Sie verteidigen ihre Heimat

Odelzhausen - Eine Bürgerinitiative (BI) gegen die Windkraftanlage im Adelzhausener Wald will den Widerstand organisieren. Viele Betroffene haben sich zusammen getan, um ihre Heimat zu verteidigen.

Die Generation der 30- bis 40-Jährigen vor Ort hat Familie und kennt ihr Umfeld und dessen Entwicklung seit Jahrzehnten. Alle sehen täglich die Auswirkungen und Folgen zunehmenden Verkehrs, Autobahnausbaus, brachialen Forstumbaus nach der Staatsforstreform und der Zersiedelung ländlichen Raumes mit neuen Gewerbegebieten. Bereits vor Jahrzehnten hat eine Studie prognostiziert, dass der Raum zwischen Augsburg und München zusammenwachsen wird. Dieser Prozess läuft. Das Problem: In dem Gebiet treffen mehrere Gemeinden, Landkreise und Regierungsbezirke aufeinander. Der Infoaustausch und die Zusammenarbeit ist dementsprechend gering und oft unmöglich.

Die BI Wald Hohenzell war von Odelzhausens Bürgermeister Konrad Brandmair zur Bürgerversammlung in Sittenbach eingeladen worden. Dort wurde ein Fragebogen verteilt, der zwar kompetent erstellt wurde, aber auch die Hilflosigkeit gegen wirtschaftliche Großprojekte widerspiegelt. Die Hilflosigkeit derer, die etwaige, leider immer noch unklare Folgen tragen werden.

Die BI ist nicht grundsätzlich gegen Windkraft. BI-Sprecher Martin Heitmeir: „Wir wollen Windkraftanlagen dort, wo ausreichend Wind weht und die Natur nicht darunter leiden muss.“ Die BI befürchtet eine Zerstörung des Landschaftsbildes im Naherholungsgebiet Adelzhausener Wald. Wegen der Rodungen würden Rückzugsgebiete für Wild und der Ruheraum Wald unwiederbringlich zerstört. Der Rotorschlag führe zu einer Gefährdung für Waldvögel, Eiswurf von den Rotorblättern gefährde Spaziergänger. Ein wichtiges Gegenargument ist für die BI auch die Entwertung der Grundstücke im Bereich des Windparks. Zusammengefasst geht es den Gegnern um den Erhalt ihrer Heimat.

Das wird sicher nicht einfach werden. Hat doch die Gemeinde auch ein Eigeninteresse. Bei Betrieb der Windkraftanlagen würden die nicht unerheblichen Gewerbesteuereinnahmen in die Kasse der Gemeinde Odelzhausen fließen. Schon deshalb muss Bürgermeister Konrad Brandmair auch diesen Aspekt vertreten. Als im August diesen Jahres erstmals der Gemeinderat darüber informiert wurde, gab es zwar keinen Beschluss, aber grundsätzliche Zustimmung wurde signalisiert.

Entscheidungsbehörde ist keine Gemeinde, sondern das Landratsamt Dachau, das genauen rechtlichen Vorgaben unterliegt. Das Gesetz lässt Windkraftanlagen ausdrücklich zu, wenn, wie in diesem Fall, alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Nicht umsonst sind Windkraftprojekte sogar privilegiert im Baurecht. Dass dies so ist, liegt nicht an Investor oder Gemeinde, sondern an geltendem Recht. Wie weit dieses Recht Interessen der Bürger vor Ort widerspiegelt. mag objektiv keiner zu sagen.

In der Gemeinde Pfaffenhofen hat der Gemeinderat unlängst den Flächennutzungsplan geändert. Dieser beschränkt jetzt Standorte für Windkraftanlagen auf Gebiete (Konzentrationszonen), wo die Gemeinde es auch will. Dies verschlafen oder billigend in Kauf genommen zu haben, weil man sich nicht festlegen will, muss sich die Gemeinde Odelzhausen wohl bald vorwerfen lassen, wenn nicht schnell gehandelt wird.

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