst eine fundierte Analyse, die zeigt: Wäre ein Kreisverkehr hier überhaupt leistungsfähig?“, so Wacht damals.

Nun ist klar: Das wäre er nicht. „Die Leistungsfähigkeitsberechnungen zeigten jedoch, dass ein solcher Kreisverkehr nicht in der Lage wäre, die hohe Verkehrsbelastung leistungsfähig abzuwickeln“, heißt es gewohnt elegant in der Beschlussvorlage des Stadtbauamts, die den Mitgliedern des Verkehrsausschusses vorgelegt wurde. Oder anders ausgedrückt: Es gäbe Staus.

Außerdem sollte die Prittlbacher Straße miteinbezogen werden. Man hätte sie verlegen können – allerdings würde das auch nichts an der Leistungsfähigkeit des Kreisverkehrs ändern. Klar.

Also: Hat man sich für eine Ampel entschieden. Die wird alle drei Straßen miteinander verknüpfen; die Alte Römerstraße, die Freisinger Straße und die Prittlbacher Straße. Zusätzlich wird es von der Freisinger in die Alte Römerstraße eine Rechtsabbiegespur geben. Und: Die Radwege werden auch neu geführt und in das Ampelsystem mit eingebunden: Der Radweg geht nördlich der Freisinger Straße entlang und überquert dabei die Prittlbacher Straße; wer nach Dachau Ost will, überquert die Freisinger Straße westlich der Kreuzung und dann an der Alten Römerstraße entlang.

Bei dem Radweg könnten noch kleine Hürden wegen des Prittlbachs auftreten, schob OB Florian Hartmann ein (womöglich muss dort eine 500 000 Euro teure Brücke gebaut werden), doch diese Unwägbarkeiten stünden in keinster Weise dem Kreuzungsumbau entgegen, versicherte der OB. Wieviel das Ganze kosten wird und welchen Teil die Stadt dann bezahlen muss, steht noch nicht fest. Der Verkehrsausschuss war rundherum begeistert und gab seine grundsätzliche Zustimmung. Jetzt erst wird genau geplant, und ausgerechnet, wie hoch die Kosten sein werden. Doch der OB stellte schon in Aussicht, dass die Umbauarbeiten vielleicht schon in diesem Jahr ausgeführt werden könnten.

Nina Praun


Kreisverkehr oder Ampelanlage?

Das staatliche Bauamt Freising hat untersuchen lassen, wie leistungsfähig ein Kreisverkehr an dieser Kreuzung wäre. Ein Sprecher erklärt das Verfahren: Die beiden Punkte bei einer solchen Untersuchung sind erstens, ob der Verkehr fließend abgewickelt werden kann, und zweitens, ob die Sicherheit an der Kreuzung auch mit dem Kreisverkehr gewährleistet wäre. Das Ergebnis: Sicher wäre die Kreuzung auch mit Kreisverkehr, aber es gäbe zu viele Rückstaus. Das kann man in einem speziellen Verfahren genau ausrechnen. Wenn zu viele Autos auf der Kreisverkehrfahrbahn sind, finden die Autos draußen keine Lücke mehr, um hereinzufahren – es gibt Stau. Erstaunlicherweise ist eine Ampelanlage leistungsfähiger: Dort müssen die Autos zwar anhalten, wenn sie rot zeigt, doch bei grün fließt der Verkehr durch. Das kurzfristige Anhalten bei rot gilt nicht als Rückstau. Für Laien mag es wohl so erscheinen, dass der Verkehr in Kreisverkehren flüssiger abläuft – aber nur, weil Kreisverkehre immer nur an solchen Kreuzungen gebaut werden, an denen nicht zu viel Verkehr ist. 

np

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