Verfolgungsjagd im Schneckentempo

Dachau - Im Zeitlupentempo setzte die Polizei am Mittwoch auf schneeglatter Straße einem flüchtenden Autofahrer nach - und erwischte den Mann. Er hatte keinen Führerschein.

Es war wahrscheinlich die ungewöhnlichste Verfolgungsjagd, die es im Landkreis Dachau je gegeben hat. Denn eine Streife der Dachauer Polizei setzte am Mittwochnachmittag einem Hyundai-Fahrer nach, der sich nicht etwa mit 200 Sachen davonmachen wollte, sondern glaubte, das mit 20 Stundenkilometern bewerkstelligen zu können.

Als die Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Dachau den Hyundai zur Verkehrskontrolle anhalten wollte, dachte der 53-jährige Fahrer gar nicht daran, sich kontrollieren zu lassen. Aus gutem Grund, wie sich etwas später herausstellte.

Gegen 16.15 Uhr geriet der Wagen ins Visier der Einsatzkräfte, doch der Fahrer ignorierte die Stoppsignale und versuchte in den Gassen von Dachau-Süd zu entkommen. Etwa zwei Kilometer dauerte die Verfolgung, die aufgrund der Witterungs- und Straßenverhältnisse nur im Schneckentempo mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h erfolgte. Dann sah der Hyundai-Fahrer die Ausweglosigkeit seines Tuns ein und erkannte, dass die Winterreifen des Streifenwagens griffiger waren als die seines Autos: In der Josef-Scheidl-Straße gab er auf.

Warum der Mann nicht kontrolliert werden wollte, stellte sich schnell heraus. Der 53-Jährige hat gar keinen Führerschein mehr und ist gerade dabei, die im Volksmund als „Depperltest“ bezeichnete medizinisch- psychologische Untersuchung zu absolvieren, um den Führerschein wieder zu erlangen.

Das dürfte sich indes erledigt haben, denn neben einer Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis wird natürlich auch die Führerscheinstelle von dem Vorfall informiert. (mm)

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