Lauschige Abende wird es nicht mehr geben auf dem ehemaligen Dachauer Postschulgelände. Foto: dg

Veranstalter Schwaack gibt auf: 2013 gibt es keinen Dachauer Stadtstrand

Dachau - In diesem Sommer wird es keinen Stadtstrand geben. Wegen Anwohnerbeschwerden und einer fehlenden Verordnung gibt Veranstalter Patrick Schwaack sein ambitioniertes Projekt auf. Auf dem ehemaligen Postschulgelände herrscht in diesem Jahr somit wieder Ruhe - oder Tristesse, je nach Blickwinkel.

Im Streit um den Dachauer Stadtstrand konnte keine Lösung gefunden werden. Schon im vergangenen Jahr fühlten sich einige Anwohner von den Konzerten und Fußballübertragungen am ehemaligen Postschulgelände belästigt. Sie einigten sich damals mit Schwaack auf einen Vergleich. Ein Teil der geplanten Veranstaltungen wurde gestrichen. „Wir haben angeboten, in diesem Jahr auf jede Form von Veranstaltungen zu verzichten und den Strand als reinen Biergartenbetrieb weiterzuführen“, erklärt Schwaack seine Planungen für den Sommer. Doch den Anwohnern war dies nicht genug, wie Stadtjurist Josef Hermann berichtet. „Wir hatten zum Jahresanfang mehrere Meldungen, und ein Ehepaar hat schließlich eine Klage eingereicht.

Die anhaltenden Beschwerden veranlassten den Stadtrat, den Strand zwar grundsätzlich zu genehmigen, jedoch vom Veranstalter ein Lärmschutzgutachten einzufordern. Dabei stellte sich heraus, dass dem Stadtstrand nicht die bayerische Biergartenverordnung zugesprochen werden könne, so Hermann. Das bedeutet für Schwaack, dass er an seinem Strand maximal bis 21.30 Uhr ausschenken dürfte. Für ihn war damit klar: „Das ist das Aus. Wenn die wichtigste Schankstunde wegfällt, würde man sehenden Auges in ein Defizit steuern.“

Der Veranstalter zeigt sich enttäuscht: „Natürlich ist das schade, ich hätte mir etwas mehr Unterstützung erhofft, auch wenn die Kommunikation mit der Stadt immer konstruktiv war.“ In anderen Städten sei bei vergleichbaren Stadtstränden schließlich auch eine Einigung möglich. „Ich erhalte viel positives Feedback und Zuspruch, auch von wildfremden Menschen“, betont Schwaack. Er ist sich sicher, dass der Strand vielen Dachauern als generationenübergreifender Treffpunkt fehlen wird. Ein Standortwechsel ist jedenfalls keine Lösung. Schwaack: „Die Verordnung gilt für das ganze Stadtgebiet, da bringt es auch nichts, wo anders hinzugehen.“

Für ihn ist es trotz allem nicht der letzte Sommer mit Sand in den Schuhen gewesen. Gemeinsam mit zwei Partnern will er jetzt zum ersten Mai an der Ruderregatta in Oberschleißheim den größten Beachclub Bayerns eröffnen. Eine Abwanderung aus Trotz? „Nein, ich hätte das gerne parallel gemacht, aber das ist nun leider an einer Handvoll Bürger gescheitert.“ (dg)

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