Hält das Ortsschild von Asbach ganz fest: Petershausens Bürgermeister Marcel Fath prangert den Schilderklau an.

Seltsame Diebstahlsserie

Gefährlicher Schilderklau

Petershausen - Immer mehr Spaßvögel stehlen Straßenschilder. Dass das sehr gefährlich werden kann, zeigt das Beispiel Petershausen. Bürgermeister Marcel Fath schlägt Alarm.

Auf dem Schreibtisch von Marcel Fath, Bürgermeister von Petershausen, stapeln sich die Rechnungen für neue Verkehrsschilder in seiner Gemeinde. Auffallend viele Schilder mit 30- oder 50-km/h-Geschwindigkeitsbegrenzung sind darunter. Dabei hat Fath einen Verdacht: Er glaubt, die Schilder werden für runde Geburtstage gestohlen. Klingt witzig, ist es aber nicht. Doch dazu später.

Auffällig ist, dass seit vergangenem Jahr immer in den Ferien wöchentlich mindestens ein Schild geklaut wird. „Außer in den Winterferien, da ist es den Leuten wohl zu kalt“, meint Fath. Zu einer Anzeige bei der Polizei kommt es selten, da die Beweislage zu ungenau ist. Untätig bleibt der Bürgermeister aber nicht. Regelmäßig wird die Polizei informiert, dass wieder Schilder fehlen. Die sicherte zu, dass die Streifen aufmerksamer durch die Dörfer fahren. Viel gebracht hat das bisher nicht: „In der Gemeinde Petershausen wurden allein in den Sommerferien dieses Jahres vier Verkehrsschilder und ein Ortsschild entwendet“, berichtet Marcel Fath.

Allein das Ortsschild von Asbach wurde in der Vergangenheit bereits etliche Male gestohlen. Dem will die Gemeinde Petershausen nun vorbeugen. So soll eine extra starke Befestigung Dieben das Abmontieren der Schilder schwer machen. Kratzer an einem Asbacher Ortsschild belegen, dass der Plan funktioniert. Ein potenzieller Dieb scheint gescheitert zu sein.

„Was die Leute an genau diesem Schild so toll finden, weiß ich nicht. Die einzige Erklärung könnte das Asbach Uralt sein.“ Ein Weinbrand als Grund für die Begehrlichkeiten?

Ein weiteres „Opfer“ ist das Ortsschild von Kollbach. Nicht weit hinter dem Ortseingang befindet sich eine Bushaltestelle, an der täglich viele Kinder auf den Bus warten. Durch das fehlende Ortsschild fehlt auch die Geschwindigkeitsbeschränkung, und so rauschen einige Autofahrer an den spielenden Kindern vorbei. „Die deswegen zu spät erfolgte Geschwindigkeitsanpassung kann das Leben und die Gesundheit eines Kindes gefährden“, warnt Marcel Fath. Zuständig für das Ersetzen der Schilder sind die Gemeinden.

„Natürlich werden alle Straßen regelmäßig auf Schäden, tote Tiere oder eben fehlende Verkehrsschilder geprüft“, so Wolfgang Reichelt, Pressesprecher des Landratsamts. Doch können die Mitarbeiter des Landratsamts schließlich nicht überall gleichzeitig sein.

ta

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