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Nur eine hat zwei Urkunden: Ursula Deichl (r.) und ihr Team sind Bayerische Meister.

Die Meisterkonditorin vom Bumbaurhof

Bayerische Tortenmeisterin

Ried - Alles begann mit einem selbst gebackenen Laib Brot. Jetzt, Jahre später, hat Ursula Deichl vom Bumbaurhof mit ihren sensationellen Ampergold- und Mozarttorte den ersten und zweiten Platz bei der Bayerischen Tortenmeisterschaft gewonnen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Bumbaurhof der Familie Deichl in Ried ein ganz normaler Bauernhof. Mit Ochsen im Stall, Hühnern am Hof und außen herum Getreide- und Grünlandwirtschaft. Dann, 2001, hatte Ursula Deichl eine Idee: Backen war schon immer eine ihrer großen Leidenschaften. Und so erfand sie ein eigenes Rezept für ein herzhaftes, würziges Bauernbrot. Das lief so gut, dass es längst nicht nur beim Brotbacken blieb. Ursula Deichl erweiterte ihr Repertoire um Torten.

Und auch das sprach sich bald herum. Wenn sie auf Geburtstagen oder andere Festivitäten eingeladen war, fragten ihre Freunde immer, ob sie denn nicht eine von ihren tollen Torten mitbringen könnte. „Mir hat das immer total Spaß gemacht. Ich liebe es einfach zu backen, neue Rezepte auszuprobieren und die Torten zu verzieren“, erzählt sie. Und weil die Kuchen bei ihren Freunden und Bekannten so gut ankamen, entschloss sich die Familie 2006, gar ein Café am Hof zu eröffnen. Auch die Gäste dort lobten sie stets für die tollen Kuchen, Torten und Gebäckstücke. Und so beschlossen Ursula Deichl und ihre beiden Mitarbeiterinnen Rosi Rabel und Tochter Carola Deichl, bei der Bayerischen Tortenmeisterschaft, die auf der Messe Regio Agar ausgetragen wird, mitzumachen.

Vergangenes Jahr erreichte das Rieder Konditorinnen-Trio den dritten Platz. Und dieses Jahr? Ja, dieses Jahr gewannen sie mit ihrer Ampergold-Torte sogar den Wettbewerb – und mit ihrer Mozarttorte holten sie sich gleich noch den zweiten Platz.

„Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Als ich die anderen Torten gesehen habe, dachte ich, wir haben keine Chance“, sagt Ursula Deichl. Denn 31 Teilnehmer stellten insgesamt 53 Torten aus. „Da kann einem schon mal mulmig werden. Immerhin sahen die anderen Torten wirklich toll aus.“

Aber Ursula Deichl und ihr Team konnten die Jury überzeugen, und zwar nicht nur in Sachen Geschmack: Denn die Jury überprüfte sowohl die Schnittfestigkeit des Kuchens als auch, ob der Name zur Torte passt. Bei ihrer Mozarttorte zum Beispiel hat Ursula Deichl für den Wettbewerb noch viel am Rezept geändert: „Die Torte musste ja nach einer echten Mozartkugel schmecken.“ Ein Jahr lang backten Ursula Deichl, Rosi Rabel und Carola Deichl die Mozarttorte immer und immer wieder. „Dann endlich hat das Verhältnis von Nougat, Marzipan und den anderen Zutaten gepasst.“

Ursula Deichls Tochter Carola hat übrigens erst vor ein paar Jahren mit dem Backen begonnen. Sie studierte Fotografie und wollte immer einen kreativen Job ausüben. „Aber leider werden immer weniger Fotografen gebraucht. Deswegen hat sich mich vor ein paar Jahren gefragt, ob sie mir beim Backen einmal helfen könnte“, erzählt die Mama stolz. Der Konditorberuf machte der damals 35-Jährigen dann so viel Spaß, dass sie gerne eine Lehre gemacht hätte. „Aber leider war sie den Betrieben zu alt. Niemand wollte ihre eine Lehrstelle anbieten“, erinnert sich Ursula Deichl.

Zum Glück hatte Carola Deichl ihre Mama Ursula: Sie brachte ihr alle nötigen Tricks für eine tolle Torte bei. Und mittlerweile ist sie schon (fast) genauso gut wie ihre Mama: „Wir sind eben ein wirklich tolles Team.“ Das hat auch die Jury der Regio Agrar erkannt. Ein sensationeller erster und zweiter Platz für zwei sensationelle Torten.

reg

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