VdK-Kreisverband

Missstände vor der Haustür

Der VdK kümmert sich um Senioren, Kranke und Menschen mit Behinderung. Der Bedarf an Hilfe wird größer und größer, entsprechend wächst der VdK. Im Kreisverband Dachau ist schon die 6000-Mitglieder-Grenze überschritten. Denn auch im Landkreis Dachau läuft nach Ansicht des VdK einiges schief.

Dachau/Erdweg – Mit Aufnahme des 6000. Mitgliedes und Umzug in eine neue Geschäftsstelle im August habe der VdK-Kreisverband „Meilensteine setzen“ können. Mit diesen Worten begrüßte der Kreisvorsitzende Toni Hassmann die vielen Helfer zur Kreisarbeitstagung des VdK in Erdweg. Hassmann lobte das freiwillige Engagement der Ortsverbände im Landkreis.

Die zertifizierte Wohnberaterin Ulrike Franck stellte die in Kooperation mit dem Landratsamt durchgeführte Wohnberatung vor. Franck und ihr ehrenamtlicher Kollege Gerhard Dirlenbach beraten und unterstützen in allen Fragen, wenn es darum geht, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. Es gibt Informationen zu möglichen Umbaumaßnahmen, deren Finanzierung und Hilfsmitteln. Das zusätzliche Beratungsangebot in der VdK-Kreisgeschäftsstelle richtet sich auch an Nichtmitglieder und Betroffene im ganzen Landkreis und ist unabhängig sowie kostenlos.

Im Anschluss daran informierte Hassmann über verschiedene Veranstaltungen des VdK-Landesverbandes, der kürzlich sein 70 jähriges Bestehen feiern konnte. Zur diesjährigen Bundestagswahl plant der VdK Bayern eine große Aktion. Thema: Soziale Spaltung stoppen! Auch der VdK-Kreisverband wird sich mit einer Podiumsdiskussion am 26. Mai (Wirtshaus Erdweg) daran beteiligen. Geladen sind die Direktkandidaten des Wahlkreises Dachau/ Fürstenfeldbruck, denen Hassmann insbesondere zu Fragen rund um die Sozialpolitik und der sozialen Gerechtigkeit auf den Zahn fühlen will. So werde der VdK-Kreisverband Dachau nicht müde, im Vorfeld der Wahlen auf die Missstände und die Probleme der seiner Mitglieder im Landkreis hinzuweisen und sich für deren Interessen einzusetzen.

Entgegen ersten Ankündigungen des Landratsamtes sei es noch zu keinem Fortschritt hinsichtlich der Einführung eines Pflegestützpunktes im Landkreis gekommen. Die Pflegekonferenzen seien grundlos im „Sande verlaufen“, so Hassmann. Er werde sich daher in diesem Zusammenhang nochmals starkmachen, denn Pflegebedürftige und ihre Angehörigen seien oft von den Problemen überfordert und suchten nach gebündelten Informationen. Bürokratische Hindernisse und fehlende Information erschwerten die Situation zusätzlich. Eine niederschwellige Anlaufstelle zur ersten Orientierung wäre daher eine große Hilfe, so Hassmann.

Die Kreisfrauenbeauftragte Sieglinde Huber machte in der Versammlung noch auf ein ganz anderes Problem aufmerksam: Bei Ortsbegehungen wie zum Beispiel in Bergkirchen sei festgestellt worden, dass auf Gehwegen und Bürgersteigen abgestellte Mülltonnen vor und nach der Leerung immer wieder zu Hindernissen von gehbeeinträchtigen oder behinderten Menschen werden. Sie versperr´ten ein problemloses Durchkommen, und oft müsse der Betroffene auf die Straße ausweichen. Barrierefreiheit fange für sie im „Kleinen an“, so Huber.

Toni Hassmann bestätigte diese Auffassung. Denn sowohl für den VdK Bayern als auch für den Kreisverband sei die Aktion „Weg mit den Barrieren!“ noch nicht beendet. Er werde versuchen, sich hier ganz konkret für Betroffene einzusetzen.

Der Kreisverband Dachau betreut im ganzen Landkreis mittlerweile weit über 6000 Mitglieder. Im vergangenen Jahr wurden über 5000 Beratungen durchgeführt, fast 500 Anträge gestellt, 214 Widersprüche erhoben und 50 Klagen und Berufungen eingelegt. Mit zwei juristischen Beratern betreuten die Experten des VdK-Kreisverbandes Dachau im vergangenen Jahr fast 750 Verfahren.

Der Schwerpunkt der Verfahren liegt im Schwerbehinderten- sowie Rentenrecht. Erhöhter Beratungsbedarf ist seit einiger Zeit aber auch im Bereich der Pflegeversicherungsleistungen, der Sozialhilfe und des Arbeitslosengeldes II zu erkennen.

Insgesamt wurden über 500 000 Euro an Nachzahlungen VdK-Mitglieder erstritten. Laufenden Zahlungen wie die monatliche Rente, Krankengeld oder geldwerte Vorteile sind hier nicht enthalten.  dn

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