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Ohne Jakob Zotz (r.) und Josef Arzberger (l.) wäre die Chronik gar nicht möglich geworden.

Heimatgeschichte

Als Eisenhofen noch das "v" im Namen hatte

Eisenhofen - Es ist fast so etwas wie ein Bestseller. Über 550 Bücher hat der Verein Heimatgeschichte Eisenhofen in kürzester Zeit verkauft. Eine Chronik über einen Ort in der Gemeinde Erdweg, der in seinen Anfängen noch mit einem „v“ geschrieben wurde.

Der Verein hat gehalten, was er einst versprochen hatte: Im vergangenen November legten die Hobby-Heimatforscher nach sieben Jahren Arbeit die Chronik ihres Ortes vor: ein 500-Seiten-Werk, das mit musikalischer Umrahmung beim Eisenhofener Wirt präsentiert wurde. Viele der über 620 Exemplare waren damals schon vorbestellt, andere wurden an diesem Abend noch verkauft.

„Ich bin hochzufrieden mit dem Buch“, freute sich der Vorsitzende des Vereins, Josef Arzberger, bei der Jahresversammlung im Gasthaus Gschwendtner. Und rund die Hälfte des 80 Mitglieder zählenden Vereins freute sich mit Arzberger über das gelungene Gemeinschaftswerk, „an dem wir zwischendurch ganz schön geschwitzt haben“, so der rührige Eisenhofener.

Rund 24 500 Euro hat der Verein bisher durch den Buchverkauf eingenommen. Die Bruttokosten für das Werk betrugen rund 34 000 Euro. Mitsamt einiger Spenden wurde so ein Preis von 49 Euro errechnet.

Einen Autor hob Josef Arzberger an diesem Abend besonders hervor: „Ohne die Vorarbeit von Jakob Zotz zur Häuser- und Hofgeschichte wären wir aufgeschmissen gewesen“, betonte der Vereinschef. Monatelang arbeitete sich Zotz durch alte Schriften, aus einer Zeit, als Eisenhofen noch mit einem „v“ geschrieben wurde und manche Dokumente nur schwer lesbar waren.

Maria Luegmair, ein Mitglied des Arbeitskreises und Mitautorin, zeigte anhand einer kleinen Powerpoint-Präsentation verschiedene Quellen aus 400 Jahren, wie etwa das „Salbuch“ aus dem Jahr 1622. Darin werden Anwesen und Grundstücke in Hof und Eisenhofen beschrieben sowie die Art der Abgaben, entweder in Geld oder Naturalien.

Eine weitere wichtige Quelle war das Taufbuch aus der Pfarrei Hirtlbach aus den Jahren 1666/67 und natürlich aus Folgejahren. Das Problem: „Jeder Pfarrer hat anders geschrieben, der eine schöner, der andere schlechter, teil in Deutsch und teils in Latein. Du hast Dir enorme Arbeit gemacht,“ lobte Maria Luegmair in Richtung von Jakob Zotz, der sich bescheiden im Hintergrund hielt.

Dank für die tolle Arbeit sagte auch Altbürgermeister Michael Reindl. Er gab zugleich den Dank der Klöster Regina Martyrum und Karmel weiter. Dort liegt Eisenhofens Ehrenbürger, Weihbischof Johannes Neuhäusler, begraben. Beiden Klöstern hatte Reindl jeweils ein Exemplar des Buches überlassen. Zwei weitere hat Vorsitzender Josef Arzberger an die Bayrische Staatsbibliothek geliefert. „Es war uns wichtig, dass wir in deren Bestand reingekommen sind“, so Arzberger, der als nächstes ein Archiv aufbauen oder Interviews mit älteren Leuten, die in dem Buch keinen Platz mehr hatten, verarbeiten will.

Vom Heimatbuchüber Eisenhofen sind noch 75 Exemplare übrig. Da die Resonanz so groß war, konnte der Vorzugspreis von 49 Euro gehalten werden. Interessenten wenden sich an Josef Arzberger (Email: arzberger-eisenhofen@t-online.de) oder an Max Scheuböck, Telefon 0 81 38/16 13.

Sabine Schäfer

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