Der Verkehrsentwicklungsplan steht

Karlsfeld - Die Verkehrssituation in Karlsfeld ist mehr als angespannt. Immer mehr Autos quälen sich durch das Nadelöhr Münchner Straße. Jetzt wurde ein Verkehrsentwicklungsplan aufgestellt.

Die Verkehrssituation in Karlsfeld als angespannt zu bezeichnen, wäre schlichtweg untertrieben. Über 44 000 Autos quälen sich innerhalb von nur 24 Stunden durch die Münchner Straße. Ein Großteil davon sind Pendler, die den Ort durchqueren. Über kurz oder lang droht ein Kollaps. Um dem zuvorzukommen, hat die Gemeinde ein umfangreiches Verkehrsentwicklungskonzept in Auftrag gegeben (wir haben berichtet). Seit 2012 hat das Büro Gevas Humberg & Partner Daten zusammengetragen, Zählungen vorgenommen und Hausbefragungen durchgeführt. „So ein Problem zu bewältigen, ist für eine Gemeinde heutzutage gar nicht mehr machbar“, so Dr. Christoph Hessel vom beauftragten Büro.

Er präsentierte im Karlsfelder Hauptausschuss am Donnerstagabend die gesammelten Daten und stellte Lösungsansätze zur Verbesserung der Verkehrssituation vor. Bei der Beurteilung der Verkehrssituation hatten die Karlsfelder folgende Meinung: Die Situation für Fußgänger befanden 60 Prozent der Bürger als gut, die der Fahrradfahrer 37 Prozent und der Bahnfahrer 34 Prozent. Die Situation für Autofahrer sehen nur noch 30 Prozent als gut an, für Personen, die mit dem Bus unterwegs sind, nur noch 20 Prozent.

Allein in dieser Befragung wurde deutlich, dass das Bussystem optimiert werden muss. Weitere Maßnahmen die Hessel vorsieht, sind der Ausbau des Radwegenetzes, die Optimierung des ÖPNV sowie die Reduzierung des Durchgangsverkehrs. Die schon oft diskutierte Untertunnelung der Münchner Straße wäre für knapp 57 Prozent der befragten Karlsfelder ein richtiger Lösungsansatz. Konkrete Ansätze erläuterte Hessels Kollegin Julia Brummer:

Verbesserung der Situation an den Anschlussstellen Oberschleißheim und Ludwigsfeld; ein neues Ampelkonzept für die Münchner Straße (grüne Welle), ein eventuelles Durchfahrtsverbot für Lkw; Veränderung der Beschilderung zur Umlenkung von Durchgangsverkehr und eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der Münchner Straße.

Angeregt wurde auch ein Leihradsysteme als neues Konzept der Intermodalität mit geeigneten Standorten in der Gemeinde. Ein wichtiger Punkt, so Brummer, ist die bessere Anbindung zu S-Bahn. „Die Erweiterung der ,Bike&Ride-Anlagen‘ ist wünschenswert.“

Zudem soll geprüft werden, ob Überführungen für Fußgänger und Radfahrer über die Münchner Straße Sinn machen. Die ausführlichen Planungsvorschläge so wie die genauen Ergebnisse der Erhebung sind nun auf der Internetseite der Gemeinde unter www.Karlsfeld.de einzusehen. Auf der Grundlage des Verkehrsentwicklungsplanes werden jetzt vier Arbeitskreise gebildet: Der AK „motorisierter Individualverkehr“, der AK „Fußgänger- und Radverkehr“, der AK „ruhender Verkehr (Parken)“ und ein Arbeitskreis „ÖPNV“. In diesen Arbeitskreisen werden Gemeinderäte, Fachleute und Karlsfelder Bürger zusammen die vorgegeben Lösungsvorschläge auf den Weg bringen und umsetzen.

Die Arbeitskreise, die jeweils aus rund 20 Personen bestehen sollen, sind zum Teil schon fast besetzt. „Ich bin froh, dass es so viele Menschen gibt, die mitarbeiten wollen“, sagte Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe.

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