Der Klostergarten hinter der Klosterschule über der Burgfriedenstraße soll ausgehoben werden – und darunter eine unterirdische Turnhalle gebaut werden. Jedenfalls, wenn diese Lösung nicht allzu teuer kommt. Foto: habschied

Untergrundhalle: charmant, aber teuer

Dachau - Charmant, elegant, unterirdisch: Die Turnhalle der Klosterschule könnte im Klostergarten vergraben werden. Das wäre die städtebaulich beste Lösung, finden die Stadträte. Wenn die Kosten nicht explodieren.

Wohin mit der Turnhalle für die Klosterschule? Zwei Standorte stehen derzeit zur Debatte. Die Mehrheit der Stadträte sprach sich in der Bauausschusssitzung am vergangenen Dienstag für eine unterirdische Turnhalle unter dem Klostergarten aus, die städtebaulich charmantere Lösung. Charmant, aber teuer: Fünf Millionen Euro stehen im Raum für die Erweiterung der Klosterschule und Turnhalle. Nun sollen detaillierte Kosten ermittelt werden - für diese und die Variante in der Burgfriedenstraße 1 und 3.

Denn das Grundstück an der Burgfriedenstraße, wo sich das Café Gramsci befindet, ist noch nicht vom Tisch. Es gibt bereits Pläne für Turnhalle und Klassenzimmer, hineingequetscht in das Gramsci-Grundstück. Die Variante wäre nicht nur städtebaulich unschön, sie würde auch das Aus für die Kultkneipe bedeuten.

Ganz vom Tisch ist der Vorschlag vom Bündnis für Dachau, dass Turnhalle und weitere Klassenzimmer der Klosterschule auf dem Brauereigelände am Schlossberg errichtet werden. Der Eigentümer dieses Geländes, die Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA, ist nicht zu einem Verkauf oder Grundstückstausch zu bewegen.

„Das wäre die tragfähigste Lösung gewesen“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Christian Stangl. „So bleibt uns nur die Lösung, die Turnhalle zu vergraben.“ Im Klostergarten. Dieses Konzept hatte die CSU vom Architekturbüro Deffner Voitländer erarbeiten lassen und bereits Mitte vergangenen Jahres im Bauausschuss vorgestellt. Und es fand Zustimmung. Zusätzliche sechs Klassenzimmer finden nach dieser Variante in einem Neubau im Klosterhof an der Burgfriedenstraße Platz.

Der Knackpunkt: Die nun mit fünf Millionen Euro vorgelegte Kostenermittlung dafür sei „mit großen Unwägbarkeiten behaftet“, wie das Stadtbauamt in den Sitzungsunterlagen kommentierte. „Die Bauweise einer unterirdischen Turnhalle ist kompliziert“, erklärte OB Peter Bürgel. Er stellte klar: „Es ist städtebaulich die beste Lösung. Die Frage ist, ob es uns das wert ist.“ Im Vorfeld müssen verschiedene Gutachten in Auftrag geben werden, um die Kosten möglichst detailliert zu ermitteln.

Und genau das beschlossen die Mitglieder des Bauausschusses: Auf Basis der Kostenberechnung für beide Standorte, Klostergarten und Metzgerhof, soll dann eine endgültige Entscheidung fallen. Nur Erwin Zehrer (CSU) stimmte dagegen - da ein Vorschlag von Helmut Esch (Grüne) mit aufgenommen wurde: Dass auch die Kosten für ein zweigeschossiges Parkdeck ermittelt werden sollen. Die wegen Turnhalle und Schulerweiterung erforderlichen Stellplätze finden auf dem städtischen Grundstück Burgfriedenstraße 1 Platz. Esch hatte dafür plädiert, zunächst nur ebenerdig Parkplätze zu schaffen: „Das würde Kosten sparen.“ Sollte sich herausstellen, dass die Parkplätze nicht ausreichen, könne aufgestockt werden.

Die Zeit der Stadträte, Verwaltungsbeamten und Zuhörer strapazierte auf ein Neues Elisabeth Schilhabel. Die fraktionslose Stadträtin trug als Gast in der Sitzung ihren Eilantrag vor (wir berichteten): auf den Neubau der Turnhalle zu verzichten und die Schulkinder mit dem Bus in die Turnhallen zum Sportunterricht zu befördern. Diese Idee entkräftete Laura Berghammer, Rektorin der Klosterschule, gleich vor Ort: Der Zeitaufwand für die Busfahrt sei der gleiche wie für den Fußmarsch zu den Sporthallen, wie derzeit tagtäglich praktiziert. Außerdem erwähnte sie den Aspekt der Umweltbelastung, wenn täglich Schulbusse durch die Altstadt fahren. Dieses Argument dürfte auch Elisabeth Schilhabel überzeugt haben - denn die Umwelt liegt der Stadträtin ja bekanntlich sehr am Herzen. Schilhabels Vorschlag zur Erweiterung der Klosterschule: „Man sollte einen Architekten beauftragen, innerhalb des Schulhauses nach neuen Klassenräumen zu suchen.“ Laura Berghammer entgegnete, dass alle Räume belegt sind. Sie lud aber die Stadträte ein: „Sie können gerne kommen und suchen.“

Schilhabels Appell, dem Turnhallenbau nicht zuzustimmen, weil sonst „noch mehr Schulden“ entstehen, versickerte kläglich. OB Bürgel stellte klar: „Wir haben keine Schulden. Und natürlich bauen wir das nur, wenn wir das Geld haben. Und wenn wir das machen, machen wir das gescheit.“ Und voraussichtlich: charmant.

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