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Kästchen in verschiedenen Farbnuancen malte der bereits verstorbene Ulf Maier. Uli Schneider (l.). vom Kulturförderkreis entdeckte seine Werke und erklärte, wie es dazu gekommen war.

Vernissage Farbakkorde

Verborgene Kunst wird sichtbar

Altomünster - Ulf Maier und Bussi Buhs lebten und arbeiteten als Künstler in Hohenzell vor allem im Verborgenen. Erst ein Jahr nach dem Tod von Maier werden seine Werke im Museum gezeigt.

 „Eigentlich müssten sich die Farben bei mir bedanken, dass es mich gibt“, ein Satz, den der bereits verstorbene Kunstmaler Ulf Maier aus Hohenzell einmal gesagt hat. Er zeugt nicht von Größenwahn, sondern eher von einer stillen Verneigung vor der Vielfältigkeit der Farbkompositionen. 

Die Liebe des bereits verstorbenen Künstlers zur Farbe zeigt die Ausstellung „Ulf Maier - Farbakkorde“ im Altomünsterer Museum, die bis zum 23. April zu sehen ist. Zur Vernissage waren viele Gäste, Verwandte und Freunde des Künstlers gekommen.

Liebhart: „Er war ein Malerasket“

Die ungewöhnliche Ausstellung wurde ein Jahr nach dem Tod des Künstlers eröffnet. Doch lange blieb das Schaffen des Künstlers unentdeckt: „Ulf Maier war bis vor einem halben Jahr ein uns unbekannter Künstler“, sagte Museumsvorsitzender Wilhelm Liebhart bei der Begrüßung. 

Maier lebte zuvor schon seit 27 Jahren mit seiner Frau Bussi Buhs im Altomünsterer Ortsteil Hohenzell. „Er war ein Malerasket und lebte in seinem Haus völlig verborgen, nur der Kunst und den Büchern gewidmet“.

Bussi Buhs - Maiers „Eheweib“

Umso glücklicher schätze sich das Museum, dass es nun die Bilder seiner letzten Schaffensperiode zeigen kann. Einen großen Dank richtete Liebhart deshalb an Bussi Buhs, Maiers „Eheweib“, wie sie gerne genannt werden wollte, dass sie dies ermöglicht hat. 

Ein besonderer Dank galt auch Uli Schneider, Dorothea Friedrich und Simone Kennerknecht, die ein Begleitbuch zur Ausstellung verfasst haben mit vielen aufschlussreichen Gedankensplittern von Ulf Maier. Musikalisch bereicherten Eva Kausch am Klavier und Florian Ewald am Saxophon die Vernissage, mit dem Stück „Nach einem Traum“.

Die Einführung selbst hielt der langjährige Vorsitzende des Altomünsterer Kulturförderkreises, Uli Schneider. Er erzählte, wie er zum ersten Mal mit Wilhelm Liebhart nach Hohenzell gefahren ist, um das Schaffen der Künstlerin „Bussi Buhs“ für den Kulturspiegel zu lüften. Dabei seien sie an den Bildern im Haus „vorbeigerauscht“. 

„Ein ruhiger Künstler, der nie die Öffentlichkeit gesucht hat“

Doch bei ihrem Rundgang entdeckten sie auch Ulf Maier in seinem Stuhl im Atelier sitzen. „Da hat es bei mir geschnackelt“, sagte Schneider. Er bewunderte die Fähigkeit des Malers, die Farbe und das Licht in den Vordergrund zu stellen, eine Fähigkeit die heute viele Künstler vergessen haben. 

Heute würde nur noch Farbe ohne Form zählen, bei Aquarellen ohnehin. Maier malte Farbkästchen, die ineinander stimmig sein mussten. Und erst, wenn er mit einem Bild ganz zufrieden war, signierte er es.

„Er war ein ruhiger, stiller Künstler, der nie die Öffentlichkeit gesucht hat“, betonte Schneider in seinen Ausführungen „und er hatte das Glück, dass er sich voll auf seine Malerei konzentrieren konnte“. Es verlange alle Hochachtung vor dem, was er in seinen letzten Lebensjahren geschaffen hat. 

Künstler, die sich im Verschwinden übten

Als kleines Wunder bezeichnete er auch Malergattin Bussi Buhs, die knapp 50 Jahre mit Ulf Maier verheiratet war. Beide hatten es geschafft, sich fast 28 Jahre im Landkreis „im Verschwinden zu üben“.

Vor allem die Krankheit des Mannes, erforderte einen Rückzug aus der Öffentlichkeit. „Doch wir haben alles genau gelesen, was über Altomünster geschrieben wurde“, sagte Bussi Buhs. Die beiden vermissten aber die Kunst. Deshalb wandte sich Bussi Buhs an den Kulturspiegel und zeigte ihre unentdeckten Werke.

Zudem erzählte sie, dass Altomünster im Gegensatz zum vorherigen Wohnort München zwar in der Provinz ist, aber dass es in der Marktgemeinde keinesfalls provinzhaft zugeht: „Denn man war bereit, sich auf Lebendiges einzulassen“. Und genau das wünschte sie den Besuchern, dass sie das Leben in den sicher nicht einfachen Bildern erkennen und ihre Freude daran haben.

Ulf Maiers „Farbakkorde“

sind zu den Öffnungszeiten des Museums, von Mittwoch bis Samstag von 13 bis 16 Uhr und an den Sonntagen von 13 bis 17 Uhr zu sehen.

Von Gisela Huber

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